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Volleyball-Finale: BR Volleys feiern Titel-Hattrick

08.05.2014 – PM DVL:

Volleyball-Finale: Meister-Triumph in vier Spielen – Durch den 3:1-Erfolg in Friedrichshafen sind die BR Volleys zum dritten Mal in Serie Deutscher Meister. Die Grundlage des Erfolgs war der unbändige Siegeswille seines Teams, analysiert Meistertrainer Mark Lebedew. 

Volleyball-Finale: Berliner Meisterjubel – Die BR Volleys feierten in Friedrichshafen den dritten Titel – Foto: Guenter Kram/VfB Friedrichshafen

Robert Kromm war es vorbehalten, den letzten Ball dieser packenden Finalserie zu verwandeln. Nachdem Paul Carroll und Kawika Shoji nach einem Angriff des VfB Friedrichshafen gerettet hatten, sprang der 2,12-Meter-Hüne der BR Volleys aus dem Hinterfeld ab und verwandelte gleich den ersten Meister-Matchball zum 3:1 (23:25, 25:17, 25:17, 26:24). Danach gab es für Berlins Spieler kein Halten mehr. Wie bereits im Vorjahr feierten die BR Volleys den Titelgewinn auswärts beim VfB Friedrichshafen euphorisch. Als Kapitän Scott Touzinsky die Meisterschale in die Höhe reckte, gab es Sekt- und Bierduschen. Auf dem Siegerpodest schwenkten die Berliner zum obligatorischen „We are the Champions“ eine Berlin-Fahne und eine BR-Volleys-Flagge – als Zeichen für den erneuten Gipfelsturm. 

Das letzte Finalduell der beiden deutschen Volleyball-Giganten war ein Spiegelbild der gesamten Finalserie. Im ersten Satz überfiel der VfB die BR Volleys analog zum ersten Finalspiel. Doch die Männer um Spielführer Touzinsky ließen sich davon nicht beeindrucken, kamen mit zwei beeindruckend fehlerfreien und nahezu perfekten Sätzen zurück und erkämpften sich schließlich im vierten Durchgang trotz zwischenzeitlichem Fünf-Punkte-Rückstand und zwei VfB-Satzbällen den Sieg.

„Der Knackpunkt war, wie wir nach der ersten Niederlage zuhause zusammengeblieben und zurückgekommen sind, und das zweite Spiel hier in Friedrichshafen gewonnen haben. Darauf bin ich am meisten stolz“, sagte BR Volleys-Chefcoach Mark Lebedew. Nach der Auftaktniederlage hatte der Australier an seine Mannschaft appelliert und meisterliche Spielweise eingefordert – mit Erfolg. „In diesen Play-offs hatten wir die unbedingte Siegermentalität. Als wir mit dem Rücken zur Wand standen, haben wir wie ein Meister agiert und die Serie gedreht.“ Lebedew und sein Team arbeiten dafür mit keinem Mentaltrainer zusammen, der Spirit habe sich auch in dieser Saison aus dem Team heraus entwickelt. „Wenn man wirklich Meister ist, will man das auch bleiben. Das gibt man nicht her, ohne zu kämpfen. Das ist ein meisterlicher Stolz. Das haben wir auch heute im vierten Satz gezeigt“, erklärte Lebedew.

In den entscheidenden Momenten agierten Kromm, Touzinsky, Carroll – die Außenangreifer aus der Hauptstadt – sicherer und abgezockter als die „Häfler“ Kollegen Simeonov und Bratoev. Kombiniert mit dem unbändigen Siegeswillen und dem herausragenden Teamgeist machte das den Unterschied in dieser knappen Finalserie. Berlins Manager Kaweh Niroomand verglich die Situation mit der in der Fußball-Bundesliga: „Bayern München wollte 2013 nicht, dass Borussia Dortmund zum dritten Mal hintereinander Meister wird. Sowas hatte der VfB Friedrichshafen auch vor. Aber wir haben das bravourös gelöst“, sagte der Berliner Vordenker – übrigens bekennender Fan des BVB.

Der VfB Friedrichshafen erkannte die Gäste aus der Hauptstadt fair als verdienten Sieger an. „Berlin ist zu Recht Deutscher Meister, sie haben nie aufgegeben, immer dran geglaubt“, gratulierte Max Günthör. „Persönlich ist es natürlich bitter, wenn sie schon wieder in unserer Halle feiern. Das ist schon ein kleines Trauma.“ Auch VfB-Coach Stelian Moculescu akzeptierte die Niederlage beeindruckend gelassen: „Sie haben verdient gewonnen. Berlin hat im Umschaltspiel aus der Verteidigung heraus besser agiert als wir.“ 

Der „Häfler“-Cheftrainer machte ein „qualitativ gutes Finale aus, mit gutem Volleyball und langen Ballwechseln“. Anteil daran hatten vor allem die beiden hervorragenden Liberos Martin Krystof (Berlin) und Jenia Grebennikov. BRV-Manager Niroomand stimmte Moculescu zu: „Die Finals waren große Werbung für den deutschen Volleyball“, sagte Niroomand. „Die Spiele hatten eine hohe Qualität. Jeder, der da war, wird nochmal zum Volleyball kommen.“ Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), sagte: „Alle Spiele waren heiß umkämpft, so wie man sich eine Final-Rallye vorstellt. Diese beiden Mannschaften und diese beiden Vereine sind in der Bundesliga einzigartig in der Qualität. Wir würden uns freuen, wenn eine dritte oder vierte Mannschaft zu diesem Niveau aufschließen würde.“ 

Ergebnisse Play-off-Finale (Best of five)

Spiel 1: BR Volleys – VfB Friedrichshafen | 2:3 (25:14, 21:25, 21:25, 28:26, 13:15)

Spiel 2: VfB Friedrichshafen – BR Volleys | 1:3 (28:30, 27:25, 20:25, 21:25)

Spiel 3: BR Volleys – VfB Friedrichshafen | 3:1 (25:19, 22:25, 25:21, 25:18)

Spiel 4: VfB Friedrichshafen – BR Volleys | 1:3 (25:23, 17:25, 17:25, 24:26) 

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