Olympische Jugend-Winterspiele Lillehammer 2016: Anton Grammel und Ole Jeske mit Bronze

Olympische Jugend-Winterspiele Lillehammer 2016: Skirennläufer Anton Grammel sicherte sich bei den Olympischen Jugendspielen die Bronzemedaille im Riesenslalom.

Olympische Jugend-Winterspiele Lillehammer 2016: Anton Grammel (rechts) - Foto: YIS/IOC
Olympische Jugend-Winterspiele Lillehammer 2016: Anton Grammel (rechts) – Foto: YIS/IOC

Im Mixed NOK Team Sprint der Eisschnellläufer gewann Ole Jeske ebenfalls Bronze.

Zwischenfazit von Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig

17.02.2016 – PM DOSB / SPORT4Final / Frank Zepp:

Im Hafjell Alpine Center landete heute Anton Grammel seinen größten sportlichen Erfolg. Der 17-Jährige vom Skiclub Kressbronn fuhr beim Riesenslalom auf Rang drei. „Ich habe das immer noch nicht ganz realisiert“, sagte er nach der Medaillenübergabe konsterniert. „Aber es bedeutet mir sehr viel, für Deutschland eine Medaille geholt zu haben.“ Nach dem ersten Lauf lag Grammel in Lauerstellung auf Rang vier, obwohl er im oberen Streckenabschnitt ordentlich Zeit liegen ließ. Nach einem guten zweiten Lauf, schob er sich an die Spitze und konnte nach dem Ausfall des vor ihm liegenden Italieners Pietro Canzio über Bronze jubeln. Es gewann wie schon im Super-G und in der Kombination River Radamus aus den USA. „Das ist eine Sensation, eine echte Überraschung. Ich hab gehofft, dass es klappt, aber er hat das sensationell gut gemacht“, sagte Trainer Daniel Fischer über seinen Schützling, der erst seit kurzem im D/C-Kader dabei ist.

Ole Jeske (rechts) mit seiner Teamkollegin aus Ungar, Mihaela Hogas - Foto: DOSB
Ole Jeske (rechts) mit seiner Teamkollegin aus Ungar, Mihaela Hogas – Foto: DOSB

Im Wikingerschiff von Hamar lagen derweil Freud und Leid der deutschen Eisschnellläufer dicht beieinander. Beim Mixed NOK Team Sprint gewann Ole Jeske (EV Dresden) mit seinem Team die Bronzemedaille. „So geil, ich hab einfach alles gegeben. Und es hat gereicht“, freute sich der 16-Jährige. Jeske war in seinem Team als Dritter gelaufen, hatte von seinen ungarischen und italienischen Kolleginnen Mihaela Hogas und Chiara Cristelli übernommen und nach einer starken Runde an der Spitze an den Norweger Allan Dahl Johansson übergeben. Lukas Mann (ESC Berlin) und Lea Scholz (TSC Berlin) hingegen wurden mit ihren Partnern aus Weißrussland und Japan durch unglückliche Umstände knapp Vierter. Der Startschiedsrichter hatte bei ihrem Team aus Versehen zum Start zwei Mal geschossen, was das komplette Team irritierte und die entscheidenden Zehntel kostete. „Heute Morgen habe ich noch gesagt, genau das macht Olympia aus. Gemischte Teams, alle zusammen. Jetzt bin total frustriert, das ist nicht Fair Play“, ärgerte sich Scholz noch Stunden später. Ein Protest wurde abgelehnt.

Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld) - Foto: DOSB
Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld) – Foto: DOSB

In der Single Mixed Staffel der Biathleten im Birkebeineren Biathlon Stadion liefen Juliane Frühwirt (SV Motor Tambach-Dietharz) und Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld) in einem spannenden Rennen auf Platz fünf. Nach jeweils vier Schießeinlagen und sechs, beziehungsweise 7,5 Kilometern auf der Loipe kam das deutsche Duo mit einem Rückstand von 30,2 Sekunden auf die siegreichen Chinesen ins Ziel, die sich im Zielsprint gegen Norwegen durchsetzten. „Im Schießen lief es heute nicht so gut, das ärgert mich natürlich schon. Wir wollten die Medaillen angreifen und waren ja auch lange dabei“, sagte Riethmüller nach dem Rennen, in dem sich die beiden Deutschen insgesamt zwölf Nachlader und drei Strafrunden leisteten und bis zum letzten Schießen um die Medaillen mitkämpften. Begeistert zeigte sich der 16-Jährige von den zahlreichen Fans, die im Stadion und an der Strecke für Stimmung sorgten. „Klar hat es Spaß gemacht hier zu laufen, das war ein echtes Highlight. Vor so vielen Leuten bin ich noch nie gelaufen, das ist schon klasse, wie wir hier angefeuert wurden“, erklärte er. Für die Biathleten steht am Sonntag, dem Schlusstag der Jugendspiele von Lillehammer, noch die Mixed-Staffel auf dem Programm.

Am Nachmittag waren in Lillehammer keine Wettbewerbe angesetzt. Der sogenannte „Focus Day“ sollte den Athleten die Möglichkeit geben, am Learn&Share Programm und verschiedenen Angeboten der einzelnen internationalen Sportverbände teilzunehmen.

Schimmelpfennig bewertet Halbzeit-Ergebnis als „sehr gut“.

Deutschlands Chef de Mission, Dirk Schimmelpfennig, bewertet die Olympischen Jugendspiele von Lillehammer zur Halbzeit der Wettkampftage „sehr positiv“. „Insbesondere die Mischung aus Nachwuchsleistungssport und dem Kulturprogramm ‚Learn&Share’. Den Athleten wird hier ein sehr interessantes und vielseitiges Programm geboten“, sagte Schimmelpfennig. Auch vom Gastgeberland zeigte sich Schimmelpfennig begeistert. Es sei sehr schön, in Norwegen zu Gast zu sein. „Bisher hatten wir super Wetter, wir haben tolle Sportstätten und mit den sportlichen Ergebnissen sind wir selbstverständlich auch sehr zufrieden“, bilanzierte er und fügte hinzu: „Wir haben bisher vier Medaillensätze gewonnen, viermal Gold, viermal Silber und viermal Bronze. Das ist sehr ausgewogen. Mit 13 Athleten haben mehr als ein Viertel des gesamten deutschen Teams bisher eine Medaille gewonnen. Das ist zur Halbzeit ein erfreuliches Ergebnis.“ Die Jugendspiele sieht Schimmelpfennig „in erster Linie als eine Leistungssportveranstaltung, in der die Athleten das Olympische Flair in einer ersten Form kennenlernen“. Das sei gut für die jungen Athleten auf dem Weg in die Spitze. „Die Rückmeldung ‘wo stehe ich?’ sollten und werden die Jugendlichen als Motivation und Inspiration nehmen, um sich weiter zu entwickeln. Wir haben uns bisher als erfolgreiche Winternation im Nachwuchssport gezeigt“, erklärte er.

Splitter Olympische Jugend-Winterspiele

Teilnehmer des dsj academy camps - Foto: DOSB
Teilnehmer des dsj academy camps – Foto: DOSB

Wie die Zukunft der Olympischen Jugendspiele aussehen könnte und welche Schwerpunkte gesetzt werden sollten, darüber diskutierten die Teilnehmenden des dsj academy camps mit norwegischen Studierenden und jungen Engagierten des norwegischen Sportverbandes an drei Workshop-Tagen. „Heute haben wir gemeinsam eine erste Ideensammlung vorgenommen. Morgen wollen wir dann einen Vorschlag erarbeiten, den wir am Freitag dem IOC-Mitglied Angela Ruggiero übergeben“, erklärt Lisa Druba, Leiterin des dsj academy camps, das weitere Vorgehen. Über die Entwicklung der Olympischen Idee konnte sich die dsj-Delegation ein Bild im kulturellen Rahmenprogramm machen. Diese traf Dirk Schimmelpfennig, Chef de Mission der Deutschen Olympiamannschaft und DOSB-Vorstand Leistungssport, im Rahmen eines Besuches des neueröffneten Olympia-Museums in Lillehammer. Und wer weiß, vielleicht findet ein Teil der Workshop-Ergebnisse am Ende auch seinen Platz in der Olympischen Geschichte.

Noch ist der Olympic Channel, der Internetkanal des IOC, nicht gestartet. Um zum Launch jedoch schon genügend Material zu haben, wird auch bei den Jugendspielen in Lillehammer kräftig produziert. So waren heute die deutschen Gold-Snowboard/Ski-Crosser Celia Funkler, Cornel Renn und Sebastian Pietrzykowski zu Gast in einem kleinen Olympic Channel Studio in der Hakons Hall von Lillehammer und berichteten über ihren Sport und ihre Zukunft.

Anton Grammel wird von seinem Teamkollegen Jonas Stockinger beglückwünscht - Foto: DOSB
Anton Grammel wird von seinem Teamkollegen Jonas Stockinger beglückwünscht – Foto: DOSB

Anton Grammel hatte seinen ganz eigenen Zeitplan für den Lauf, der ihm die Bronzemedaille im Riesenslalom bringen sollte. Ganz gelassen kam er erst kurz vor seiner Startzeit in den Startbereich gefahren, machte schnell zwei, drei Aufwärmübungen, darunter Liegestütze, und stürzte sich dann den Hang hinunter. Neben der Bronzemedaille verdiente er sich damit den Lillehammer des Tages.

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