Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Lisa Arnholdt / Sarah Schneider mit Bronze

26.08.2014 – PM DOSB:

Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Beacherinnen Arnholdt / Schneider baden nach Bronze im Meer der Emotionen

Als der fünfte Matchball endlich verwandelt und die Bronzemedaille gesichert war, nahmen Lisa Arnholdt und Sarah Schneider ein Bad im Meer der Emotionen. Die beiden Beachvolleyballerinnen fielen sich in die Arme, wälzten sich im Sand und bekamen sich vor lauter Freude gar nicht wieder ein. Dann stürmten auch noch ihre männlichen Pendants Niklas Rudolf und Eric Stadie zusammen mit Trainerin Silke Lüdike auf den Platz und bildeten gemeinsam mit Arnholdt/Schneider ein unentwirrbares Freudenknäuel. Die Bronzemedaille bei den 2. Olympischen Jugendspielen in Nanjing feierte das deutsche Beachvolleyball-Quintett wie einen Sieg.

Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Lisa Arnholdt / Sarah Schneider mit Bronze - So schön freuten sich Sarah Schneider und Lisa Arnholdt (v.l.) über ihre Bronzemedaille - Foto: DOSB
Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Lisa Arnholdt / Sarah Schneider mit Bronze – So schön freuten sich Sarah Schneider und Lisa Arnholdt (v.l.) über ihre Bronzemedaille – Foto: DOSB

„In diesem Spiel haben unsere Emotionen den Unterschied gemacht“, sagte Sarah Schneider (TSV Frankenberg) Minuten später immer noch völlig aufgewühlt. Zusammen mit Partnerin Lisa Arnholdt (DJK Schwäbisch Gmünd) hatte sie sich mit einem 2:0-Erfolg (21:14, 27:25) im Spiel um Platz drei gegen die Russinnen Nadeschda Makrogusowa und Daria Rudich die Bronzemedaille gesichert. Fünf Stunden zuvor mussten die U19-Vizeweltmeisterinnen noch schwer enttäuscht das Stadion als Verliererinnen verlassen. 0:2 (18:21, 18:21) hieß es im Halbfinale gegen die kanadischen Zwillingsschwestern Megan und Nicole McNamara. Der Goldtraum war vorbei.

Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Lisa Arnholdt / Sarah Schneider mit Bronze - Lisa Arnholdt und Sarah Schneider hatten im Spiel um Platz drei ihre Gegnerinnen aus Russland im Griff - Foto: DOSB
Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Lisa Arnholdt / Sarah Schneider mit Bronze – Lisa Arnholdt und Sarah Schneider hatten im Spiel um Platz drei ihre Gegnerinnen aus Russland im Griff – Foto: DOSB

Am Abend war die Welt jedoch wieder in Ordnung. „Nach dem verlorenen Halbfinale ist der Sieg umso schöner. Wir werden auch aus diesem Spiel viel lernen. Wir haben bewiesen, dass wir uns wieder aufrichten können“, meinte Schneider. „Die Medaille ist ein super Highlight. Jetzt machen wir erstmal Pause und versuchen, alles zu verdauen.“ Sprachlos war ihre Partnerin Lisa Arnholdt, die bei der Eröffnungsfeier der Jugendspiele zehn Tage zuvor die deutsche Fahne getragen hatte: „Mir fehlen die Worte, ich kann das Gefühl nicht beschreiben.“

Auch Teamleiterin und Nachwuchs-Bundestrainerin Silke Lüdike zeigte sich schwer beeindruckt. „Die Mädchen haben im Gegensatz zum Halbfinale wie ausgewechselt gespielt. Wir wollten ins Spielen kommen und Freude haben. Das war das schwierigste Spiel des Turniers, denn die Holzmedaille will keiner“, sagte Lüdike heiser vom Anfeuern.

Vier Matchbälle vergaben Arnholdt/Schneider im zweiten Satz: „Ich habe trotzdem immer daran geglaubt, dass wir gewinnen“, erzählte Lisa Arnholdt, die sich anschließend mit Schneider zur Party in die Innenstadt verabschiedete. „Wir haben eine ganz coole Trainerin, mal sehen, wo wir heute Abend landen“, sagte Schneider. Der erste Weg führte das deutsche Beach-Duo zur German Sports Youth Night, wo es stimmgewaltig empfangen wurde.

Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Lisa Arnholdt / Sarah Schneider mit Bronze - Als sprintender Kugelstoßer kam Merten Howe mit seiner internationalen 8x100-Meter-Pendelstaffel als Sieger ins Ziel - Foto: DOSB
Olympische Jugendspiele Nanjing 2014: Lisa Arnholdt / Sarah Schneider mit Bronze – Als sprintender Kugelstoßer kam Merten Howe mit seiner internationalen 8×100-Meter-Pendelstaffel als Sieger ins Ziel – Foto: DOSB

Dass er Sprint-Gold von den Olympischen Jugendspielen mit nach Hause bringen würde, hätte Kugelstoßer Merten Howe (SC Neubrandenburg) im Vorfeld nicht erwartet. In der wild zusammengewürfelten 8×100-Meter-Pendelstaffel der Leichtathleten führte der Kugel-Bronzegewinner seine Staffel als Startläufer in 1:40,20 Minuten zum Sieg. „Es war richtig lustig. Anfangs bin ich skeptisch gewesen, denn als Werfer läuft man ja nicht so gerne. Jetzt ist es geil. Wenn es dafür auch noch eine Medaille gibt, ist doch schön“, sagte Howe, der in seinem Team einziger Werfer war. „Wir haben es als Spaß gesehen und trotzdem unser Bestes gegeben.“ Ein großer Spaß, aber ohne sportlichen Wert sei das gewesen, bilanzierte Bundestrainer und Teamleiter Jörg Peter.

Wie bei den Bundesjugendspielen ging es bei der Pendelstaffel auf der mit Tartan ausgelegten Yanshan Road, nur einen Diskuswurf vom Olympischen Dorf entfernt, zu. Bunt gemischt in Disziplinen, Ländern und Geschlechtern traten 67 Staffeln in neun Vorläufen gegeneinander an. Der Mix hatte es in sich: Mädchen überholten Jungen, riesengroße Vorsprünge schmolzen binnen Sekunden, scheinbar aussichtslos zurückliegende Staffeln flogen plötzlich am Feld vorbei. „Es war cool, dass alle Athleten durcheinander gemischt wurden, der Ablauf könnte aber noch etwas verbessert werden“, meinte Stabhochspringerin Juliane Schulze (SSC Bad Sooden-Allendorf). 

Kommentar verfassen