CNN Interview mit FIFA Generalsekretärin Fatma Samoura bei Fußball WM


FIFA Generalsekretärin Fatma Samoura im CNN Interview mit Amanda Davies - Foto: CNN
FIFA Generalsekretärin Fatma Samoura im CNN Interview mit Amanda Davies – Foto: CNN

FIFA Generalsekretärin Fatma Samoura sprach im CNN Exklusiv Interview mit Amanda Davies über die FIFA Frauen Weltmeisterschaft in Frankreich, die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Diskriminierung im Fußball.

10.06.2019 – PM CNN / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

CNN Interview – Interessante Aussagen:

Hat es jemals eine wichtigere Frauen WM gegeben als diese?

Fatma Samoura: Für mich ist diese Frauen WM definitiv die Wichtigste. Denn die Weltmeisterschaft findet in einem Moment statt, in dem Frauen ihre Stimme zunehmend für Gleichberechtigung und für Gerechtigkeit erheben. Frauen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus – und bei einem so populären Sport wie dem Fußball wäre es ein Fehler, 50 Prozent der Bevölkerung zu übersehen.

Wenn Sie um die Welt reisen, was ist Ihre wichtigste Botschaft über den Frauen-Fußball?

Fatma Samoura: Das erste, was uns beschäftigt, ist definitiv die gleiche Entlohnung, insbesondere wenn wir mit Spitzen-Fußballern sprechen.

Wenn Sie jemand sind, der für Gleichberechtigung kämpft, was ist Ihre Haltung gegenüber den US-Frauen und ihre Klage gegen den eigenen Verband wegen Diskriminierung?

Fatma Samoura: Wir dürfen eine Sache nicht vergessen. Die erste WM der Männer fand im Jahr 1930 statt, die der Frauen erst 1991, also 61 Jahre später. Wir können also nicht einfach annehmen, dass sich die Dinge über Nacht ändern werden. Heute ist der Herren-Fußball eine treibende Kraft hinter vielen Investitionen, die die FIFA in den Fußball tätigt. Ich bin mir jedoch sicher, dass wir mit der Zeit in der Lage sein werden, die Frauen-Weltmeisterschaft als eigenständiges Produkt zu verkaufen und mehr Einnahmen zu generieren. Es steht außer Frage, dass beim Problem der Lohngleichheit kein fauler Kompromiss eingegangen wird.

Konnten Sie in Ihrer Rolle bereits alle Veränderungen anstoßen, so wie Sie es sich erhofft haben?

Fatma Samoura: Ich denke beim Thema Rassismus haben wir noch einen gewissen Kampf zu führen.

Warum glauben Sie, dass ausgerechnet der Rassismus das Problem ist, bei dem wir keine Fortschritte sehen?

Fatma Samoura: Wir machen schon Fortschritte. Wenn man sich die dreistufigen Verfahren ansieht, die die FIFA während des Konföderationen-Pokals 2017 in Russland eingeführt hat, gab es dort keinen einzigen Vorfall.

Aber es geschieht immer noch zu oft in den heimischen Ligen.

Fatma Samoura: Nichtsdestotrotz denke ich, dass die Vorfälle abgenommen haben. Jeder einzelne Vorfall nimmt nun eine größere Amplitude an, was normal ist. Und es gibt Idioten im Leben. Es gibt Menschen, die denken, dass sie eine Welt wollen, in der alle gleich sind. Und ich denke, das ist völlig falsch. Aber bei der FIFA verfolgen wir eine Null-Toleranzpolitik mit Blick auf Rassismus.

Warum kommt das bei den Verbänden nicht an? Dort werden bescheidene Geldstrafen verhängt. Ein Klubverein musste für finanzielle Ungereimtheiten einen 9-Punkte-Abzug hinnehmen, während Rassismus-Vorfälle mit ein paar Tausend Pfund abgehandelt werden.

Fatma Samoura: Und das ist nicht normal.

Warum?

Fatma Samoura: Ich denke, dass die Botschaft sehr deutlich ist. Die Leute glauben nicht, dass es eine Schande für die Gesellschaft ist, so ein Verhalten hinzunehmen. Immer mehr Menschen versuchen zu akzeptieren, dass wir als Gesellschaft unsportliche Handlungen akzeptieren können – und das sollte nicht der Fall sein.

Was ist Ihrer Meinung nach eine Strafe, die die Menschen dazu bewegt, sich dagegen zu erheben?

Fatma Samoura: Ich denke, es wäre eine sehr starke Botschaft, wenn die Spieler das Spielfeld verlassen würden. Aber ich stecke nicht in ihrer Haut. Sie tun es, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich glaube jedoch, dass es eines Tages passieren wird.

Sollte es aber den Spielern überlassen bleiben?

Fatma Samoura: Nun, es liegt nicht an den Spielern. Es ist die ganze Sportwelt, die den Rassismus bekämpfen sollte. Auf dem Platz, über die Ansprachen bis hin zur Kommunikation, Bildung, Demonstrationen und Sanktionen. Und wir müssen alle unsere Kräfte bündeln, um dies zu erreichen. Aber Rassismus ist so alt wie jedes andere Übel in der Gesellschaft. Es ist unser aller Angelegenheit, zu kämpfen und zu kämpfen.


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