Champions League: Thüringer HC mit mentaler Siegstärke gegen Skopje

Thüringer HC (Handball)

22.11.2014 – PM THC / SPORT4Final:

Champions League: Spannung bis zur letzten Sekunde

Thüringer HC wahrt Chance auf das Viertelfinale der Königsklasse

Jana Krause „Matchplayerin“

In einem hochdramatischen Champions-League-Spiel besiegte der Thüringer HC den mazedonischen Meister WHC Vardar SCBT Skopje mit 21:20 (10:12). Beste Werferin für den Thüringer HC war mit acht Treffern Nadja Nadgornaja. Für die Gäste traf Andrea Penezic sechsmal ins Tor der Gastgeberinnen. Einen großen Anteil am Erfolg der Thüringerinnen hatte Torhüterin Jana Krause, die sich mit 15 Paraden und zwei gehaltenen Strafwürfen auszeichnete.

Handball-Bundesliga und Champions League: Thüringer HC - Foto: Thüringer HC
Handball-Bundesliga und Champions League: Thüringer HC – Foto: Thüringer HC

 

Der Thüringer HC kam gut in die Partie und schaffte durch Treffer von Katrin Engel und Nadja Nadgornaja die 2:0 Führung. Auch weil die dänischen Schiedsrichter von Beginn an ihre Sicht auf den Härtemaßstab der Partie zeigten. Für ein grobes Einhängen von Debele gegen Katrin Engel gab es bereits nach 29 Sekunden die erste Zeitstrafe. Die THC-Abwehr und eine stark haltende Jana Krause ließen die Gäste bis zur sechsten Spielminute auf ihren ersten Treffer warten. Doch dann waren auch die Gäste im Spiel und zogen nach. Sehenswert in dieser Phase die knallharten Fernwürfe von Nadja Nadgornaja, gegen die Inna Suslina im Vardar-Tor kein Mittel fand. Ein weiterer Ausbau des Ergebnisses scheiterte jetzt nur daran, dass Katrin Engel zwar Wurfverantwortung übernahm, aber Inna Suslina sich sehr gut auf die THC-Linkshänderin eingestellt hatte. So blieb es ein enges Ringen über die Stationen 6:6 (18.Min) und 8:8 (23.Min) Die Angriffe der Gäste wurden immer dynamischer und vor allem Barbara Lazovic-Varlec’s Treffer brachten Skopje nach vorn. So lag der THC drei Minuten vor der Halbzeitpause mit 9:11 zurück und zu allem Unglück brachte die so oft geprobte Variante mit 7 gegen 6 zu spielen statt eines Torerfolgs einen Ballverlust und eine Zwei-Minuten-Strafe. Nur wenige Zentimeter war Kerstin Wohlbold beim Wechsel mit Jana Krause wohl zu früh auf dem Feld. Doch der Thüringer HC blieb konzentriert – Lydia Jakubisova warf den Anschlusstreffer zum 10:11. Jetzt zeigte der erfahrene Gegner seine ganze Cleverness – Sekunden vor dem Pausenpfiff kam der Pass an den Kreis zu Julija Nikolic – Foul. Den fälligen Strafwurf verwandelte Maja Zebic und es ging mit 12:10 für die Gäste in die Kabinen.

Die zweite Hälfte begann mit Vorteilen für die Gäste und bis zur 34. Minute hatten diese die Führung auf 14:11 geschraubt. Der Thüringer HC gab nicht auf, die Abwehr spielte jetzt wieder konzentrierter und Katrin Engel überwand Inna Suslina im Vardar-Gehäuse. Beim Strafwurf von Julija Nikolic kam Dinah Eckerle ins Tor und der Ball landete am Pfosten. Als dann Jana Krause einen Hüftwurf fing und mit einem Traumpass Svenja Huber bediente, war der Anschlusstreffer erzielt. Vardar wirkte kurzzeitig verunsichert und keine 30 Sekunden später gelang Martine Smeets frei vor Inna Suslina der Ausgleich. Jetzt kochte die Halle. Und kaum einer in der Halle, der nicht noch an einen Punktgewinn glaubte. Man merkte beim Gegner jetzt auch Unsicherheiten – der erste klare Fehlpass in der Partie. Es ging weiter auf Augenhöhe. Die mehrfach geprobte Variante 7-6 Angriff hielt den Thüringer HC im Spiel. Mehrere Angriffe spielte man mit leerem Tor volles Risiko, zweimal ging der Ball verloren und die Halle tobte, als Jana Krause mit vollem Einsatz dem Ball den Weg ins Tor verwehren konnte. Die THC-Torhüterin war es, die mit der nächsten Aktion die Partie vorentschied. In der 59. Minute trat Maja Zebic zur Strafwurfmarke und unter dem Jubel der Zuschauer blieb Krause Sieger und hielt das 20:20 fest. Es roch nach Unentschieden. Es blieben nur noch wenige Sekunden. Nadja Nadgornaja tankte sich durch die Abwehr der Gäste und hämmerte den Ball zum 21:20 an Inna Suslina vorbei in die Maschen. Der Siedepunkt war erreicht – Skopje spielte jetzt ebenfalls ohne Torfrau, Julija Nikolic saß eine Zeitstrafe ab, aber es nützte nichts mehr. Eine bis in die Haarspitzen konzentrierte THC-Sieben brachte die Partie nach Hause und sicherte sich damit zwei wichtige Punkte für die Spiele der Hauptrunde.

Stimmen nach dem Spiel:

Anja Althaus (Skopje): „Glückwunsch an den Thüringer HC. Wir wussten was uns hier erwartet – haben gut gekämpft, aber in der zweiten Halbzeit den Kopf verloren. Wir wollen ins Final4 – und dann auch die Champions League gewinnen.“

Herbert Müller (Thüringer HC): „Es war ein hochgradig spannendes Spiel. Eine Abwehrschlacht mit einer top Jana Krause im Tor. Wir haben uns schwer im Angriff getan, aber abschreiben darf man uns nie.“

Statistik:

Thüringer HC: Jana Krause, Dinah Eckerle; Nadja Nadgornaja (8), Franziska Mietzner, Martine Smeets (2), Meike Schmelzer (1), Danick Snelder (2), Katrin Engel (2), Marieke Blase, Lydia Jakubisova (2), Svenja Huber (3), Kerstin Wohlbold (1)

WHC Vardar SCBT: Dragana Petkovska, Amandine Suzanne Monique Leynaud, Inna Suslina; Jovanka Radicevic, Simona Stojanovska, Sara Mitova, Julija Nikolic (2), Barbara Lazovic-Varlec (5), Siraba Dembele, Maja Zebic (4), Anja Althaus, Andrea Klikovac (1), Andrea Penezic (6), Olga Chernoivanenko (2), Alena Ikhneva

Strafwürfe: 3/2 – 7/4

Zeitstrafen: 3 – 6

Zuschauer: 1.800

Schiedsrichter: Dennis Engkebolle/Anders Kaerlund (DEN)

EHF-Delegierte: Per Morten Sodal (NOR)

Kommentar verfassen