Champions League: Thüringer HC mit „Türöffner-Sieg“ für die Hauptrunde nach souveränem Erfolg gegen Podravka Vegeta

19.10.2014 – SPORT4Final-Anmerkung:

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp widerspricht Meistertrainer Herbert Müller „ungern“, versucht aber folgende Relativierung der Spielqualität zu beigefügtem Spielbericht der THC-Pressekollegen: In der ersten Spielhälfte wurden die taktischen Vorgaben im Deckungsverhalten nicht konsequent umgesetzt sowie verhältnismäßig viele Abschlussschwächen beim deutschen Meister sichtbar. Bei 6:7-Rückstand, nach verlorener 5:2-Führung, musste erst das riskante taktische Mittel des Überzahlspiels ohne Torhüter eingesetzt werden, um die Matchwende herbei zu führen. Torhüterin Jana Krause steigerte sich im Verlauf der ersten Hälfte, um nach der Pause überragend aufzuspielen.

Dies gelang auch der ganzen THC-Mannschaft in den zweiten dreißig Minuten auf sehr gutem Niveau mit Klassenunterschied gegen einen spielerisch überforderten Gegner. Der Thüringer HC „zerlegte“ spielerisch die Gäste und ließ in Gedanken an die Hauptrunde im Torverhältnis nicht nach, baute dies angesichts eigener Stärke kontinuierlich aus. Höchstes Niveau in der Champions League wurde m.E. nicht erreicht. Selbst der deutsche Meister kann auf Basis dieser heutigen Gesamtleistung noch mehr als „eine Schippe drauf legen“. Vielleicht schon in einer Woche in Skopje. Vardar war heute in Podgorica bei der 17:23-Niederlage chancenlos und verzweifelte an einer überragenden Buducnost-Torhüterin Marta Zderic, die eine sagenhafte Fangquote von 48 Prozent aufwies. Jana Krause in konstanter Topform könnte dies in Skopje ebenfalls gelingen …       

Handball-Bundesliga: Thüringer HC - Foto: Thüringer HC
Handball-Champions-League: Thüringer HC – Foto: Thüringer HC

19.10.2014 – PM THC:

Höchstes Niveau zum Champions-League-Start

In einem begeisternden Spiel vor 1.558 Zuschauern besiegte der Thüringer HC in der Nordhäuser Wiedigsburghalle den kroatischen Vertreter HC Podravka Vegeta mit 33:20 (14:11) und hatte damit einen mehr als erwartet starken Einstand in die Champions-League-Saison. Das Spiel war temposcharf und erst in der zweiten Hälfte konnte der Deutsche Meister seine physische Überlegenheit voll ausspielen. Einen Glanzpunkt der Partie setzte Jana Krause, die tolle Reaktionen zeigte und fünf (!!) gegnerischen Strafwürfen den Weg ins Tor verwehrte. Die meisten Treffer erzielten Nadja Nadgornaja (9) und Katrin Engel (9) für den Thüringer HC, für die Gäste war Mannschaftskapitän Miranda Tatari sechs Mal erfolgreich.

Die ersten beiden Angriffe brachten keinem Team einen Treffer – aber die agile Miranda Tatari hatte mit ihren Aktionen blitzschnell Danick Snelder zur ersten gelben Karte der Partie verholfen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Fünf Angriffe – fünf Treffer. Zweimal Nadja Nadgornaja, dann Danick Snelder brachten den Thüringer HC nach vorn. Die Abwehr hatte sich auf die schnell und druckvoll spielenden Gäste eingestellt und bis zur 9. Minute musste Jana Krause nur zweimal hinter sich greifen (5:2 – 9. Min). Podravka reagierte mit einem Wechsel auf der Regieposition – für Miranda Tatari spielte jetzt Kristina Elez und konnte neue Akzente setzen. Nach einem Pfostentreffer von Kerstin Wohlbold entnervte Jana Krause die Rückraumrechte Jelena Zivkovic mit einem gefangenen Fernwurf, doch Podravka bot weiter höchsten Angriffsdruck und konnte nach Zeitstrafe von Kerstin Wohlbold durch zwei Gästetreffer erstmalig in Führung gehen (7:6 – 17. Min).

Herbert Müller nahm die Auszeit und begann mit einer seit August einstudierten Variante. Er verpasste Kerstin Wohlbold das Trikot mit dem „Rückenloch“. Damit begann die erste Wende in einer schwierigen Spielphase. Die „7-gegen-6-Überzahl“ mit leerem Tor brachte Erfolg. Nadja Nadgornaja schaffte wieder den Ausgleich, im nächsten Angriff war Jana Krause nach schnellem Wechsel mit Kerstin Wohlbold zur Stelle und hielt. Im nächsten Angriff war die Not groß, aber der schnelle Wechsel war noch einmal erfolgreich – Jana Krause fing nach Ballverlust ihrer Angriffskolleginnen den langen Ball der schon im Tor schien, vor der Torlinie im Sprung ab.

Bis zum 8:8 konnten die Gäste stets ausgleichen – dem Thüringer HC gelangen drei schöne Tore zum 11:8. In dieser Phase fand doch ein langer Wurf den Weg ins THC-Tor. Jana Krause war machtlos – in der Folge war sie aber bei Strafwürfen hellwach. Erst hypnotisierte sie Jelena Trifunovic , kurz darauf scheiterte auch Kristina Elez an der THC-Torhüterin.

Nun folgte eine Phase mit Fehlern im THC-Angriff und Podravka kam wieder heran (12:11 – 28. Min). Doch dann brachten zwei schöne Treffer von Danick Snelder kurz vor dem Halbzeitpfiff den Thüringerinnen einen verdienten 14:11 Halbzeitstand.

Das erste Tor der zweiten Halbzeit gehörte Podravka, doch danach drehte der Thüringer HC so richtig auf. Die gesamte Mannschaft zeigte sich vorn treffsicher und die Abwehr stand stabil und sicher. Jana Krause stach aus der starken Teamleistung heraus. In der 34. Minute entschärfte sie den dritten Strafwurf und das war gleichzeitig der Weckruf für das Davonziehen des Thüringer HC. Kerstin Wohlbold setzte sich im Gegenzug schön im 1-gegen-1 durch und netzte zum 17:12 ein. Katrin Engel erhöhte wenig später per Strafwurf zum 18:12. Das kroatische Team verzweifelte zudem an der Abwehr des deutschen Meisters. Kam doch mal ein Ball durch, zeigte Torhüterin Jana Krause aus dem Spiel heraus reihenweise Glanztaten. In der Mitte der zweiten Halbzeit stieg Nadja Nadgornaja mehrmals aus der Ferne nach oben und versenkte den Ball mit ihrem Hammer im gegnerischen Tor, wie zum 26:16. Damit war der Vorsprung erstmals auf zehn Tore angewachsen, von so einem Ergebnis hat wohl vorher keiner zu träumen gewagt. Wenige Sekunden später erhielt das gegnerische Team seinen sechsten Strafwurf und THC-Torhüterin Jana Krause ging zum fünften Mal als Sieger aus dem Duell hervor. In den letzten Minuten zeigten die THC-Damen noch Handball für das Auge. So gelang z.B. eine Ballstafette durch Lydia Jakubisova und Svenja Huber, die Danick Snelder mit sehenswertem Dreher abschloss. In der 60. Minute kassierte Podravka die zweite Rote Karte. Jelena Trifunovic erhielt zum dritten Mal zwei Minuten. Zuvor hatte schon Jelena Zivkovic rot gesehen, nachdem sie Kreisspielerin Danick Snelder unsportlich gefoult hatte. Der Thüringer HC siegte schlussendlich völlig verdient mit 33:20 und feierte einen in dieser Höhe nicht für möglich gehaltenen Heimsieg.

Stimmen zum Spiel:

Miranda Tatari (Podravka): „Der Thüringer HC hat ein perfektes Spiel abgeliefert. Die Atmosphäre in der Halle war großartig.“

Herbert Müller (Thüringer HC): „Meine Mannschaft hat ein fast perfektes Spiel gemacht. Die ganze Mannschaft war super, aber trotzdem muss ich extra Jana Krause hervorheben. Dieses Spiel wollten wir unbedingt gewinnen, um die Chance auf die Hauptrunde zu wahren. Die heutige Leistung war Champions Handball auf höchstem Niveau. Die anderen beiden Teams sind unerreichbar, obwohl …“

Maike Schmelzer (Thüringer HC): „Einfach toll, toll, toll. Super Atmosphäre und ein tolles Ergebnis für das erste Mal.“

Statistik:

Thüringer HC: Jana Krause, Dinah Eckerle; Nadja Nadgornaja (9), Franziska Fuhrmann, Meike Schmelzer (3), Danick Snelder (5), Katrin Engel (9), Marieke Blase, Franziska Mietzner, Lydia Jakubisova, Svenja Huber (5), Kerstin Wohlbold (2)

HC Podravka Vegeta Antonia Jukic, Andreja Covic (1), Ana Niksic (1), Sara Senvald, Jelena Zivkovic (1), Dragica Dzono (1), Ekatarina Nemaskalo (5), Ivana Kapitanovic, Ivana Dragisic, Marijeta Vidak, Mirjana Milenkovic, Antonia Oremovic, Ana Marija Maljak, Miranda Tatari (6), Jelena Trifunovic (3), Kristina Elez (2)

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