Herbert Müller: „Titelchance bei nur einem Prozent“


Herbert Müller - Thüringer HC - Foto: Hans-Joachim Steinbach
Herbert Müller – Thüringer HC – Foto: Hans-Joachim Steinbach

Handball Bundesliga, 26. Spieltag: Vor dem DHB Pokal Final4 gibt es noch das letzte Bundesliga-Heimspiel des Thüringer HC gegen die HSG Bad Wildungen Vipers und anschließend eine emotionale Saison-Abschlussfeier, auf der zahlreiche THC-Spielerinnen aus dem Kader verabschiedet werden.

Die THC-Fans sind aufgerufen, in die Nordhäuser Wiedigsburghalle zu kommen – in Rot. Wer in Rot kommt, bekommt Freibier, denn eine imposante „Rote Wand“ soll den feierlichen äußeren Rahmen für diesen Saison-Abschluss bilden.

16.05.2019 – PM THC / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga, 26. Spieltag: Rückblick

Das war für Herbert Müller ein „meisterlicher Auftritt“, mit plus zehn in Metzingen zu gewinnen, das gelingt auch dem Thüringer HC nicht alle Tage. Doch diese Spitzenspiele, das sind nach Herbert Müller, „die Spiele, auf die wir die ganze Saison über hinfiebern“. Es war die erwartete spannende, schnelle Begegnung zwischen zwei Spitzenmannschaften. In der Anfangsphase hat der Meister zwar schon ein paar Würfe liegen gelassen und Nationaltorhüterin Isabell Roch konnte sich auszeichnen. Aber dann hat die Mannschaft den Matchplan von Herbert Müller immer besser umgesetzt. „Schon vor dem Spiel habe ich meinen jungen Rückraumspielerinnen Emily Bölk und Alicia Stolle gesagt, dass ich heute von ihnen Präsenz erwarte, dass sie sich zeigen müssen“, sagte Herbert Müller. Das haben sie richtig gut gemacht, sowohl in der Abwehr wie auch im Angriff und dass über 60 Minuten. Schließlich war diese Präsenz in allen Mannschaftsteilen der Schlüssel zum Erfolg. Für Herbert Müller war es die beste Saisonleistung. Der THC-Trainer verteilte Komplimente an die Fans der Pink-Ladies, „so, wie sie Ina Großmann begrüßt und bejubelt haben, alle Achtung“, sagte Herbert Müller.

Zum Spiel:

Er wird ein wenig wehmütig, wenn er konstatiert, dass man am Ende mit wohl 25 Siegen aus 26 Spielen, der wohl beste Vize aller Zeiten ist. „Ein Titel, auf den ich gern verzichten würde“ sagte Herbert Müller und gibt für den letzten Spieltag die Order aus, auf Sieg zu spielen, auch wenn die Titelchance bei nur einem Prozent liegt. Es wäre nicht Müller, wenn er nicht bis zum Schluss volle Konzentration fordern würde. Das Team freut sich besonders auf den letzten Spieltag.

Eine Woche vor dem Olymp Final4, wo es für den Thüringer HC um einen Titel geht, will die Mannschaft noch einmal Zeichen setzen. Es geht gegen die Vipers aus Bad Wildungen, einer Mannschaft, deren Platz 11 feststeht. Sie haben in dieser Saison einen neuen Punkterekord erzielt und hatten nichts mit dem Abstieg zu tun. Mit Tessa Bremmer als Trainerin empfängt Herbert Müller eine lieb gewonnene Kollegin. Bad Wildungen hat im Vorjahr sogar den Thüringer HC zuhause besiegt, der einzige Sieg in bisher 15 Vergleichen. Das zeigt, sie sind immer für eine Überraschung gut. Mit Anouk Nieuwenweg und Sabine Heusdens haben sie gleich zwei der besten Werferinnen der Liga in ihren Reihen. Gegen die Nationaltorhüterin der Schweiz, Manuela Brütsch, muss man sehr konzentriert werfen. Das Spiel gegen die Nachbarn aus Hessen wird bestimmt kein Selbstläufer.

Der Thüringer HC ist Favorit und will dieses letzte Match gewinnen. Daran schließt sich eine emotionale Feier mit zahlreichen Verabschiedungen an. Darunter sehr verdiente, langjährige Akteurinnen, wie Kerstin Wohlbold und Jana Krause. Die Saisonplanung mit dem Olymp FINAL4 und der sich daran anschließenden WM–Qualifikation, lässt keine Zeit für später. Die THC-Frauen Emily Bölk, Ina Großmann, Meike Schmelzer und Alicia Stolle spielen für Deutschland gegen Kroatien und Herbert Müller trifft mit der österreichischen Nationalmannschaft auf Ungarn. Die Urlaubszeit danach ist relativ kurz. Schon am 8. Juli beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison.

Zum Kader:

Zuletzt gab es wieder ein paar Blessuren. Iveta Luzumova hat eine Schulterprellung, Emily Bölk klagte über muskuläre Probleme. Lydia Jakubisova ist erst einmal ganz draußen. Sie konnte wegen Knieproblemen nicht in Metzingen auflaufen und in dieser Woche nicht trainieren. Ansonsten tritt die Mannschaft wie zuletzt an. Ein besonderer Dank geht an Nina Müller. Wer genau hingesehen hat, sah sie in Metzingen auf Rechtsaußen, im Rückraum links, am Kreis und im Mittelblock, universell eingesetzt.


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