Handball EM 2020: Deutschland mit Team-Black-Out gegen Spanien


Handball EM Deutschland DHB Männer Nationalmannschaft: Hinten von links: Physiotherapeut Reinhold Roth, Physiotherapeut Sven Raab, Jannik Kohlbacher, Patrick Wiencek, Finn Lemke, Steffen Fäth, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold, Teammanager Oliver Roggisch. Mitte: Teamarzt Dr. Kurt Steuer, Fabian Wiede, Niclas Pieczkowski, Tim Suton, Franz Semper, Fabian Böhm, Martin Strobel, Christian Prokop. Unten: Teamkoordinator Volker Schurr, Patrick Groetzki, Tobias Reichmann, Silvio Heinevetter, Dario Quenstedt, Andreas Wolff, Matthias Musche, Uwe Gensheimer, Co-Trainer Alexander Haase. Foto: Sascha Klahn/DHB
Handball EM Deutschland DHB Männer Nationalmannschaft: Hinten von links: Physiotherapeut Reinhold Roth, Physiotherapeut Sven Raab, Jannik Kohlbacher, Patrick Wiencek, Finn Lemke, Steffen Fäth, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold, Teammanager Oliver Roggisch. Mitte: Teamarzt Dr. Kurt Steuer, Fabian Wiede, Niclas Pieczkowski, Tim Suton, Franz Semper, Fabian Böhm, Martin Strobel, Christian Prokop. Unten: Teamkoordinator Volker Schurr, Patrick Groetzki, Tobias Reichmann, Silvio Heinevetter, Dario Quenstedt, Andreas Wolff, Matthias Musche, Uwe Gensheimer, Co-Trainer Alexander Haase. Foto: Sascha Klahn/DHB

Handball EM 2020Deutschland erhielt eine sportliche Lehrstunde bei der 26:33 (11:14) Niederlage gegen Titelverteidiger Spanien.

Christian Prokop „Wir können alle rechnen.“

Deutschlands Handballer in Qualitäts-Nöten

Das Prokop Dilemma: Anspruch und Wirklichkeit. „Womit schaffen wir es jetzt?“

Die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop konnte zu keiner Spielzeit die Spiel-Kontrolle übernehmen und brach in der zweiten Halbzeit mit Team-Black-Out vollständig auseinander. Eine schwache Abwehr- und Angriffs-Leistung, wenig Leidenschaft und mentales Selbstbewusstsein und das spielerische Versagen, den eigenen Matchplan gegen ein spanisches Team umzusetzen, das in bekannter Art und Weise auf der Platte agierte, waren die Ursachen der vernichtenden Niederlage.

Das spanische Team von Chefcoach Jordi Ribera hat mit diesem klaren Schlüssel-Match-Erfolg auch durch die hohe Tordifferenz eine sehr gute Ausgangsposition im Kampf um das Halbfinale.

Zum „Man of the Match“ wurde Spaniens Torhüter Gonzalo Perez de Vargas (12 Paraden incl. 3 Siebenmeter) gewählt. Im Vergleich: Andreas Wolff (1) und Johannes Bitter (6).

Handball der Extraklasse bei der 14. Handball Europameisterschaft (EHF EURO) der Männer vom 9. bis 26. Januar 2020 in Schweden, Norwegen und Österreich.

Frank Zepp - Handball EHF EURO 2018 Frankreich - AccorHotels Arena Paris - Foto: Joachim Schütz (http://www.stregspiller.com)
Frank Zepp – Foto: Joachim Schütz

SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp berichtet live von der Hauptrunde aus der Stadthalle in Wien sowie den Halbfinals und dem großen Finale (24. bis 26. Januar) aus der Tele 2 Arena in Stockholm – dem Fußball-Stadion mit einer Kapazität von 22.000 Zuschauern.

Handball EM 2020: SPORT4FINAL LIVE

11.01.2020 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball EM 2020 EHF EURO: Deutschland mit äußerst schwachen 15 Minuten bis zum 10:4. Im Angriff keine Rezepte gegen die erwartete offensive spanische Abwehr und hinten durchlässig in der Abwehr mit einer Parade von Wolff bis zu seiner Auswechslung in der 12. Minute. Dann stellte Bundestrainer Prokop die Deckung auf 5:1 mit Pekeler auf der Spitze um und das deutsche Angriffsspiel kam besser in Schwung – auch dank der schweizerischen Schiedsrichter, die spanische Fouls härter und öfter bestraften.

Die DHB-Auswahl hatte beim 10:9 die Ausgleichs-Chance, doch einen technischen Fehler im Angriff bestrafte Alex Dujshebaev per Gegenstoß zum 11:9 (22.). Spanien fing sich wieder und erhöhte den Vorsprung bis zur Pause. Das Team von Jordi Ribera hatte klare Vorteile auf der Torhüter-Position und im Antizipieren bei den entscheidenden Spielhandlungen. Deutschlands Kapitän Gensheimer scheiterte wiederum mit zwei Strafwürfen am spanischen Keeper Perez de Vargas. Torhüter 7:5 Paraden. Gegenstoß-Tore 3:1. Technische Fehler 6:6. Strafminuten 6:4. Fehlwürfe (am Tor vorbei) 0:4.

In der zweiten Halbzeit kam es ganz bitter für die deutsche Mannschaft. Wiederum Stotter-Start bis zum 18:13 und kleine Aufholjagd bis zum 18:16. Aber dann brachen alle Dämme im Teamplay. Deutschland erhielt eine Lehrstunde von gut und sicher agierenden spanischen Spielern, die hoch konzentriert die schwache deutsche Deckung auseinander nahm. Die Rückraum-Schützen des Titelverteidigers konnten aus der Nahwurf-Zone ohne große Bedrängnis werfen.

Im deutschen Positionsangriff lief wenig zusammen – keine Struktur, kein Aufbäumen und kein Matchplan. Die Kampfbereitschaft und Leidenschaft fehlte aber auch in der DHB-Deckung. Spanien schaffte die erste 10-Tore-Führung bei 29:19 in der 51. Minute. In den letzten 4 Minuten konnte Deutschland noch auf sieben Treffer Rückstand die hoch verdiente Niederlage eingrenzen. Spanien war am Ende in allen sportlichen und mentalen Belangen der Prokop-Mannschaft überlegen. Deutschlands Kapitän Uwe Gensheimer kam in der zweiten Halbzeit nicht mehr zum Einsatz.

Stimmen (Quelle: ARD):

Christian Prokop: „Es war alles klar angesprochen. Aber es hängt von der Umsetzung ab. Wir gehen schlampig ins Spiel. Drei Siebenmeter die wir weg lassen. Am Ende hatten wir eine unterirdische Angriffseffektivität. Spanien in Top-Besetzung war uns überlegen. Sie hatten eine starke Torhüterleistung. Wir haben in der Abwehr incl. Torhüterleistung keine gute Leistung gebracht. Wir hatten ein positives Gefühl. Gegen Lettland liegt es an uns. Wir wollen das Hauptrunden-Ticket lösen.“

Johannes Bitter: „Es war kein gutes Spiel von uns. Wir kamen nicht in den Kampfmodus. Aber die Spanier haben mit ihrer Selbstsicherheit das Spiel in der zweiten Halbzeit bestimmt.“

Statistik: EHF EURO, Vorrunde, Gruppe C

Spanien vs. Deutschland 33:26 (14:11)

Man of the Match: Gonzalo Perez de Vargas

Spielfilm: 6:1 (10.), 10:4 (15.), 10:9 (21.), 11:9 (22.), 13:9 (26.), 14:11 (HZ) – 18:13 (36.), 18:16 (39.), 24:18 (44.), 29:19 (51.), 32:22 (56.), 33:26 (EST)

Beste Torschützen: A. Dujshebaev (7/7), Maqueda (4/5), Gomez (4/5) – Pekeler (5/5), Gensheimer (4/7), Häfner (3/8)

Wurfeffizienz: 77:59 Prozent

Torhüter: 12:7 Paraden – 32:18 Prozent

Gegenstoß-Tore (1. Welle): 5:5

Technische Fehler: 12:11

Strafminuten: 8:8

Zuschauer: 6.558 in Trondheim

Schiedsrichter: Arthur Brunner und Morad Salah (SUI)

Das Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft:

Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce/POL), Johannes Bitter (TVB Stuttgart)

Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Zieker (TVB Stuttgart)

Rückraum links: Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen)

Rückraum Mitte: Paul Drux (Füchse Berlin), Marian Michalczik (TSV GWD Minden)

Rückraum rechts: Kai Häfner (MT Melsungen), David Schmidt (TVB Stuttgart)

Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (TSV Hannover-Burgdorf)

Kreis: Hendrik Pekeler (THW Kiel), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel)

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