Jochen Schneider, Schalke 04, über zukünftige Transfer-Aktivitäten

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Jochen Schneider - Copyright: SPORT1
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Jochen Schneider erklärte in „Der CHECK24 Doppelpass“ die neue Sparsamkeit bei Schalke 04 und erteilte Transfers von Topspielern eine Absage.

Jochen Schneider, Sportvortand von Schalke 04, über zukünftige Transfer-Aktivitäten: „Wir müssen auf Spieler der Knappen-Schmiede setzen. Gestandene Topspieler werden wir uns nicht leisten können.“

05.07.2020 – PM Sport1 / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Jochen Schneider, Sportvortand von Schalke 04, äußerte sich in „Der CHECK24 Doppelpass“ auf SPORT1 über die sportliche Krise und die künftige finanzielle Ausrichtung der „Königblauen“. Außerdem sprach er über die Rückkehr von Mark Uth und Sebastian Rudy. SPORT1 Experte Stefan Effenberg ging nach dem DFB-Pokal-Finale auf die Situation von Bayern-Neuzugang Leroy Sane ein. Heidenheims Coach Frank Schmidt sprach in einer Liveschalte über die Relegation gegen Werder Bremen. Die wichtigsten Aussagen des „CHECK24 Doppelpass“.

Jochen Schneider (Sportvortand von Schalke 04):

… über Bayern-Zugang Leroy Sane: „Die Bayern haben in den letzten zehn, 20 Jahren immer gute Erfahrungen gemacht, wenn sie junge deutsche Spieler bis 24, 25 Jahren geholt haben. Er braucht keine Zeit, um sich zu akklimatisieren. Dieser Transfer wird funktionieren. Er hat einen Fünf-Jahresvertrag, bei den Bayern gibt es keine Ausstiegs-Klausel. Das ist der richtige Transfer.“

… über Schalkes Saison: „Wir haben nach Wiederbeginn des Spielbetriebs katastrophal gespielt. Der letzte Eindruck einer Saison bleibt hängen. Der ist miserabel. An Weihnachten waren wir mit diesen Spielern, diesem Trainer und diesem Umfeld Fünfter und nur drei Punkte hinter Bayern. Wir haben nicht so eine schlechte Mannschaft, wie sie zuletzt gespielt hat. Wir müssen die richtigen Schlüsse draus ziehen. Das haben wir getan.“

… über die Zukunft: „Wir müssen schauen, wie wir den Klub wieder ans Laufen kriegen. Ein Weiter so kann es nicht geben. Wir wollen wieder in ruhige Gewässer kommen, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Wir müssen einen Kader zusammenstellen, der auf unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten zugeschnitten ist.“

… über die Diskussion um die Fahrer der Jugend-Teams: „Wir suchen für jeden Einzelnen eine Lösung, haben sie zum Teil auch schon gefunden. Es ist aber auch so, dass der Fahrdienst von einem externen Dienstleister viel besser erledigt werden kann. Manche Fahrer haben ein Alter erreicht, wo ich sage, 13, 14-jährige Spieler sollten vielleicht besser von professionellen Fahrern gefahren werden. Sie haben einen Personenbeförderungsschein. Die Kommunikation war nicht gut und über das Timing könnte man streiten. Unsere Aufgabe als Manager ist es, Sachen zu ändern und auch unbequeme Entscheidungen zu treffen.“

… über die Finanzen: „Über viele Jahre wurden die hohen Ausgaben mit den entsprechenden Einnahmen wieder gerechtfertigt. Schalke hat die Verbindlichkeiten enorm reduziert, weil die sportlichen Erfolge da waren. Jetzt sind die ausgeblieben, das macht was mit deiner Einnahmeseite. Ich kann nicht ständig im Traumland leben. Transparenz kann aber nicht heißen, dass ich sämtliche Gehälter offen lege.“

… über Personalplanung: „Wir müssen auf Spieler der Knappen-Schmiede setzen, aber auch auf junge Spieler, die wir zum Verein dazu holen, wie einen Suat Serdar oder Kabak. Gestandene Spieler werden wir uns nicht leisten können. So offen müssen wir sein. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir nicht gegen den Abstieg spielen werden.“

… über den Abgang von Daniel Caligiuri: „Wir haben Daniel im Februar ein Angebot vorgelegt. Das hat er nicht angenommen. Dann brach die Corona Pandemie aus. Zu diesem Zeitpunkt mussten wir dann unter anderen Maßnahmen auch diese Gespräche stoppen und das Angebot zurück nehmen. Dann ist es auch legitim, dass er woanders unterschreibt und seine Karriere woanders fortsetzt.“

… über Trainer David Wagner: „Wir sind von seiner Arbeit überzeugt und haben in sieben Monaten gesehen, zu was wir im Stande sind. Wir spielen mit ihm diese Art von Fußball, die wir schon vor der Saison skizziert haben. Nach dieser Philosophie haben wir ihn geholt, so hat er in Huddersfield spielen lassen. Diese Art Fußball passt zu Schalke. Er kann Spieler führen und besser machen. Das hat er bei Harit und Kabak bewiesen. Wir hatten bis November eine überragende Innenverteidigung mit Stambouli und Bentaleb und einen überragenden Torwart mit Alexander Nübel. Diese drei Spieler sind uns dann weggebrochen. Diese Negativserie nach Corona haben auch mit dem Trainer etwas gemacht.“

… über die vielen Verletzten: „Diese Vielzahl an Verletzungen können wir uns nicht leisten. Deshalb haben wir in diesem Bereich auch massive Änderungen vorgenommen. Das war nicht gut genug für die Bundesliga. Dafür machen die anderen den Job zu gut.“

… über die Mannschaft in der nächsten Saison: „Uth und Rudy kommen zurück. Das sind ja gestandene Bundesliga-Spieler, die das Gerüst in der Mannschaft bilden. Damit planen wir. Bei Bentaleb müssen wir sehen, ob Newcastle die Option zieht. Ich will aber nicht weiter in die Verschuldung gehen. Wir können die PS, wie sie Leverkusen teilweise auch auf der Bank hat, gar nicht auf die Straße bringen. Denn viel Kapital ist auch an Spieler gebunden, die wir verliehen haben. Wenn wir junge gute Spieler holen können, dann können wir auch eine gute Mannschaft aufs Feld führen. Dazu haben wir eine der besten Nachwuchs-Akademien in Deutschland, wenn nicht in Europa. Norbert Elgert ist einer der besten Ausbilder, die es gibt. Wir müssen aber auch für 16, 17-Jährige Geld in die Hand nehmen.“

… über Probleme durch Corona: „Die Phase ist nach wie vor schwierig. Wir verlieren bei jedem Heimspiel ohne Zuschauer zwischen 2 und 2,5 Millionen EUR. Wir haben dank des guten Konzepts der DFL die Saison zu Ende bringen können. Wir wissen aber noch nicht, was im Herbst passieren wird, wann wieder mit Zuschauern gespielt werden kann. Wir werden aber etwas konzipieren können, was zu Schalke 04 passt.“

… über den Verlust vieler Talente in den letzten Jahren: „Jeder Spieler ist ein Einzelfall. Da gab es Gründe, warum er gewechselt ist. Leider ist die Zahl der Spieler, die Schalke ablösefrei verlassen hat, extrem hoch. Wir wollen gar nicht hoch rechnen, welche Beträge zu erzielen gewesen wären, wenn sie noch etwas länger geblieben wären. Natürlich muss es das Ziel sein, selbst ausgebildete Spieler möglichst lange zu halten.“

… über eine mögliche Ausgliederung der Profi-Abteilung: „Da sind wir aufgefordert, uns Gedanken zu machen, ein Modell zu entwickeln. Vielleicht finden wir etwas, was die Schalker Seele trifft, was keine Kopie von anderen Vereinen ist. Am Ende entscheidet allein der Souverän: Die Mitgliederversammlung.“

Frank Schmidt (Trainer des 1. FC Heidenheim):

… über die Relegation: „Wir wollten in Bremen ein Ergebnis erreichen, das uns noch an die Chance glauben lässt. Mit dem 0:0 haben wir definitiv die Chance. Natürlich ist mir bewusst, dass momentan von einem 0:0 mit dem Sieger Bremen gesprochen wird. Aber es ist alles offen. Wir freuen uns tierisch auf das Spiel.

… über die Euphorie in Heidenheim: „Das kann ich nicht beurteilen, ich bin hier quasi in einer Quarantäne. Ich bin seit Wochen nicht mehr in der Stadt unterwegs gewesen. Aber ich glaube, gerade mit dem Ergebnis in Bremen sind ein paar Fans aufgewacht und glauben jetzt wirklich daran, dass die Sensation erreicht werden kann. Ich bin mir sicher, dass in Heidenheim morgen jeder dabei sein wird. Nicht im Stadion, aber vor dem Fernseher.“

SPORT1 Experte Stefan Effenberg:

… über Leroy Sane: „Er ist ein herausragender Spieler. Das ist keine Frage. Die Bayern bestätigen ja, dass es ihr Königstransfer ist. Man darf jetzt aber auch nicht zu viel Druck auf seinen Schultern abladen. Denn er braucht nach seiner schweren Verletzung Zeit, um wieder bei 100 Prozent zu sein. Ich freue mich auf den Jungen.“

… über Schalke: „Für mich bedeutet das, dass es für Schalke aufgrund der finanziellen Situation in Zukunft unwahrscheinlich schwer sein wird, gestandene Topspieler zu holen. Die Spieler und Berater sehen ja auch, dass es leider Gottes auf Schalke viele Baustellen gibt. Es besteht die Gefahr, dass es in den nächsten Jahren gegen den Abstieg geht. Ich würde es sympathisch finden, wenn Schalke auf junge Spieler setzt. Man braucht eine Achse aus erfahrenen Spielern, um die Liga zu halten. Aber die jungen Spieler laufen Gefahr, dass ihn das auch passieren kann, was Nübel passiert ist.“

Thomas Berthold (Weltmeister von 1990):

… über Leroy Sane: „Gebt dem Jungen Zeit, er kommt von einer schweren Verletzung und muss erst wieder Spielpraxis sammeln. Auf der anderen Seite haben sie natürlich auch Coman. Da sind sie schon sehr gut aufgestellt.“

über David Alaba: „Wenn ich Trainer wäre und so einen Spieler behalten wollte, würde ich ihn auch zehnmal umarmen. Es wird eine enge und zähe Geschichte, auch aufgrund des Berater-Wechsels. Der neue Berater ist nicht gerade bekannt dafür, dass er ein einfacher Verhandlungspartner ist. Meine Tendenz ist 60:40, dass er bleibt. Woanders müsste er sich wieder alles von Null erarbeiten, in München hat er sein Standing.“

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