Deutschland bestand Benchmark-Test Niederlande nicht. Löw bleibt Fehlbesetzung


Joachim Löw bleibt dem DFB treu - Vertragsverlängerung Deutschland bis 2018 – Foto aus März 2015 - Foto: Getty Images
Joachim Löw bleibt dem DFB treu – Vertragsverlängerung Deutschland bis 2018 – Foto aus März 2015 – Foto: Getty Images

Deutschlands Männer-Fußball bleibt mittelklassig. Der Weg in die absolute Weltspitze ist lang.

Dies bewiesen wieder die Benchmark-Spiele gegen die Niederlande in der Qualifikation für die Fußball EM 2020. Aus Redaktions-Sicht ist Bundestrainer Joachim Löw weiterhin die Fehlbesetzung des deutschen Teams.

Ein Kommentar von SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp.

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07.09.2019 – SPORT4FINAL TIME / Frank Zepp:

Deutschland mit seinen führenden Fußball-Repräsentanten Oliver Bierhoff und Joachim Löw wähnten sich bereits auf einem guten Entwicklungsweg der Kicker. Nun ist dies, wie alles im Leben, eine Frage der Ansicht und des Maßstab-Denkens. Benchmark im Welt-Fußball sind sicherlich die Halbfinalisten der letzten Fußball WM 2018 in Russland: Weltmeister Frankreich, Kroatien, Belgien und England. Die Niederlande selbst gehört auch noch lange nicht wieder zur absoluten Weltspitze, auch wenn deren Weg dorthin kürzer als der der deutschen Elite-Kicker aktuell ist.

Deutschland gewann glücklich das Hinspiel in der EURO-Qualifikation in Holland durch einen Treffer von Schulz in der letzten Minute der Nachspielzeit mit 3:2 in Amsterdam. Gestern bei der 2:4-Benchmark-Niederlage fehlten dem deutschen Team nicht das Glück (siehe Hand-Elfmeter) sondern die Qualität und Performance im gesamten Team. Der deutsche Fußball besitzt leider derzeit keine Fußballer, die im Weltmaßstab zu den Besten gehören. Nur Barcelonas Keeper Marc-Andre ter Stegen schaffte es in allen Kategorien als einziger Deutscher für die Wahl zum FIFA Welt-Torhüter unter die drei besten seiner Zunft. Nebenbei gesagt: Bei den Trainer ist natürlich Jürgen Klopp (FC Liverpool) nominiert.

Ter Stegen ist auch ein gutes Beispiel für die qualitative Leistungs-Einschätzung von Spielern durch den Bundestrainer, der im Kasten weiterhin Nibelungen-Treue zu Kapitän Manuel Neuer (Bayern München) hält, obwohl dieser nach Ansicht vieler Experten aktuell, und dies schon mindestens seit einem Jahr, schwächer als ter Stegen ist.

Die Ausgewechselten der zweiten Halbzeit, Marco Reus (Borussia Dortmund) und Timo Werner (RB Leipzig), brachten ihre guten Bundesliga-Leistungen auch nicht auf den grünen Rasen. Beide laufen schon immer in der Nationalmannschaft den Vorschuss-Lorbeeren der Vereins-Leistungen hinterher. Dass Timo Werner nicht von Bayern München vor der Saison verpflichtet wurde, liegt auch auf der Hand: Er ist mit 23 Jahren einfach noch kein Stürmer mit Weltklasse-Format, der mit Robert Lewandowski oder Harry Kane konkurrieren kann. Vielleicht kommt ja Werner in der diesjährigen Champions-League-Saison entwicklungsmäßig weiter voran, um nicht nur vom Gehalt ganz oben in der Stürmer-Hierarchie anklopfen zu können.

Bundestrainer Joachim Löw bleibt der größte Wackel-Kandidat des DFB-Teams. Nach WM-Titel 2014 und der größten Schmach und Krise vor, während und nach der Weltmeisterschaft 2018 hält sich der Bundestrainer dank großzügiger Unterstützung des ehemaligen DFB-Präsidenten Grindel sowie seines Fürsprechers Oliver Bierhoff weiter sicher im Amt. Löw will es scheinbar noch einmal allen beweisen, dass er mit seiner nun verkündeten Lernfähigkeit den deutschen Fußball wieder in die absolute Weltspitze führen kann. Ein personeller Trainer-Neuanfang wurde vom DFB 2018 nicht eingeschlagen.

Nun muss Deutschland mit Löw bei der Europameisterschaft 2020 Erfolg abliefern. Dieser heißt mindestens Halbfinale. Ob der Bundestrainer bis dahin die entwicklungsfähigen deutschen Spieler zur echten Team-Einheit mit Qualität, Mentalität und Demut schweißen kann, möchte ich weiterhin bezweifeln. Die klare Niederlage gegen die Niederlande und der spielerische Einbruch nach der Pause, in der ja Löw die Mannschaft in der Kabine hatte, stimmen wenig optimistisch. Denn bei der EURO 2020 ist Spitzenleistung gefragt. Da heißen die Gegner auf jeden Fall wieder, angefangen von Weltmeister Frankreich über die genannten WM-Top-Teams sowie Italien und Titelverteidiger Portugal. Zudem sind einige andere Titel-Mit-Favoriten noch im Rennen. 2020 bedeutet dann auch für Joachim Löw „Sekt oder Selters“ und den Nachweis von Trainer-Qualität höchster Güte, die der Bundestrainer aus meiner Sicht nicht mehr besitzt. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.


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