DFB-Pokal: „Dynamo is back“ – Leidenschaft und Teamkompaktheit bezwingen verdient Champions-League-Teilnehmer Schalke 04

19.08.2014 – SPORT4Final:

DFB-Pokal – 1. Hauptrunde

SG Dynamo Dresden vs. FC Schalke 04  2:1 (1:0) vor 29.500 Zuschauern in Dresden

Es berichtet SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp.

Pokal-Tage (Abende) wie diese in Fußball-Dresden werden lange in Erinnerung bleiben. Fans, Dynamo-Verantwortliche und Berichterstatter sollten sie so lange wie möglich genießen. Nach einjähriger DFB-Pokal-Disziplinar-Abstinenz meldete sich Dynamo Dresden in beeindruckender Art und Weise gegen den Erstligisten und Champions-League-Teilnehmer FC Schalke 04 zurück. Mit einer Pokal-Sensation!

Dresdens Sportchef Ralf Minge vor dem Spiel gefragt, wie groß denn die Pokal-Spannung und mentale Anspannung bei ihm sei, konterte Minge gegenüber dem Reporter mit „Understatement“: „Völlig normal, nicht größer als sonst und die Vergangenheit spiele keine Rolle mehr.“ Hellseherische Fähigkeiten hätte man ihm nach dem Match bescheinigen können …

DFB-Pokal: „Dynamo is back“ – Leidenschaft und Teamkompaktheit bezwingen verdient Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 - Foto: SPORT4Final
DFB-Pokal: „Dynamo is back“ – Leidenschaft und Teamkompaktheit bezwingen verdient Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 – Foto: SPORT4Final

Nicht übertrieben ist, dass Dresden über siebzig Minuten das bessere Team war und am Ende völlig verdient gegen schwache, indisponierte, sich blamierende Schalker gewann. Gäste-Trainer Jens Keller sprach in der Pressekonferenz von fünf oder sechs Spielern als Totalausfälle, die jede Leidenschaft und Kampfgeist sowie spielerische Klasse vermissen ließen. Dresdens Cheftrainer Stefan Böger hingegen hob die klasse Teamleistung hervor, bei der seine Mannschaft teilweise über die Grenzen ging. Aus neutraler Sicht wirkte der Gastgeber kompakt mit Spielsystem und aus einer Konterstellung über die schnellen Offensivspieler kreuzgefährlich. Auch in der Qualität der wenigen Torchancen mit einem Übergewicht ausgestattet, hätte Dynamo Dresden in der 76. Minute bei einer riesen Kontermöglichkeit über Marvin Stefaniak und Luca Dürholtz den Sack zum 3:0 zumachen können. Zwei Minuten später fiel Schalkes Anschlusstreffer nach einem Kopfball von Joel Matip.

Dynamos Führung in Hälfte eins nach einem Foulelfmeter durch Justin Eilers (24.) baute Nils Teixeira durch einen technisch perfekten Außenristschuss (49.) aus. SPORT4Finals „Man of the match“ Stefaniak sprintete über links Höger davon, Matip patzte bei der Flanke und Dürholtz‘ Querpass landete bei Teixeira – symptomatisch für die konsequenten, pfeilschnellen Dresdner Gegenstöße nach schnellem Umschaltspiel.

Auch ohne spielerische Linie machte Schalke in der Schlussviertelstunde mit der Einwechslung des Weltmeisters Julian Draxler Druck (Freistoß 86. und Fernschuss 92.) auf Dynamos Tor. An diesem gebrauchten Fußball-Abend sollte dem Bundesligisten und Favoriten keine Spielwende mehr gelingen. Schalkes Ballbesitzstrategie ohne zündende Ideen und Spielstruktur vor dem finalen Pass in Dynamos Spielhälfte oder Strafraum waren einfach zu wenig für den Einzug in die zweite Pokal-Hauptrunde. Dynamos Fans waren im und vor dem Stadion der zwölfte Mann – Vorkommnis frei!  

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