RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick in „kicker.tv – Der Talk“ bei Eurosport

RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick: „Bei uns ist genau so viel Reißbrett im Spiel wie bei Borussia Dortmund!“

RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick in „kicker.tv – Der Talk“ bei Eurosport - Quelle: „kicker.tv – Der Talk“ bei Eurosport
RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick in „kicker.tv – Der Talk“ bei Eurosport – Quelle: „kicker.tv – Der Talk“ bei Eurosport

Bei keinem anderen Klub gehen die Meinungen so stark auseinander wie bei RB Leipzig. Bereichert er die Bundesliga, oder bedeutet der Einzug ins Oberhaus das Ende der Chancengleichheit? RB-Sportdirektor Ralf Rangnick stellte sich am heutigen Montag bei „kicker.tv – Der Talk“ in der Diskussionsrunde mit Katja Kraus (ehemaliges HSV-Vorstandsmitglied), Jan-Henrik Gruszecki (Filmemacher, Borussia-Dortmund-Ultra) und Oliver Hartmann (Leipzig-Experte des kicker) der Leipzig-Debatte.

22.08.2016 – PM DISCOVERY / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick über den Bullenkopf-Wurf beim RB-Pokalspiel bei Dynamo Dresden: „Die eigentliche Frage, die sich ja stellt bei so einem Hochsicherheitsspiel, ist, wie jemand oder mehrere Leute mit einem Bullenkopf ins Stadion kommen? Die Frage hat bisher noch niemand gestellt. Da ist es hinterher auch schwierig mit einer Entschuldigung.“

Ralf Rangnick über die Werbewirksamkeit von Red Bull mit dem Fußballengagement in Leipzig: „Wenn jetzt eingefleischte Fans der Traditionsklubs beschließen würden, wir trinken aus Protest kein Red Bull mehr, dann wäre es ja noch logisch. Ich wage aber zu bezweifeln, dass dies so ist. Das stelle ich einfach mal so in Frage. Ich glaube, dass es speziell innerhalb Deutschlands sogar eher marketingschädlich wäre oder schädlich ist, dass sich Red Bull im Fußball engagiert.“

Ralf Rangnick über den Einfluss von Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz und die Gefahr eines spontanen Ende seines Engagements: „Wir haben einen langfristigen Mietvertrag mit dem Stadionbetreiber und es ist eben nicht Herr Mateschitz, der der Sponsor ist. Dies ist auch der große Unterschied zu Hoffenheim und zu Dietmar Hopp. Es ist ein Konzern, der dahinter steht, der den Verein sponsert. Deswegen ist es auch kein Projekt. Denn ein Projekt ist etwas zeitlich begrenztes. Mateschitz ist ins operative Geschäft nicht einmal im Ansatz involviert. Er ist nicht jemand, der sagt: Wir holen jetzt den Trainer oder diesen Spieler. Auch das kann man mit Hoffenheim nicht vergleichen.“

Ralf Rangnick über die finanziellen Möglichkeiten von RB Leipzig und selbst auferlegte Transfer-Grenzen: „Wir hatten Startvoraussetzungen, die andere waren. Das ist richtig. Aber wir sind jetzt auch aus diversen Transferverhandlungen ausgestiegen, weil wir ganz konsequent gesagt haben, das machen wir nicht. Weil wir uns auch selbst einen Salary Cap (englisch für Gehaltsobergrenze, Anm. d. Red.) auferlegt haben. Und es liegt nicht daran, dass wir diese Gehälter nicht zahlen könnten. Die könnten wir zahlen, aber wir wollen sie nicht zahlen, weil wir organisch wachsen wollen.“

Ralf Rangnick über die gescheiterten Verhandlungen mit Breel Embolo und Kevin Volland: „Wir sind zu einem bestimmten Zeitpunkt aus den Verhandlungen mit Breel Embolo ausgestiegen, obwohl wir schon das Gefühl hatten, dass der Spieler und vor allem auch seine Berater sehr gerne zu uns gekommen wären. Als dann aber andere Vereine noch mit aufgesprungen sind und das Ganze zu einer Art Monopoly wurde, dann haben wir gesagt, nein, da machen wir nicht mehr mit. Kevin Volland ist auch kein Geheimnis. Das wäre ein Spieler gewesen, der hervorragend zu uns gepasst hätte. Weil es auch für ihn der nächstmögliche gute Karriereschritt gewesen wäre. Aber da ging es dann eher um die Gehalts-Situation und da haben wir gesagt, das geht nicht, das wollen wir in dieser Dimension noch nicht machen.“

Ralf Rangnick über den Vergleich mit dem BVB und die Entwicklung von Borussia Dortmund: „Bei uns ist genau so viel Reißbrett im Spiel wie bei Borussia Dortmund. Es gab zwei entscheidende strategische Situationen, die dazu geführt haben, dass Dortmund zurzeit die Nummer zwei ist in Deutschland. Situation eins war, dass damals Herr Watzke und Herr Rauball gerade noch zum richtigen Zeitpunkt kamen, um den Patienten aus der Intensivstation rauszuholen. Die zweite strategische Entscheidung, die dazu geführt hat, dass sie jetzt dort sind, wo sie sind, war die Verpflichtung von Jürgen Klopp. Und seitdem ist bei uns genauso viel, im positiven Sinn, am Reißbrett gearbeitet worden wie beim BVB. Da gehört auch die Verpflichtung von Thomas Tuchel dazu. Nämlich mit Hirn und Verstand und mit guten Transfers.“

Ralf Rangnick über den Wechsel von Mario Gomez nach Wolfsburg: „Nehmen wir den aktuellen Transfer von Mario Gomez zum VfL Wolfsburg. Das hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Ich schätze Mario sehr. Ich habe nicht umsonst nach der Euro gesagt, dass er in der Form seines Lebens ist. Aber er ist jetzt 31 Jahre alt. Er hat auch, was man so hört, Ablöse gekostet und ich kenne auch ungefähr seine Gehaltsregionen. Das kann man machen, wenn man den Erfolg für die nächsten zwei Jahre sieht. Aber mit Nachhaltigkeit hat das nicht so viel zu tun. Ich kritisiere das aber nicht, weil das jeder Verein für sich selbst entscheiden muss. Unser Weg ist ein anderer. Wenn wir eine Ablösesumme für einen Spieler ausgeben, und noch dazu eine hohe, dann machen wir es nur, wenn wir uns versprechen, dass der Spieler über die Entwicklung mit uns noch weiter an Marktwert gewinnt!“

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