Fussball EM 2016: Wie ist der Fußball versichert?

Deutschland im Fussball EM Fieber.

Public-Viewing, Autokorsos und Emotionen: Der Profifußball ist nicht nur ein Milliardengeschäft, sondern birgt auch seine Gefahren. Hooligans, Spielausfall oder Zusammenbruch der TV-Übertragung? All das kann man versichern, verraten die Experten des Versicherungsportals Knip.de.

Fussball EM 2016 im Fokus: Wie ist der Fußball versichert? - Foto: „Knip.de“
Fussball EM 2016 im Fokus: Wie ist der Fußball versichert? – Foto: „Knip.de“

13.06.2016 – PM Knip.de / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Im Profifußball ist im Prinzip alles versicherbar: Ob Aufstieg, Abstieg, Verletzungen, Sportinvalidität oder das Verpassen eines internationalen Wettbewerbs. Aus gutem Grund: Mit rund 3 Verletzungen pro Person und Jahr gehört Profifußball zu den gefährlichsten Berufssportarten in Deutschland. Höher ist das Verletzungsrisiko nur beim Eishockey. Dementsprechend wichtig ist ein passender Versicherungsschutz, sowohl für den Verein, als auch für die Spieler selbst.

Die Hooligan-Versicherung

Ein chinesischer Versicherer bot zur letzten Weltmeisterschaft einen umfassenden Versicherungsschutz für alle „Nebenwirkungen” des Turniers an. Verängstigte Fans konnten sich gegen drohende Prügel von wild geworden Hooligans absichern. Der Versicherer aus Fernost bot sogar eine sogenannte „Overdrinking-Versicherung” an, für etwaige ambulante Kosten durch zu starken Alkoholgenuss. Ein Wiener Versicherungsunternehmen hingegen schlug seinen Kunden zur Europameisterschaft 2008 einen Vandalismus-Versicherungsschutz vor.

Die TV-Ausfall-Versicherung

Vielen Fußball-Fans ist die Übertragungspanne beim Halbfinale der Europameisterschaft 2008 zwischen Deutschland und der Türkei sicherlich noch in Erinnerung. Rund 29,54 Millionen Zuschauer sahen eine dramatische Partie, bei der es zu einer 18-minütigen Unterbrechung des Fernsehbildes kam. Für Fans ärgerlich, für die Verantwortlichen hätte es ohne eine Sendeausfallversicherung sicherlich noch ärgerlicher und vor allem teurer werden können, beispielsweise wegen Werbeverträgen, die nicht eingehalten werden konnten.

Die Prize-Idemnity-Versicherung

Versicherungsexperte Marcus Ruske vom Portal Knip.de: „Mit dieser Entschädigungspolice lassen sich nicht erfolgte Einnahmen versichern.“ Bestes Beispiel ist Borussia Dortmund. Der BVB sicherte sich so gegen das Verpassen der Champions League ab. In der Saison 2014/15 nahmen die Schwarz-gelben durch Erreichen des Viertelfinales rund 35 Millionen Euro ein. Diese Summe setzte sich aus dem Vermarktungspool der Fernsehübertragungen, Siegprämien und dem Startgeld zusammen.

FIFA- und DFB-Spielerversicherung

Die Abstellung von Spielern für Länderspiele sorgt wegen des Verletzungsrisikos bei den Vereinen immer wieder für Unmut. Karl-Heinz Rummenigge und der FC Bayern München können ein Lied davon singen. Der Niederländer Arjen Robben verletzte sich im WM Finale 2010 so schwer, dass er seinem Verein ein halbes Jahr nicht zur Verfügung stand. Seit dem 1. September 2012 zahlt die FIFA Versicherungsprämien von insgesamt 100 Millionen Dollar. Im Verletzungsfall erhält ein Spieler bis zu 27.000 Dollar pro Tag und maximal 9,7 Millionen Dollar pro Jahr. Bereits vor der FIFA hat der Deutsche Fußball Bund seine Nationalspieler mit einer Police in Millionenhöhe abgesichert. Denn die Versicherung des Weltverbandes greift erst nach vier Wochen und der Verband-Berufsgenossenschaft zahlt maximal 213 Euro pro Tag. Die Versicherungsexperten von Knip: „Viel zu wenig, bei Monatsbezügen von durchschnittlich 100.000 Euro in der Bundesliga, wobei die meisten Nationalspieler deutlich mehr verdienen!“ Zusätzlich sichert die Versicherung des DFB Nationalspieler vor Sportinvalidität ab.

Die WM-Ausfall-Versicherung

Brasilien investierte in die Weltmeisterschaft im eigenen Land umgerechnet 10,5 Milliarden Euro. Allein der Stadienbau verschlang 2,34 Milliarden Euro. Rund 3,2 Milliarden Menschen verfolgten die Spiele am Fernseher, PC oder Smartphone – im Durchschnitt 188 Millionen Zuschauer pro Spiel. Das Finale zwischen Deutschland und Argentinien sahen 695 Millionen Haushalte. Für die Übertragungsrechte flossen circa 3 Milliarden Euro. Bei diesen exorbitanten Zahlen lässt sich erahnen, was eine Verschiebung oder gar ein Ausfall des Großereignisses gekostet hätte.

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