Die deutschen Volleyball-Stars im Ausland

11.11.2013 – PM:

Die Spielzeiten in den Ligen haben gerade erst begonnen, dennoch Grund genug, einen ersten Blick in die europäischen Top-Ligen zu werfen, in denen die deutschen Volleyball-Stars aktiv sind. Stand jetzt sind es über 25 Akteure, die ihr Geld im Ausland verdienen und die deutschen Farben vertreten.

Italien

Vier Nationalspieler und drei Nationalspielerinnen sind in der Saison 2013/14 in Italien aktiv. Denis Kaliberda ist beim wohl aussichtsreichsten Klub unter Vertrag, in Piacenza stehen mit dem Kubaner Robertlandy Simon sowie den Italienern Samuele Papi und Alessandro Fei absolute Top-Stars im Kader. Nachdem Kaliberda anfänglich weniger Spielanteile hatte, ist er nun gesetzt und glänzt mit hervorragenden Statistiken. So weist er nach vier Spielen eine Angriffsquote von sensationellen 66% auf, Piacenza rangiert mit 3:1-Siegen auf Platz zwei der Tabelle. Zuspieler Lukas Kampa ist bei Modena gelandet und erwischte mit seinem Team einen ordentlichen, wenn auch etwas unglücklichen Start in die Liga. Denn dreimal (!) musste sich das Team bereits in fünf Sätzen geschlagen geben. Am Wochenende Citta di Castello mit einem wie entfesselt spielenden Christian Fromm, der überragende 30 Punkte markierte und sein Team zum zweiten Saisonsieg führte. Gleiches gelang Patrick Steuerwald und Valentia – ein durchaus gelungener Auftakt für diese beiden Teams, die sicherlich nicht zu den Favoriten zählen.

Ganz unterschiedlich stellt sich die Lage für Kathleen Weiß (Bergamo), Berit Kauffeldt (Conegliano) und Lena Möllers (Novara) dar. Weiß führte ihr Team in den ersten drei Spielen zu drei glatten Siegen, Kauffeldt ist mit Vizemeister Conegliano ebenfalls gut aus den Startlöchern gekommen (2:0-Siege), allerdings ist Kauffeldt Mittelblockerin Nummer drei. Ganz schwierig verlief der Start für Möllers und Novara, denn der Traditionsverein steht nach den ersten drei Spieltagen ohne Sieg und ohne jeglichen Satzgewinn am Tabellenende.

Denis Kaliberda (Copra Elior Piacenza)

Christian Fromm (Città di Castello Pallavolo)

Lukas Kampa (Casa Modena)

Patrick Steuerwald (Tonno Callipo Calabria)

Berit Kauffeldt (Imoco Conegliano)

Kathleen Weiß (Foppapedretti Bergamo)

Lena Möllers (Agil Novara)

Frankreich

In Frankreich sind bereits sieben Spieltage bei den Männern absolviert. Markus Steuerwald (Paris) und Philipp Collin (Tours) haben sich als Zweiter bzw. Vierter oben festgesetzt (5:2-Siege), dagegen läuft es bei Simon Tischer (Lyon, 2:5-Siege) und Lukas Bauer (Sete, 3:4-Siege) noch nicht so rund. Wobei Bauer noch gar nicht gespielt hat. „Ich habe mir kurz vor dem ersten Spiel im Training die Hand gebrochen, als ich doof mit einem Mitspieler zusammengestoßen bin“, sagt Bauer. Er hoffe, nach einer erneuten Röntgenaufnahme in dieser Woche wieder in das Balltraining einzusteigen, so Bauer.

Ein gewohntes Bild bietet die Liga der Frauen. Abonnementmeister Cannes liegt nach sieben Spieltagen ohne Niederlage und jeglichen Satzverlust an der Spitze. Corina Ssuschke-Voigt, die aufgrund einer längeren Verletzung von Victoria Ravva nachverpflichtet wurde, wird im Rotationsprinzip mit den zwei anderen Weltklasse-Mittelblockerinnen Freya Albrecht (BEL) und Milena Rasic (SRB) eingesetzt und weist starke Statistiken auf. Tipp: Einen ersten Eindruck vom Leben in Cannes gibt Corina Ssuschke-Voigt am 13. November beim Fanclub Deutsche Volleyball-Nationalmannschaften.

Philipp Collin (Tours VB)

Markus Steuerwald (Paris Volley)

Simon Tischer (Asul Lyon Volley)

Lukas Bauer (Arago de Sete)

Corina Ssuschke-Voigt (RC Cannes)

Russland

Seit kurzem sind drei deutsche Spieler in Russland aktiv. Denn neben Georg Grozer (Belgorod) und Björn Andrae (Ufa) ist nun auch Salvador Hidalgo (Nizhnevatovsk) im Land des Olympiasiegers und Europameisters aktiv. Zwar „nur“ in der 2. Liga, aber wer die Qualität des russischen Volleyballs kennt, weiß, dass auch dort hervorragender Sport geboten wird.

In Liga eins sind erst zwei Spieltage absolviert, Double-Sieger Belgorod startete mit zwei Siegen. Vizemeister Ufa kam nicht ganz so perfekt aus den Startlöchern, sondern „genoss“ das Volleyballspielen in voller Länge (3:2 und 2:3). Andrae spielte jeweils stark!

Björn Andrae (Ural Ufa)

Georg Grozer (Belogorie Belgorod)

Salvador Hidalgo (Yugra Samotlor Nizhnevatovsk)

Polen

Titelverteidiger Rzeszow mit Jochen Schöps ist ordentlich in die ausgeglichene polnische Liga gestartet und liegt mit 3:2-Siegen auf Rang vier. Schöps wird nach seiner Bauchmuskelverletzung langsam ans Team heran geführt und hatte zunächst einige Kurzeinsätze. Dirk Westphal (Radom) ist mit seinem neuen Klub ebenfalls gut in die Saison gestartet (3:2-Siege). Westphal ist Stammspieler und punktet regelmäßig zweistellig.

Mit zwei Vize-Europameisterinnen, Maren Brinker (Wroclaw) und Heike Beier (Bielsko-Biala), ist die polnische Frauen-Liga auch aus deutscher Sicht wieder interessant geworden. Mit Magdalena Gryka spielt bei Wroclaw zudem noch ein junges deutsches Talent. Beide Klubs sind bislang gut dabei, Wroclaw (4:1-Siege) und Bielsko-Biala (4:2-Siege) spielen wohl um die Titel mit. Brinker ist zufrieden: „Was ich bisher gesehen habe, zeigt, dass unsere Mannschaft Potenzial hat, um die Spitzenposition in der Liga mitzuspielen. Wenn wir uns in die richtige Richtung entwickeln, können wir jeden schlagen. Das ist unser Ziel.”

Jochen Schöps (Asseco Resovia Rzeszow)

Dirk Westphal (Czarni Radom)

Maren Brinker, Magdalena Gryka (Impel Wroclaw)

Heike Beier (BKS Aluprof Bielsko Biala)

Türkei

Auf mittlerweile 59 Siege in Serie ist die stolze und langsam unheimliche Siegesserie von Vakifbank Istanbul mit Christiane Fürst und Giovanni Guidetti angewachsen. Das Team scheint dort weiter zu machen, wo es in der vergangenen (ungeschlagenen) Saison aufgehört hat. Mit souveränen 3:0-Siegen gegen die ärgsten Konkurrenten von Fenerbahce und Eczacibasi Istanbul thront der Triple-Gewinner des Vorjahres bereits wieder ganz oben (5:0-Siege). Dahinter platziert ist der neue Klub von Denise Hanke (Eczacibasi), die sich gut eingelebt hat in der großen Stadt und nun mit ihrem Verein daran arbeitet, dem großen Stadtrivalen demnächst mal zu besiegen.

Seit kurzem ist auch Marcus Popp in der Türkei. Er hat bei Milli Piyango in Ankara angeheuert und konnte seinem neuen Klub gleich Impulse in Europapokal und Liga geben. Mit 2:2-Siegen ist der Klub in der vorderen Hälfte der Liga zu finden.

Christiane Fürst, Giovanni Guidetti (Vakifbank Istanbul)

Denise Hanke (Eczacibasi Istanbul)

Marcus Popp (M.MİLLİ PİYANGO)

Foto Vakifbank Istanbul: Beeindruckend! Fünf Titel in 2013 und eine Siegesserie von nunmehr 59 Spielen - Die Mannschaft von Giovanni Guidetti (2.v.l.) ist nicht zu stoppen.
Foto Vakifbank Istanbul: Beeindruckend! Fünf Titel in 2013 und eine Siegesserie von nunmehr 59 Spielen – Die Mannschaft von Giovanni Guidetti (2.v.l.) ist nicht zu stoppen.

Aserbaidschan

Bislang haben die beiden Aserbaidschan-Legionärinnen Lenka Dürr (Igtisadchi Baku) und Margareta Kozuch (Azeryol) noch nicht richtig in das Geschehen eingegriffen: Kozuch, weil sie nach ihrem Fingerbruch erst seit kurzem wieder im Training ist und Dürr, weil Trainer Bülent Karslioglu aktuell auf den zweiten Libero, die Thailänderin Wanna Buakaew, setzt.

Lenka Dürr (Igtisadchi Baku)

Margareta Kozuch (Azeryol Baku)

Katar

Neues von Christian Pampel. Der Diagonalspieler ist nach vier sehr erfolgreichen Spielzeiten für Al Arabi (u.a. 2x Cupsieger, 3x Meister, 1x Asienmeister) innerhalb Katars zu El Jaish gewechselt und hat sein neues Team gleich zum ersten Titel geführt. Im Finale des Federation Cups besiegte er Al Sadd, das von Ex-Bundestrainer Raul Lozano betreut wird, souverän mit 3:0. Sein Meisterstück lieferte Pampel jedoch im entscheidenden Gruppenspiel gegen Meister Al Rayyan ab, als ihm mit 42 Punkten ein persönlicher Punkterekord gelang.

Mit Sebastian Krause ist auch ein zweiter deutscher Akteur in Katar am Start. Der siebenfache deutsche Nationalspieler geht für Al Gharaffa ans Netz, musste in der entscheidenden Phase des Pokal-Wettbewerbs aber aus privaten Gründen nach Hause reisen.

Christian Pampel (El Jaish)

Sebastian Krause (Al Gharaffa)

Foto Katar: Typisch Christian Pampel - Entscheidender Mann im Spiel, aber unauffällig bei der Siegerehrung in der hintersten Reihe (2.v.l.)
Foto Katar: Typisch Christian Pampel – Entscheidender Mann im Spiel, aber unauffällig bei der Siegerehrung in der hintersten Reihe (2.v.l.)

Wenn Spielerinnen und Spieler vergessen wurden, bitte über das Gästebuch melden!

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