Champions League Finale: VfL Wolfsburg – Olympique Lyon 1:0 – Wolfsburg ist im Frauen-Fußball der Nabel Europas


Wolfsburg im defensiven 4-4-1-1-System
Lyon im spielstarken 4-3-3-System

 

Fast alle reden vom Champions-League-Finale 2013 in London. SPORT4Final auch. Nur vom Frauen-Finale. Fußball-Weisheiten sind eine Männer-Domäne. Mitnichten! Der „Frauen-Abend“ an der Stamford Bridge bewies: Finals werden nicht gespielt sondern einfach gewonnen. Und am Ende zählen nur Tore, nicht Chancen und Feldvorteile sowie Ballbesitz. Der Ball muss nur in das „Eckige“ – ob nun schön und immer regelgerecht? Hauptsache er ist drin, per Kunststoß oder Handelfmeter, dem eine (falsche) Tatsachenentscheidung der rumänischen Schiedsrichterin Albon voraus ging. Martina Müller traf nach 74 Minuten die Tor-Mitte, der Ball zappelte im Netz – die Champions League der Frauen gewann der VfL Wolfsburg mit 1:0 gegen Titelverteidiger und Top-Favorit Olympique Lyon. Die deutschen Frauen holten in dieser Saison alle möglichen Titel – Herzlichen Glückwunsch dem Triple-Sieger. Wolfsburg ist ab heute für viele Monate der Nabel Europas! Sensationell, aber in jedem Fall verdient!

Wer gegen die französische Top-Mannschaft kein Tor bekommt, im Defensivbereich fast alles zumacht oder abläuft und zumindest bis weit in die ersten Hälfte mehr als gleichwertig mitspielt, hat durchaus echte Titelchancen. Spieltaktisch eine klasse Teamleistung, gegen die sich das französische Starensemble erst in der Viertelstunde vor der Pause mit Chancen- und Spielvorteilen entscheidender in Szene setzten konnte. Auch nach dem Wechsel hielt die dominante Spielweise des Titelverteidigers an. Chancen zur Führung wurden mehrfach vergeben. Über die rechte Angriffsseite agierte Thomis überragend und sorgte für viel Torgefahr. Wenig Entlastung dagegen auf Wolfsburger Seite, der Ball wurde im Vorwärtsgang oft zu schnell verloren, weil zu ungenau gespielt. Dann der Handelfmeter und die psychologische Spielwende. Lyon kam nach der Fehlentscheidung trotz hohen Ballbesitzes nur noch zu zwei „Hundertprozentigen“ (75. + 94.). Die eingewechselte Magull hatte zuvor für Wolfsburg in der 90. Minute die Riesenchance zum vorentscheidenden 2:0. Aber es reichte nach 2010 mit Potsdam wieder zu einem verdienten deutschen Champions-League-Sieg. Weil Tore entscheiden und dadurch Spiele gewonnen werden. Immer diese Fußball-Weisheiten …