Fussball EM 2016: Deutschland sucht Formation und Spielqualität. Jerome Boateng zweifacher „Man of the Match“


Jerome Boateng - Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C - Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Shaun Botterill / Getty Images
Jerome Boateng – Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C – Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Shaun Botterill / Getty Images

Fussball EM 2016: Die beiden Auftritte der deutschen Fussball-Nationalmannschaft in Frankreich gegen die Ukraine und Polen waren keine spielerischen Leckerbissen. Mehr noch: Der amtierende Weltmeister und sein Bundestrainer Joachim Löw suchen immer noch die bestmögliche Spielformation. Die Spielqualität in Defensive und Offensive ist phasenweise mangelhaft. Es steht noch kein EM-Titel-reifes deutsches Team auf dem grünen Rasen.

Herausragend: Die beiden bisherigen „Matchplayer“ Jerome Boateng und Toni Kroos sowie Manuel Neuer. Der Bundestrainer muss langsam seine Hausaufgaben machen!

Toni Kroos – Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C-Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Paul Gilham / Getty Images
Toni Kroos – Fussball EM 2016: Aktion während der UEFA EURO 2016 Gruppe C-Spiel zwischen Deutschland und Polen im Stade de France am 16. Juni 2016 in Paris, Frankreich. Foto: Paul Gilham / Getty Images

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17.06.2016 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:Fussball

Höchst fragwürdig im Vorfeld des Ascona-Trainingslagers und bei der Nominierung des 23er-Kaders ist aus SPORT4FINAL-Sicht, dass Spieler mit auszukurierenden Verletzungen (Mats Hummels, Bastian Schweinsteiger) oder Akteure, die in ihren Vereinen wenig Spielpraxis in der Saison erhielten (Mario Götze), überhaupt in Frankreich dabei sein dürfen. In die Nationalmannschaft gehören die besten Spieler der Saison, die auch international Aktivposten in den Topvereinen sind, und körperlich gesunde und durchtrainierte Akteure, die sich für Deutschland den „Allerwertesten“ aufreißen. Schweinsteiger und Götze haben visuell auch nicht den besten Fitnesszustand.

Bundestrainer Joachim Löw ist bei der DFB-Aufstellung ein Freund der „Erbhöfe“. Einen gegen die Ukraine erfolgreich agierenden Shkodran Mustafi gegen einen sich selbst fit meldenden (!) Hummels zu tauschen ist auch kritikwürdig. Götze den Vorzug vor dem Torschützenkönig in der Türkei, Mario Gomez, zu geben, ist ebenfalls der Treue-Philosophie des Bundestrainers geschuldet. Auch der kämpfende Thomas Müller und Mesut Özil spielen bislang alles andere als überragend.

Die deutsche Spielweise ist in den beiden Vorrunden-Matches nicht vom „Teamplay“ durchdrungen. Defensiv- und Offensivverhalten müssen eine Team-Einheit bilden, die geschmeidig ineinander übergehen. Die Defensive beginnt in vorderster Stürmerfront „gegen den Ball“ und die Offensive fängt im eigenen Strafraum bei Ballgewinn an. Ob auf jeder Position im deutschen Mannschaftsgefüge der Beste für das Teamplay aufgestellt war, ist im Moment auch stark zu bezweifeln – Stichwort „Erbhöfe“.

Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ragten bisher nur drei Spieler heraus: Jerome Boateng als zweifacher „Man of the Match“ und wiederholter Retter in höchster „Gegentor-Not“. Toni Kroos als Ideengeber und Motor im deutschen Spiel, wobei die Mitspieler nicht so oft auf seine Spieleröffnungspässe eingehen. Und schlussendlich Manuel Neuer, der sowohl als Leistungsbarometer und Persönlichkeit dem deutschen Spiel seinen Stempel aufdrückt. Übrigens: Persönlichkeiten in der deutschen Mannschaft, die das Team führen, habe ich noch viel zu Wenige gesehen. Die kritikwürdige Spielweise ist infolgedessen nur das Ergebnis.


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