DHB-Präsident Bernhard Bauer zur Bundestrainer-Suche: „Professionelles Handeln”

25.06.2014 – PM DHB:

DHB: Bernhard Bauer zur Meldung des dpa-Textes „Deutscher Handball vor der Zerreißprobe”

Die aktuelle Berichterstattung über die Bundestrainer-Suche und die als „Zerreißprobe” gedeutete allgemeine Situation des Handballs veranlasst Bernhard Bauer zu klärenden und erklärenden Worten. Der Präsident des Deutschen Handballbundes zu den Themen …

DHB-Präsident Bernhard Bauer zur Bundestrainer-Suche: „Professionelles Handeln” - Foto: DHB/Sascha Klahn
DHB-Präsident Bernhard Bauer zur Bundestrainer-Suche: „Professionelles Handeln” – Foto: DHB/Sascha Klahn

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Bundestrainer-Suche:

„Am 14. Juni haben wir gegen Polen die Qualifikation für die Weltmeisterschaft verpasst. Vier Tage später haben wir nach gründlichen internen Überlegungen und ausführlichem Gespräch mit Martin Heuberger entschlossen, dass wir dessen zum 30. Juni endenden Vertrag als Bundestrainer nicht verlängern werden. Dem DHB nur eine Woche später Hilflosigkeit bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer zu unterstellen, weil diese Prozesse nicht unter dem Brennglas der öffentlichen Beobachtung stattfinden, ist böswillig. Zum einen haben wir auf den Erfolg unserer Nationalmannschaft mit Martin Heuberger vertraut – und da wäre es absurd gewesen, dieses Vertrauen mit einer Kandidatensuche für den Fall der Fälle zu unterlaufen. Zum anderen suchen wir die Antworten auf unsere Personalfragen mit Sorgfalt und Bedacht. Der neue Bundestrainer muss auch in das Gesamtkonzept des männlichen Leistungssports passen. Wir sind auf einem guten Weg, aber es bleibt dabei, dass mit Verstand getroffene Entscheidungen auch Zeit brauchen. Das haben wir im Übrigen auch mit der Suche eines Generalsekretärs so gehalten, und das verstehen wir unter professionellem Handeln.”

mögliches Konfliktpotenzial ob einer neuen HBL-Führung:

„Die HBL bekommt einen neuen Präsidenten und das DHB-Präsidium damit ein neues Mitglied. Das wissen wir, seit dem 13. Juni, als Reiner Witte angekündigt hat, nicht mehr kandidieren zu wollen. Am Donnerstag nächster Woche gibt es nun mit einer Wahl eine demokratische Entscheidung, die alle Beteiligten zu respektieren haben. Ich gehe fest davon aus, dass spätestens dann jeder im Sinne des Handballs seine persönlichen Interessen hinten anstellen wird. Hahnenkämpfe bringen uns und den Handball ebenso wenig weiter wie künstlich von außen aufgebauschte Konflikte. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der neuen HBL-Führung.”

Zerreißprobe im deutschen Handball:

„Die Interpretation, dass der deutsche Handball vor einer Zerreißprobe stehe, halte ich für verfehlt. Richtig ist, dass wir uns nach der verpassten WM-Teilnahme in einer schwierigen sportlichen Situation befinden. Die Nationalmannschaft als Lokomotive der Sportart muss schnell wieder auf Kurs kommen, um auch die Liga in ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen. Richtig ist aber auch, dass wir im Vergleich mit anderen Sportarten nach wie vor eine starke Basis und – unter anderem mit der WM 2019 in Deutschland und Dänemark – herausragende Perspektiven haben. Es wäre fatal, wenn wir diese Chancen nicht mit klugem und besonnenem Handeln nutzten und uns von Aktionismus treiben ließen. Gerade in den vergangenen neun Monaten haben wir wiederholt gezeigt, dass es eine neue Gemeinsamkeit von Landesverbänden, Ligaverbänden und DHB gibt. Diese ist geprägt vom Willen, den Handball voranzubringen. Vor uns liegen noch viele Hausaufgaben, aber von einem Tag auf den anderen kann man die Welt nicht verändern.”

Expertenmeinungen:

„Wer sich nicht für die Meinung anderer interessiert, ist ignorant. Und wir hören sehr aufmerksam zu. Im deutschen Handball ist jeder willkommen, der sich mit Leidenschaft und Kompetenz uneigennützig engagieren möchte. Aber ich wünsche mir auch von mehr oder weniger wohlmeinenden Experten, dass sie uns und die Sache nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten unterstützen. Und bei aller mitunter auch berechtigten Kritik darf der Respekt vor den aktuell und ehemals handelnden Personen nicht verloren gehen.”

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