Handball-WM 2015: Deutschland nach WM-Play-off-Heim-Niederlage gegen Russland unter Zugzwang


Handball-WM 2015: Deutschland nach WM-Play-off-Heim-Niederlage gegen Russland unter Zugzwang - Foto: SPORT4Final
Handball-WM 2015: Deutschland nach WM-Play-off-Heim-Niederlage gegen Russland unter Zugzwang – Foto: SPORT4Final

 

07.06.2015 – SPORT4Final / Frank Zepp:

Handball-WM 2015 in Dänemark:

Die deutsche Frauen-Handball-Nationalmannschaft muss sich im Hinspiel der WM-Play-offs gegen Russland mit 20:22 Toren vor 3.000 Zuschauern geschlagen geben.

Aus der Anhalt Arena in Dessau-Roßlau berichtet live SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp.

DHB-Vizepräsident Leistungssport Bob Hanning sprach vor dem Match gegenüber dem Berichterstatter „von einer elementar wichtigen Bedeutung der Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Dezember in Dänemark, um auch bei möglicher Olympia-Teilnahme in Rio 2016 im Spiel-Rhythmus bis zur Heim-Weltmeisterschaft 2017 zu bleiben. Auch ein stärker werdender Vereinshandball definiert sich für die Nationalmannschaft“, so Bob Hanning weiter, der die Feierlichkeiten bei den Füchsen Berlin „gut überstanden hat“.

Zum Feiern war nach dem WM-Play-off-Heimspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland kein Anlass. Herrschte beim 2:8-Rückstand nach 16 Minuten „Weltuntergangsstimmung“ mit einer grottenschlechten Anfangsphase, die noch schwächer als die EM-Leistung 2014 war (!), so gab es zum 8:10-Halbzeitstand schon das zarte Pflänzchen namens WM-Teilnahme-Hoffnung. Als Luisa Schulze im Tempogegenstoß nach 51 Minuten völlig frei vor Torhüterin Anna Sedoykina (bekannt aus den Duellen von Leipzig und Thüringer HC mit Wolgograd) die deutsche Führung in der rechten Wurfhand hatte (erstmals wieder nach dem 2:1 in der 3. Minute), zeigte Russlands Keeperin eine Wahnsinns-Parade. Der letzte Ausgleich 19:19 (53.) gelang Schulze, aber in der Crunch-Time waren die russischen Spielerinnen cleverer. Mehr noch, Russland hatte in Anna Kochetova (11 Tore) die „Matchplayerin“ und Spielmacherin, die alle drei Tore zur 19:22-Führung und Matchentscheidung warf. Luisa Schulze war das letzte Tor zum 20:22-Endstand vorbehalten.

Deutschland ist nun im Rückspiel am kommenden Sonnabend in Astrachan nur noch Außenseiter, wobei zwei Tore im Handball schnell aufzuholen sind. Was aber nicht wieder beim Rückspiel passieren darf, zeigt ein kurzer Blick ins „Sündenregister“: Technische Fehler/Offensivfouls: 15:12. Bei den Torhütern hatte das deutsche Team mit 17:11 gehaltenen Bällen zum Glück einen Vorteil, sonst wäre die Niederlage noch höher ausgefallen.

Im „Trainer-Sündenregister“ steht die Anfangsformation, die sich nur mit Nina Wörz und Susann Müller von der Stammformation der letzten Europameisterschaft unterschied. Zu viele Wechsel zeigten die Suche nach der optimalen Formation, die in Dessau nicht gefunden wurde. Die „Handschrift“ des neuen Bundestrainers war für den Berichterstatter noch nicht erkennbar. Dieser Grundgedanke, die schlechte Ausgangsposition für das Rückspiel sowie äußerst schwache zwanzig Anfangsminuten drosseln die Hoffnungen für die WM-Teilnahme.

Zum Glück wechselte der Bundestrainer Kerstin Wohlbold nach 13 Minuten für Nina Wörz ein, die oftmals die Lücken in der offensiven 4:2-Deckung Russlands fand oder gut ihre Nebenleute einsetzte. Vor allem Susann Müller und Anja Althaus haben riesiges Steigerungspotential für das Rückspiel, in dem auch Shenia Minevskaja nach ihrer Kapselverletzung am Fuß wieder einsatzbereit ist. Eine Steigerung in der Angriffsleistung kann der WM-Schlüssel für Dänemark 2015 sein …

Statistik:

Deutschland vs. Russland 20:22 (8:10) vor 3.000 Zuschauern in Dessau-Roßlau

Deutschland: Schülke (4 Paraden), Woltering (13 Paraden); Zapf (1), Klein, Smits (1), Naidzinavicius (2/2), Hubinger, Althaus (2), Nadgornaja (3), S. Müller (2), Huber (1), Fischer, Geschke (1), Wörz (1), Wohlbold (4), Schulze (2)
Russland: Sedoykina (11 Paraden), Erokhina; Kuznetzova (2), Gorshkova, Kochetova (11/6), Dmitrijeva (3), Akopian (1), Goncharova, Vyakhireva, Garanina, Koroleva, Makeeva (1), Marennikova, Shymkute, Bliznova (4), Chernoivanenko

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