Johannes Vetter und Rico Freimuth: „Abartige Transfersummen“

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Die Leichtathletik-WM-Stars Johannes Vetter und Rico Freimuth kritisieren die Sportförderung im deutschen Sport.

Das berichtete die „SPORT BILD“ in ihrer aktuellen Ausgabe am 20. September 2017.

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Johannes Vetter und Rico Freimuth: „Abartige Transfersummen“ - Foto: Fotolia
Johannes Vetter und Rico Freimuth: „Abartige Transfersummen“ – Foto: Fotolia

20.09.2017 – PM SPORT BILD / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Zum Thema Zentralisierung durch den DOSB sagte Leichtathletik Zehnkampf-Vizeweltmeister Rico Freimuth dem Magazin SPORT BILD: „Ich bin grundsätzlich ein Fan von Zentralisierung, aber nicht auf diese Art und Weise. In Halle plane ich mein ‚Team Rico‘ für die U 18 und U 20. In diesem Altersbereich kannst du Sportler aktivieren, in eine neue Stadt zu ziehen – in Kombination mit einer Ausbildung. Du kannst aber Leute, die 24 oder 25 Jahre alt sind und ihren Lebensmittelpunkt an einem bestimmten Ort haben, nicht einfach dort rausholen. Du brauchst glückliche Athleten.“ Er wünsche sich mehr Einbindung der Sportler in den Beschlüssen der Funktionäre.

Angesichts geringer Einkommen von olympischen Sportlern reagierte Johannes Vetter fassungslos: „Es ist abartig, bei welchen Summen wir uns bei den Transfers von Ousmane Dembele und Neymar bewegen. Die Lücke zum anderen Sport wird immer größer.“ Dadurch werde es schwer, Kinder zur Leichtathletik zu bringen: „Die sehen nur Fußball, jedes Drittliga-Spiel wird live übertragen. Dann wollen die auch nur Fußballer werden.“

Auslöser für die Diskussion war der TV-Auftritt des Hürdensprinters Matthias Bühler, der bei der Leichtathletik WM die deutsche Förderung beklagte. Diesen kritisierte Rico Freimuth: „Er ist ein Spinner. Er kam gerade aus einem Rennen, in dem er schlechter gerannt ist als ich als Zehnkämpfer. Da sollte er vielleicht den Mund halten.“ Vetter ergänzte: „Wenn er die TV-Präsenz bei der WM nutzt, um sich so zu beschweren – man kann es fast Rumgejammer nennen –, dann ist das kontraproduktiv. Er motiviert so keinen Jugendlichen, Leichtathlet zu werden.“

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