CNN Exklusiv Interview mit FIFA-Präsident Gianni Infantino

CNN: Seit Februar 2016 ist Gianni Infantino FIFA-Präsident und damit der Nachfolger von Sepp Blatter, der nach unzähligen Skandalen letztendlich die Führung des Weltfußballs aufgeben musste.

Gianni Infantino und CNN Moderatorin Amanda Davies - Quelle: CNN International
Gianni Infantino und CNN Moderatorin Amanda Davies – Quelle: CNN International

Noch immer gibt es von vielen Seiten heftige Kritik an der FIFA und deren unaufgeklärten Skandalen, doch Infantino zeigt sich bei einem exklusiven Interview mit CNN-Moderatorin Amanda Davies in Zürich selbstbewusst. Er wolle ein neues Kapitel für die FIFA aufschlagen, obwohl er zugibt, dass es innerhalb des Verbands noch immer „Kräfte gibt, die definitiv keine Veränderung wollen“.

12.10.2016 – PM CNN / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

CNN: Trotz seiner Verwicklung in die Panama Papers während seiner Zeit als Generalsekretär der UEFA und Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission gegen ihn, sieht sich der Italo-Schweizer in der Rolle des Reformers. „Wir haben Reformen eingeleitet. Wir haben die Transparenz erhöht. Wir setzen uns für eine gute Verbandsführung ein. Wir bewegen uns vorwärts“, erklärte sich der 46-Jährige.

VIDEO: CNN Exklusiv Interview mit FIFA-Präsident Gianni Infantino - Foto: CNN International
VIDEO: CNN Exklusiv Interview mit FIFA-Präsident Gianni Infantino – Foto: CNN International

Video:  CNN Exklusiv-Interview mit Gianni Infantino

Zu Infantinos aktuell umstrittensten Maßnahmen gehört die Auflösung der Anti-Rassismus Taskforce. Jedoch erklärte er diese Kritik mit einem „Kommunikations-Fehler“. Er betrachte das Problem nicht als gelöst. Vielmehr habe die Taskforce Vorschläge zur Bekämpfung von Rassismus vorgelegt, die nun in die Realität umgesetzt werden sollen. Die erste Bewährungsprobe dafür stellt wohl die anstehende Fußball WM in Russland dar, da das Land regelmäßig für seinen Umgang mit Minderheiten in der Kritik steht. „Die Weltmeisterschaft gibt Russland die Möglichkeit, sich in einem besseren Licht zu präsentieren“, beschwichtigte Infantino und weist so die Kritik am Austragungsort der WM 2018 zurück.

FIFA-Gebäude - Quelle: CNN International
FIFA-Gebäude – Quelle: CNN International

Auch seine umstrittenen Pläne, die Anzahl der Teilnehmerländer ab 2022 von 32 auf 48 zu erhöhen, verteidigte er: „Wenn wir unsere Mission, den Fußball auf der ganzen Welt entwickeln zu wollen, ernst nehmen, dann gibt es für ein Land oder eine Region keinen stärkeren Antrieb als die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.“

Um die finanzielle Last einer Fußball WM auch für kleinere Länder tragbarer zu machen, setzt sich Infantino für die Idee einer geteilten Ausrichtung ein. „Unsere Anforderung darf es nicht mehr sein, dass ein Land 12 oder 14 Top-Stadien, Flughäfen, Einrichtungen und so weiter bereitstellt. Eine geteilte Ausrichtung erlaubt es zwei, drei oder vier Ländern gemeinsam eine Bewerbung vorzulegen, in der jeder ein solches Event in einem vernünftigen Rahmen mit deutlich geringeren Kosten organisieren kann.“

Desweiteren vertritt Infantino auch die Idee der kontinentalen Rotation. „Ich bin ein starker Fürsprecher der kontinentalen Rotation, weil ich der Meinung bin, dass Fußball nicht das Vorrecht eines oder zweier Kontinente ist, sondern wirklich der ganzen Welt gehört“, erklärte der FIFA-Präsident seine Pläne.

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