HC Leipzig besiegt TuS Metzingen im Team und tankt Selbstbewusstsein für Metz-Spiel

06.11.2013 – SPORT4Final: 

HC Leipzig vs. TuS Metzingen 36:25 (17:12)

Wieland Schmidt: „Saskia Lang ist auf dem ansteigenden Ast.“

Thomas Ørneborg: „Ich war glücklich, dass Isa Rösike eine perfekte Manndeckung gespielt hat.“

SPORT4Final-Interview mit Saskia Lang:

„Ich freue mich, dass der Trainer mir das Vertrauen gibt … Jetzt mit Selbstbewusstsein gegen Metz spielen.“ 

Saskia Lang zeigte wie nahezu alle Spielerinnen eine überzeugende Leistung - Foto: Sebastian Brauner
Saskia Lang zeigte wie nahezu alle Spielerinnen eine überzeugende Leistung – Foto: Sebastian Brauner

 

Am 10. Spieltag der Handball-Bundesliga der Frauen gewann der HC Leipzig vor knapp 1.200 Zuschauern in der heimischen Arena gegen TuS Metzingen klar und deutlich mit 36:25. Das Erfolgsrezept: Eine „griffige“ Mannschaftsleistung, gut mitspielende neue „Spielerinnengesichter“, eine  harmonierende erste Sieben und ein taktischer Schachzug mit der „Manndeckung“ gegen die überragende Shenia Minevskaja (10 Tore). Der HC Leipzig bleibt in der Tabelle dem Thüringer HC mit  einem Punkt Rückstand auf den Fersen. Quintessenz für das hochwichtige Metz-Spiel in der Champions League am Sonntag: Selbstbewusstsein aufgetankt! Und „Torschützin vom Dienst“ Susann Müller konnte bis auf einen Kurzeinsatz in der Anfangsphase geschont werden.   

Tolle Leistung des ganzen Teams - Kapitänin Karo Kudlacz, Isi Rösike und Nicole Roth zeigten wie alle viel Emotion im Spiel - Foto: Sebastian Brauner
Tolle Leistung des ganzen Teams – Kapitänin Karo Kudlacz, Isi Rösike und Nicole Roth zeigten wie alle viel Emotion im Spiel – Foto: Sebastian Brauner

So unbeschreiblich ärgerlich und sportlich schwierig die Verletzungsmisere beim deutschen Rekordmeister ist – hatte sie für die jungen Spielerinnen aber auch die Chance, das Leistungsvermögen zu präsentieren. Folge: Gegen Metzingen schien das verjüngte Leipziger Team  enger zusammengerückt, Geschlossenheit auf der Platte verbunden mit einer griffigen Mannschaftsleistung als Erfolgsschlüssel wieder gefunden zu haben. War die Erwartungshaltung im Vorfeld mehr als gedämpft, kam nach 60 Minuten ein souveräner, ungefährdeter Erfolg heraus. 

 

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Nach dem 5:5 (9.) ging Leipzig in die „Manndeckung“ gegen Minevskaja (bis dahin schon 4 Tore) über. Die nächsten Knackpunkte: Leipzigs Torhüterin Herrmann hält bei 7:6 (12.) einen Minevskaja-Siebenmeter und bei 10:8 (15.) erfolgt der Wechsel im Tor zu Youngsterin Roth (18 Jahre). Sie entschärfte bis zur Rückwechslung nach 43 Minuten und 22:18 immerhin 9 Bälle. Metzingen konnte mit einem 4:0-Lauf innerhalb von drei Minuten den Rückstand halbieren. Nach der Auszeit, Leipzig gab allen jungen Spielerinnen eine Einsatzchance, kamen mit Kudlacz (9 Tore) und Lang (8 Tore) zwei Stammkräfte zur nötigen Stabilisierung des Spiels herein. Trotzdem gefiel der Tatendrang der Nachwuchskräfte und Tore sollten auch erzielt werden: Das 25:20 schaffte Nele Reimer in einer 1 gegen 1 – Situation sogar im Unterzahlspiel. Auch Luisa Sturms Tempogegenstoß-Tor zum 31:23 (53.) war sehenswert. Zu diesem Zeitpunkt waren längst alle Messen gesungen und der Gastgeber zog bis zum Schlusspfiff auf 36:25 davon. 

Die wichtigste Erkenntnis für das überlebenswichtige Spiel (letzter Gruppenplatz bedeutet kein Cup Winners Cup im nächsten Jahr) in der Champions League gegen Metz am Sonntag lautet: Das Selbstbewusstsein wurde im Metzingen-Sieg-Spiel wieder aufgetankt!  

Am SPORT4Final-Mikro waren: 

Wieland Schmidt: „Susi Müller wurde geschont, denn wir haben am Sonntag gegen Metz wieder ein schweres Spiel und da brauchen wir sie voll und ganz. Saskia Lang ist auf dem ansteigenden Ast und wenn sie so weiter macht, wäre das super.“

Thomas Ørneborg: „Die Manndeckung gegen Minevskaja funktionierte gut. Wir haben gesehen, dass sie in den ersten Minuten gegen unsere 6:0-Deckung viele Tore geworfen hat. Sie ist eine sehr gute Spielerin. Ich war glücklich, dass Isa Rösike eine perfekte Manndeckung gespielt hat. Nicole Roth war auch gut im Tor, als wir Minevskaja kontrolliert hatten und sie dahinter gut stand.“

SPORT4Final-Interview mit Saskia Lang:

In Sävehof gut, heute sehr gut, sie sind auf dem ansteigenden Ast?   

„Ich freue mich, dass der Trainer mir das Vertrauen gibt. Wenn auch ein bisschen aus der Not raus, wenn man sieht, wer noch auf der Bank sitzt. Aber ich bin froh, dass ich es auch zurückzahlen kann. Ich glaube auch, dass es heute eine geschlossene Mannschaftsleistung war, von der jüngsten bis zur ältesten Spielerin. Was wir angekündigt haben, dass wir kämpfen wollen bis zum Schluss, haben wir umgesetzt.“

Mit der Manndeckung gegen Minevskaja lief es immer besser?

„Wir wollten es eigentlich erst in der 6:0-Abwehr probieren, aber es gab bei uns ein paar Abstimmungsprobleme und es stand auch nicht die gewohnte Abwehr da. Wir haben das richtig gut gemacht.“

Beim 22:18 wurde es enger. Was sagte der Trainer in der Auszeit?

„Wir haben zu schnell abgeschlossen und wir haben es ein bisschen zu leicht genommen. Und er hat uns nochmal darauf hingewiesen, so weiter zu spielen wie vorher, lange Angriffe und auf die Chance warten. Und das machten wir dann wieder gut.“

Sind Sie die schnellste Leipzigerin im fliegenden 30 Meter Sprint?

„Ob ich die Schnellste bin, keine Ahnung. Wenn das Timing passt, dann bin ich froh und kann meine Schnelligkeit ausspielen.“

Mit der heutigen ersten Sieben sieht es gegen Metz nicht schlecht aus?

„Da wird am Sonntag ein ordentliches Stück Arbeit auf uns zu kommen. Wir werden genauso kämpfen wie heute und werden sehen, was möglich ist. Wir sind zufrieden, das wir uns heute Selbstbewusstsein geholt haben.“

Es ist gut, die Niederlagenserie gestoppt zu haben.

„Mit den Niederlagen war es Mist. Aber es ist gar nicht so megapräsent in unseren Köpfen. Wir gucken von Spiel zu Spiel und gehen in jedes Spiel neu, um zu gewinnen. Egal ob Metz oder Metzingen kommt.“

Aber psychologisch hat es doch eine gute Wirkung?

„Ich wurde darauf angesprochen, dass wir immer in der zweiten Halbzeit einen Knick haben. Ich glaube. Dass wir bewiesen haben, dass wir keinen Knick in der zweiten Halbzeit hatten. Sondern dass wir über das hinweg gekommen sind und jetzt mit Selbstbewusstsein gegen Metz spielen.“ 

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