SC DHfK Leipzig gibt Spiel und Sieg gegen Nordhorn aus der Hand

29.01.2014 – SPORT4Final:

SC DHfK Leipzig vs. HSG Nordhorn-Lingen 28:28 (15:12) vor 1.851 Zuschauern in der Arena Leipzig

Zweite Handball-Bundesliga, erster Rückrundenspieltag und ein an Spannung in der zweiten Spielhälfte reich gesätes Match: Superschwach in den ersten zwanzig Minuten, dann die spielerische Steigerung beider Topteams der Handball-Bundesliga, Kampf, technische Fehler und der SC DHfK Leipzig verlor den gegen Ende der ersten Hälfte errungenen „verdeckten“ Zugriff auf das Spiel und den Sieg durch taktische Unzulänglichkeiten in den letzten Spielminuten! Sollte der Aufstiegskampf lange für Leipzig tabellarisch und von der Mannschaftsleistung möglich sein, könnte dieser Punktverlust, oder auch verschenkte Sieg, noch mal aus der Erinnerung wach „geküsst“ werden.   

Alen Milosevic - SC DHfK Leipzig vs. Nordhorn beim 28:28 am 29.01.2014 in der ArenaLeipzig - Foto: Elmar Keil
Alen Milosevic – SC DHfK Leipzig vs. Nordhorn beim 28:28 am 29.01.2014 in der ArenaLeipzig – Foto: Elmar Keil

Was noch in Erinnerung bleiben wird: Leipzigs Kreisläufer Alen Milosevic ist nicht nur in der Abwehr sondern auch im Angriff eine Bank. Allein fünf seiner sechs Treffer resultierten aus Abprallern des Torhüters nach gut gehaltenen Würfen und „Konzentrationspausen“ der Nordhorner Abwehr. Mit Pavel Prokopec (8 Tore) kam nach der Anfangsviertelstunde der „geistige“ Lenker des Leipziger Positionsangriffes. Der SC DHfK Leipzig zog vom 11:11 (25.) zum 15:12-Pausenstand davon und wies Zugriff auf das Spiel nach.

Der „dynamischere“ DHfK-Angriffsanzug zum Nordhorner Tor, mehr Emotionen und kämpferischer Einsatz sowie Nordhorner Kampfgeist und Spielweise mit vier, fünf eingespielten Kombinationen sorgten für eine ordentliche zweite Spielhälfte. Leipzig verlor nach dem 20:16 (39.) durch Philipp Weber (6 Tore) phasenweise den Spielfaden und die Kontrolle  über das Spiel. Der Nordhorner Pavel Mickal erzielte per Tempogegenstoß den 23:23-Ausgleich in der 50. Minute. Rene Boese für Leipzig glückte ebenfalls per Gegenstoß das 27:24 nach 56 Minuten. Leipzigs Sieg schien in „trockenen“ Tüchern.

Mitnichten! Zwei Siebenmeter aus der Überzahlsituation (Matthias Gerlich mit Strafzeit, insgesamt 2 Tore) bescherten Nordhorn den 27:27-Gleichstand (58.). Der SC DHfK Leipzig hatte alle Siegmöglichkeiten in der Hand, sowohl taktisch als auch psychologisch, denn in den letzten zwei Minuten agierte man selbst in 6:5-Überzahl, Prokopec erzielte den Führungstreffer, Gabor Pulay hielt einen Ball in der Schlussminute und eigener Angriff – Prokopec als bester DHfK-Spieler im Match traf 15 Sekunden vor Ultimo aber nur die Nordhorner Latte. Und Nordhorn war eine clevere Mannschaft, erkannte die Chance im schnellen Gegenstoß, Leipzig zu ungeordnet im Rückzugsverhalten und kurz vor Abpfiff kassierte der Gastgeber einen Siebenmeter, der von Bobby Schagen (10 Tore, davon 5 Siebenmeter) sicher im Leipziger Kasten untergebracht wurde.

Am SPORT4Final-Mikro waren:

Thomas Oehlrich: „Im Sport kommt es halt immer anders als man denkt – wenn man nicht aufpasst. Ordentliche Spielqualität von beiden Mannschaften.“

Christian Prokop: „Nicht zufriedenstellend, dass wir nicht die beiden Punkte behalten haben. Wir hatten viele Abschlussschwächen gegen einen wiedermal konstant haltenden Buhrmester. Wir geben Nordhorn schnelle Bälle aus Halbchancen. Am Ende hatten wir eine hundertprozentige Chance. Was wollen wir noch spielen. Aber die müssen wir eben treffen.“

Alen Milosevic: „Vielleicht am Ende auch ein verdientes Unentschieden, obwohl wir sicherlich von einem verlorenen Punkt sprechen müssen. Wir wollten in der zweiten Halbzeit zu viel und haben den kühlen Kopf nicht bewahren können. Der SC DHfK Leipzig ist ein Topverein und ich würde gern hier bleiben.“  

Timo Röttger (RB Leipzig): „Ärgerlicher Punktverlust, der Sieg liegt in der Hand. Ist wie im Fußball, manchmal ist es wirklich verhext.“

Heiner Büllmann (Nordhorn-Trainer): „Wir haben sehr gut gedeckt, aber Milosevic holt sechs Abpraller. Nach dem Spielverlauf dürfen wir uns nicht beschweren und realistisch sagen, dass ein Punkt in Leipzig gut und so auch ein gewonnener Punkt ist.“

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