SC DHfK Leipzig-Trainer Christian Prokop fast mit „Herzinfarkt an der Seite“ bei Derbysieg gegen EHV Aue

04.12.2013 – SPORT4Final:

SC DHfK Leipzig vs. EHV Aue  34:31 (14:16)

Matthias Gerlich: „Wir haben uns bis zur letzten Minute den „A …“ aufgerissen und das Spiel noch gedreht.“

Philipp Weber: „Ich will nicht über andere Sachen reden, die hinter uns liegen.“

Rüdiger Jurke: „Leipzig brauchte den Sieg mehr als wir, verdient hatten sie ihn nicht. Der Hallensprecher hatte keine Ahnung.“

Timo Röttger (RB Leipzig): „Vom spielerischen waren schon bessere Spiele dabei. Aber das kämpferische hat heute überragt.“

Noch am SPORT4Final-Mikro: Lukas Binder und Christian Prokop.

Thomas Oehlrich - SC DHfK Leipzig - Foto: Elmar Keil
Thomas Oehlrich – SC DHfK Leipzig – Foto: Elmar Keil

Es war vor 2.000 Zuschauern in der Arena Leipzig, dabei ein mächtiger, stimmungsgewaltiger Auer Fanblock, Derbyzeit in sächsischen Handballgefilden. Kampfbetont und intensiv, spannend und emotional, spielerisch aus Leipziger Sicht weiter ausbaufähig. Gegen eine mannschaftlich geschlossene und über 45 Minuten auch spielerisch stärkere Mannschaft aus Aue mit einem überragenden Rückraum (Hansen 12, Brykner 6, Meinhardt 4 = 22 Tore) sorgte in der Schlussviertelstunde die kämpferische und ansatzweise auch spielerische Steigerung der Mannen vom SC DHfK Leipzig bei nachlassenden Auer Kräften für den 34:31-Erfolg. Inklusive der Fanunterstützung als „DHfK-Antreiber“ neben der Platte. 

Leipzig wollte sich nach der Offenbarungseid ähnlichen Hüttenberg-Pleite deutlich rehabilitieren. Gute erste 13 Minuten und 8:6-Führung bei hohem Tempo und gut herausgespielten Toren ließen sich gut an. Dann wurde der EHV Aue immer stärker, übernahm die Spielkontrolle aus dem Rückraum mit dem glänzenden Spielmacher Meinhardt und ging nach einem 2:7-Lauf mit 10:13 (23.) seinerseits in Führung.

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Es folgten die altbekannten Probleme im Leipziger Spielaufbau, technische Fehler und Fehlwürfe aus dem Rückraum. Torhüter Pulay mit 9 Paraden und 7 DHfK-Tore aus dem Gegenstoß bzw. der zweiten Welle hielten den Gastgeber bei 14:16-Halbzeitrückstand weiter auf Tuchfühlung. Auch Aues Torhüter Petursson stand Pulay mit 8 Paraden nicht nach. 

Ähnliches Bild bis Mitte der zweiten Hälfte. Aue führte 20:23 (41.) und die mitgereisten Fans waren hörbar lauter als die Leipziger Anhänger, die durch den nicht immer fair gegenüber den Gästen auftretenden Hallensprecher nach vorne gepeitscht wurden. Erst Brykners rote Karte nach 45 Minuten und die geringeren Wechselalternativen auf der Auer Bank sollten langsam spielentscheidend werden. Aber dies nicht allein, auch die Leipziger Handballer sorgten nun in einem höchst kampfbetonten Spiel bei eigener Leistungssteigerung in den letzten 10 Minuten für Derby-Höhepunkte. Ihrerseits mit einem 6:2-Lauf gingen sie nach 56 Minuten mit 29:27 in Führung und gaben diese sowie den Sieg nicht mehr aus der Hand. Selbst in einer 4:6-Unterzahlsituation über 38 Sekunden gelang dem Gastgeber durch Binder der Treffer zum 33:30 in der letzten Spielminute.

Den DHfK-Handballern waren die Siegfreude und Erleichterung nach diesem hart erkämpften Sieg deutlich in den Gesichtern abzulesen. Letztendlich ein wichtiger Erfolg als „teambildende Maßnahme“. DHfK-Trainer Prokop ist uneingeschränkt Recht zu geben in seiner Meinung: „Es wird die Zukunft zeigen, inwiefern wir die Leistung konstanter abrufen können. Hüttenberg haben wir vergessen gemacht, mehr aber auch nicht.“

Stimmen zum Spiel:

Rüdiger Jurke (Aue-Manager): „Leipzig brauchte den Sieg mehr als wir. Wir wollen drin bleiben – Leipzig will vorne mitspielen. Leipzig war ein glücklicher Sieger, verdient hatten sie es nicht. Wir hatten keine Alternativen auf der Bank. Der Hallensprecher hatte keine Ahnung.“

Matthias Gerlich (DHfK): „Wir hatten Tumulte im sportlichen Umfeld und auch die sportliche Form der letzten Wochen war schwankend und hat zu wünschen übrig gelassen. Und deshalb war es heute umso wichtiger, dass wir uns bis zur letzten Minute den „A …“ aufgerissen und das Spiel noch gedreht haben. Derbysiege schmecken umso schöner, wenn man sie so kämpferisch gewinnen kann. Im Sport gibt es immer Veränderungen, die ich nicht weiter kommentieren möchte. Wir haben die Antwort auf dem Platz gegeben.“

Philipp Weber (DHfK): „Wir haben als Team gewonnen. Wir haben zum Schluss verdient gewonnen. Ich will nicht über andere Sachen reden, die hinter uns liegen. Wichtig ist, dass wir heute gewonnen haben und das ist gut so.“

Timo Röttger (RB Leipzig): „Es war ein sehr spannendes Spiel bis zum Schluss mit einem verdienten Sieger. Vom spielerischen waren schon bessere Spiele dabei. Aber das kämpferische hat heute überragt. Ist im Derby auch normal. Wichtig ist, dass wir das Spiel auch gewonnen haben.“

Christian Prokop (DHfK-Trainer): „Es war wichtig, dass wir uns heute gesteigert gegenüber Hüttenberg präsentiert haben. Da waren wir alle enttäuscht, dass wir nicht dieses Feuer und Engagement reingebracht haben. Das haben wir uns heute besser erarbeitet. Es zählt nicht nur Feuer im Handball, sondern auch wie ein Team zusammen funktioniert, wie es eingespielt ist usw. Es zeigt sich in den Schlussphasen und da bin ich glücklich über die Punkte. Es wird die Zukunft zeigen, inwiefern wir die Leistung konstanter abrufen können. Hüttenberg haben wir vergessen gemacht, mehr aber auch nicht. Ich bekomme fast einen Herzinfarkt an der Seite.“

Lukas Binder (DHfK): „Am Ende haben wir doch noch gezeigt, dass wir ein Team sind und dass wir zusammenhalten können. Letztendlich ist noch alles gut gegangen und wir haben es doch gerissen.“

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