Exklusiv: Pokal-Final4 und die „Wiedergeburt“ des deutschen Frauen-Handballs

07.04.2014 – SPORT4Final – Pokal-Final4 – BLICK-Zurück:

Pokal-Final4 2014 in Leipzig: Exklusiv bei SPORT4Final

Historische Reminiszenzen sind in der heutigen Medienlandschaft eher altmodisch und „historisch überholt“. SPORT4Final bleibt seinem Stil treu und erinnert vor dem Pokal-Final4 gern an die sportliche  „Wiedergeburt“ des deutschen Frauenhandballs auf internationaler Ebene.

Das las sich damals so: „Ballverlust, Tempogegenstoß – Katja Schülke hält freien Ball und Sieg fest … Wieder in Weltklasse-Form mit einer Quote von ca. 50 % gehaltener Bälle hielt sie im Verbund mit einer exzellenten Abwehrformation den hauchdünnen 17:16-Sieg gegen Kroatien fünf Sekunden vor Spielende fest … Wer hätte dies vor dem EM-Turnier erwartet!! Mittendrin im Neuaufbau und Neuanfang.“

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Gemeint war das letzte Vorrundenspiel der Handball-EM 2012 in Serbien. Die deutsche Nationalmannschaft musste unbedingt gewinnen, um nicht nach der Vorrunde nach Hause zu fahren und ein ähnliches Debakel wie ein Jahr zuvor bei der Weltmeisterschaft in Brasilien mit dem 17. Platz zu erleben.

Pokal-Final4: Katja Schülke (HC Leipzig) - Nationalspielerin, Handballerin des Jahres 2012 und eine der besten Torfrauen der Welt - Foto: Sebastian Brauner, Sportsnine
Pokal-Final4: Katja Schülke (HC Leipzig) – Nationalspielerin, Handballerin des Jahres 2012 und eine der besten Torfrauen der Welt – Foto: Sebastian Brauner, Sportsnine

Nun, Katja Schülke wird aller Voraussicht nach beim diesjährigen Pokal-Höhepunkt nach der Geburt ihres Kindes noch nicht wieder dabei sein können. Aber ihre Glanzleistung damals und die äußerst positiven Entwicklungen im deutschen Frauen-Handball seither können das Pokal-Final4 in Leipzig am 26. und 27. April zu einem Leckerbissen in neuer, höherer Qualität leuchten lassen.

Der Höhenflug im Frauen-Handball kann auch an folgenden „historischen Tatsachen“ festgemacht werden:

1. Die beiden Topmannschaften Thüringer HC und HC Leipzig lieferten sich 2013 gutklassige Playoff-Finalspiele um die deutsche Meisterschaft und trafen im Endspiel beim Pokal-Final4 2013 in Göppingen aufeinander.

2. Die deutsche Nationalmannschaft spielte eine überzeugende Handball-WM 2013 in Serbien mit dem Erreichen des Viertelfinals und am Ende Platz 7.   [paycontent]

Nur hauchdünn und tagesformbedingt scheiterten Heine Jensens „Frauen“ am späteren WM-Dritten Dänemark, der im Halbfinale Weltmeister Brasilien stark forderte. Susann Müller vom HC Leipzig wurde WM-Torschützenkönigin und ins „All-Star-Team“ gewählt. Für SPORT4Final war Müller der zweite „MVP“ der Weltmeisterschaft – neben Eduarda Amorim (Győr) aus Brasilien. Und noch eine Auszeichnung für den deutschen Frauen-Handball: Die derzeit beste Vereinsmannschaft der Welt, Györi Audi ETO KC, verpflichtete Susann Müller ab der kommenden Saison für drei Jahre.

Susann Müller - Foto: DHB/Sascha Klahn
Susann Müller – Foto: DHB/Sascha Klahn

 

3. Mit der Aufwärtstendenz beim Handball-„Flaggschiff“ ging auch eine Weiterentwicklung im Vereinshandball einher. Für den in den letzten Jahren stagnierenden deutschen Rekordmeister HC Leipzig „sprang“ der dreifache Champion Thüringer HC „in die Bresche“. In einer herausragenden Champions-League-Saison 2013/2014 wurde das „Final Four“ der vier besten europäischen Teams nur um ein Tor oder einen Punkt je nach Betrachtungsweise verpasst. Mit dem zu erwartenden Wiedererstarken und Zurückmelden des deutschen Rekordmeisters auf internationalem Parkett in den kommenden Jahren könnte der deutsche Vereinshandball wieder mal an einem Europacupsieg „schnuppern“. Vorausgesetzt, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine bleibt zumindest auf derzeitigem Niveau erhalten und der Aderlass bzw. Weggang deutscher Topspielerinnen Richtung Südosteuropa (Müller, Althaus nach Skopje) wird in den nächsten Jahren nicht noch zunehmen.      

Pokal-Final4 Handball: Champions-League-Hauptrunde - Thüringer HC mit Alexandrina Barbosa (86) gegen FC Midtjylland 26:24 am 08.02.2014 in Nordhausen - Foto: Mario Gentzel (pictureteam.com)
Pokal-Final4 – Handball: Champions-League-Hauptrunde – Thüringer HC mit Alexandrina Barbosa (86) gegen FC Midtjylland 26:24 am 08.02.2014 in Nordhausen – Foto: Mario Gentzel (pictureteam.com)

Was früher u.a. mit Kristina Richter, Petra Uhlig, Waltraud Kretzschmar, Renate Wolf begann und mit Nadine Krause (Welthandballerin 2006), Grit Jurack fortgesetzt wurde, übernehmen nun als gedanklichen Staffelstab Weltklassehandballerinnen wie Katja Schülke, Anja Althaus oder Susann Müller. Und noch ein Aspekt am „Rande“: Warum soll dem Frauen-Handball in Deutschland nicht auch das gelingen, was die Pokal-Männer schon seit Jahren in Hamburg vormachen – ein emotionales und hochklassiges Pokal-Final4-Turnier aller besten Güte. Die historische und aktuelle Handball-Hochburg Leipzig ist prädestiniert dafür …

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