Handball-EM 2012: Meine EM-Analyse – Thesen

Die Handball-Europameisterschaft ist für die deutschen Damen vor dem Halbfinale beendet.

 

Normalerweise keine Überraschung – oder doch der 7. Platz in der Endabrechnung ? Ohne Wenn und Aber oder „hätte doch sein können“ kann ich mit dieser Platzierung gut leben:     [private]

  • Mit Platz 7 wurde ein Erfolg über eine deutliche Steigerung der Mannschaftsleistung erzielt. Ein Neuanfang nach mageren Jahren seit dem Bronze-Platz bei der WM 2007 in Frankreich wurde begonnen. Das Entwicklungspotential bei Team und Trainerstab kann und sollte in den nächsten Jahren effizient ausgeschöpft werden.
  • Der „Weg nach oben“ mit den Fernzielen Olympia 2016 und Heim-WM 2017 ist noch weit und bedarf großer Anstrengungen in den Vereinen und im Verband. Für mich ist ein erster Schritt gemacht, auch wenn manche Experten und der Verlauf einiger Spiele größere Fortschritte andeuteten. Die Schritte für die nächsten Jahre sind Stabilität, Leistungskonstanz, eine kreativ-moderne Spielweise und das Erarbeiten von psychologischer Siegermentalität. Über Erfolge in den Europacup-Wettbewerben wachsen und reifen unsere Nationalspielerinnen. Eine Bundesliga(-Reform) mit einem geringeren Leistungsgefälle und mehr Topspielen auf höherem Niveau wäre auch nicht zu verachten.
  • Im spieltaktischen und wurftechnischen Bereich liegen m.E. große Reserven. Die Reaktion und Anpassungsfähigkeit auf gegnerische Abwehrsysteme (5:1 oder 3:2:1) muss sich in unseren Angriffsleistungen und den herausgespielten Toren effizienter widerspiegeln. Diesbezüglich sind die Wettkampfhärte, das taktische Verhalten und noch mehr einstudierte Spielzüge weiter zu entwickeln. Viele Spielerinnen haben zudem im Wurf-Bild noch größere Reserven. Auch dadurch ist die Ausrechenbarkeit unseres Angriffs deutlich zu verringern.
  • Prunkstück unserer EM-Mannschaft war die Abwehrleistung und Organisation. Diese hatte maßgeblichen Anteil an dem erfreulichen Ergebnis. Um auch hier noch stärker zu werden, wären drei zu spielende Abwehrsysteme künftig optimal. Die Torhüterinnen Schülke und Woltering bewegen sich auf höchstem internationalem Niveau. Eine Spielerin gehört in das EM-All-Star-Team!
  • Höchst lobenswert finde ich den durch das Trainergespann eingeleiteten, systematischen Einbau jüngerer, hoch talentierter Spielerinnen. Geführt von Wohlbold und Steinbach im Angriff liegt hier ein Fundus künftiger Medaillen-Erfolge. Auf diesem Weg wird es gelingen, eine spielende und erfolgreiche Mannschaft mittelfristig aufzubauen. Auch Rückschläge sollten einkalkuliert werden. Diese abzustellen und mit Mut den weiteren Entwicklungsweg anzugehen, kann nur die Devise sein.
  • Euphorie ja – Selbstzufriedenheit nein! Notwendig sind weiterhin harte und kontinuierliche Arbeit. Kampfgeist, Emotionalität und Stimmungsbild des Teams stimmen. Auch künftig eine gute Basis für mutiges Arbeiten und Umsetzen des Gelernten auf der „Platte“.

Insofern ist mir nicht bange. Erfolge werden sich einstellen. Deutschland war, ist und bleibt eine Handball-Nation. Wir werden es erleben können. Die EM-Tage 2012 waren lehrreich und für den derzeitigen Entwicklungsstand des Teams erfolgreich. Macht‘ weiter so !!!

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