DVV-Männer: Deutschland lässt Italien keine Chance

17.09.2013 – PM:

Generalprobe geglückt: Im letzten Vorbereitungsspiel vor dem Beginn der Volleyball-EM in Polen und Dänemark (20.-29. September) hat die Nationalmannschaft der Männer auch das zweite Spiel gegen den Olympia-Dritten aus Italien gewonnen. Vor 2.712 Zuschauern in der ausverkauften Anhalt Arena in Dessau besiegte das Team von Bundestrainer Vital Heynen das italienische Team mit 3:0 (29-27, 25-22, 25-18), lieferte erneut eine überzeugende Vorstellung ab und ist für den EM-Auftakt am 20. September gegen Russland (17 Uhr – live auf SPORT1) gut gerüstet. Für die deutsche Auswahl punktete Georg Grozer (16) am erfolgreichsten, bei den Italienern gelangen Emanuele Birarelli die meisten Punkte (12).

Foto: Conny Kurth - Die DVV-Auswahl besiegte Italien 3:0
Foto: Conny Kurth – Die DVV-Auswahl besiegte Italien 3:0

In der Partie stand aber nicht nur der sportliche Aspekt im Vordergrund. Denn mit einer besonderen Aktion unterstützten der Deutsche Volleyball-Verband und die Stadt Dessau die Flutopfer in Dessau, die in diesem Sommer dem Hochwasser zum Opfer gefallen sind. Alle Zuschauer konnten für 1 Euro Lose am Stand des Fanclubs Deutsche Volleyball-Nationalmannschaften kaufen. Der Erlös von 1000 Euro kam vollständig den Betroffenen des Hochwassers zu Gute und wurde vom Deutschen Volleyball-Verband aufgerundet.

Foto: Conny Kurth - Insgesamt 1.000 Euro kamen bei der Spendenaktion des DVV und der Stadt Dessau zusammen
Foto: Conny Kurth – Insgesamt 1.000 Euro kamen bei der Spendenaktion des DVV und der Stadt Dessau zusammen

Startformation Deutschland:

Christian Fromm, Lukas Kampa, Björn Höhne, Marucs Böhme, Georg Grozer, Tim Broshog, Markus Steuerwald

Startformation Italien:

Simone Parodi, Ivan Zaytsev, Cristian Savani, Dragan Travica, Matteo Piano, Emanuele Birarelli, Salvatore Rossini.

Im Gegensatz zum Vortag veränderte Bundestrainer Vital Heynen sein Team auf insgesamt vier Positionen und brachte Björn Höhne für Denis Kaliberda, Lukas Kampa für Simon Tischer, Tim Broshog für Felix Fischer und Markus Steuerwald für Ferdinand Tille in die Partie. Sein Pendant Mauro Berruto verzichtete dagegen auf eine Änderung und vertraute den selben Spielern, wie einen Tag zuvor in Nordhausen.

Der Beginn des ersten Satzes erinnerte an das gestrige Match. Beide Teams brachten ihr Sideout durch und erlaubten sich keine Fehler (2-2). Doch das deutsche Team war von Beginn an hellwach und stellte mit einem Block von Björn Höhne den ersten Zweipunktevorsprung her (5-3). Die deutschen Spieler schienen auch an diesem Tag gut aufgestellt und lagen zur ersten technischen Auszeit mit 8-6 in Front. Vor allem die Blockarbeit funktionierte, denn kaum ein italienischer Angriff fand seinen direkten Weg in das deutsche Feld. Italien versuchte in der Folge im Aufschlag den Druck zu erhöhen und erwischte die deutsche Annahme ein ums andere Mal auf dem falschen Fuß. Ebenso wirkten die Angriffe der deutschen Auswahl nicht mehr zwingend genug und ermöglichten der italienischen Mannschaft den Ausgleich zum 12-12. Der Fokus der Italiener lag nun ganz auf Björn Höhne, der sowohl in der Abwehr als auch im Angriff zunehmend unsicher wirkte. Das italienische Team nutze dies aus und ging mit dem Punkt zum 15-16 in Führung. Bundestrainer Vital Heynen reagierte und wechselte Denis Kaliberda in der Schlussphase des ersten Durchgangs (21-23) für Höhne ein. Jetzt lag es an den Italienern ihren Vorsprung in das Ziel zu retten, doch ein Fehlaufschlag und ein Angriff im Aus stellten den erneuten Ausgleich wieder her. In einer spannenden Endphase, in der beide Teams ihre Satzbälle nicht nutzten, beendete ein Block von Broshog das Hin und Her und sorgte für die 1:0-Satzführung für Deutschland.

Foto: Conny Kurth - Die DVV-Auswahl lieferte eine ganz starke Vorstellung ab.
Foto: Conny Kurth – Die DVV-Auswahl lieferte eine ganz starke Vorstellung ab.

Im zweiten Durchgang erwischte Italien den besseren Start und lag schnell mit 3-0 in Führung. Allerdings legte das deutsche Team erneut eine starke kämpferische Leistung in den Tag und stellte durch Tim Broshog den Anschluss zum 4-5 wieder her. Ein Zwischenspurt der Italiener zum 4-8 machte die Hoffnung auf einen Ausgleich aber zunichte. Christian Fromm war es, der im weiteren Verlauf sein Team im Spiel hielt, einige sehenswerte Angriffe vollendete und mit einem Ass den Rückstand erstmals wieder auf zwei Punkte verkürzte (11-13). Der Vorsprung sollt bis zur Endphase des zweiten Satzes nicht schmelzen, bis Tim „Tower“ Broshog sich beim Stand zum 17-19 am Netz hochschraubte und einen italienischen Angriff blockte. In der Zwischenphase hielt aber auch Denis Kaliberda die Partie offen und brachte starke 80% seiner Angriffe unter (4/5 Punkte). Die endgültige Wende kam aber durch Philipp Collin, der mit zwei Assen für die erste deutsche Führung im zweiten Durchgang sorgte (22-20). Und als hätte das deutsche Team gefallen am Aufschlag gefunden, machte Georg Grozer mit erneut zwei Assen die Führung zum 2:0 perfekt (25-22).

Mit einer ganz starken Vorstellung eröffnete die DVV-Auswahl den dritten Durchgang und lag zur technischen Auszeit bereits mit 8-5 in Front. Auch im weiteren Verlauf ließ das deutsche Team keine Zweifel an der eigenen Überlegenheit aufkommen, dominierte das italienische Team in allen Elementen und schraubte das Ergebnis weiter nach oben (14-10). Die Italiener ihrerseits, offenbarten im letzten EM-Test große Schwächen in der Annahme und im Angriff und trieben ihren Trainer Mauro Berruto teilweise zur Weißglut. So passte es auch ins Bild, dass ein italienischer Fehlaufschlag die zweite Niederlage gegen Deutschland besiegelte (25-18), das deutsche Team aber mit viel Selbstvertrauen zur Europameisterschaft nach Polen fahren lässt.

Stimmen zum Spiel:

Markus Steuerwald: „Wir haben unsere Leistung von gestern bestätigt und erneut sehr konstant gespielt. Es lief noch nicht alles optimal, aber wir haben unsere Chancen konsequent genutzt. Ich denke, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Im Hinblick auf die EM haben wir alle Gegner in den letzten 1-2 Jahren geschlagen und müssen uns vor niemandem verstecken.“

Marcus Böhme: „Es war wieder ein Schritt nach vorn. Natürlich hatten wir mehr von den Italienern erwartet, nachdem sie schon gestern gegen uns verloren haben. Wir haben die Partie die ganze Zeit im Griff gehabt und vor allem im Aufschlag überzeugt. Jetzt fahren wir alle mit einem guten Gefühl nach Polen und sind gut vorbereitet.“

Der deutsche 15-er Kader:

Zuspiel: Lukas Kampa (Modena/ITA), Simon Tischer (Lyon/FRA)
Mittelblock: Marcus Böhme (Generali Haching), Tim Broshog (Moerser SC), Philipp Collin (Tours/FRA), Felix Fischer (BR Volleys)
Außenangriff: Denis Kaliberda (Piacenca/ITA), Björn Höhne (TV Ingersoll Bühl), Sebastian Schwarz (Generali Haching), Christian Fromm (Citta di Castello/ITA)
Diagonalangriff: Jochen Schöps (Rzeszow/POL), Georg Grozer (Belgorod/RUS), Simon Hirsch (Generali Haching)
Libero: Markus Steuerwald (Paris/FRA), Ferdinand Tille (Generali Haching)

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