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Sotchi 2014 Paralympics: Andrea Eskau in „Friendship Wins“-Episode

11.03.2014 – PM:

Sotchi 2014 Paralympics: 

Olympia-Videotagebuch – Andrea Schade ist die beste Freundin von Sitzski-Langläuferin, Biathletin und Olympiasiegerin Andrea Eskau

Andrea Eskau: „Sport ist für sie ein Stück Freiheit.“

Neues Friendship Wins-Video mit Sotchi-Goldmedaillengewinnerin Andrea Eskau

Sotchi 2014 Paralympics: Andrea Eskau und Andrea Schade – Foto: WE DO communication

Einerseits findet Andrea Schade, die beste Freundin von Sitzski-Langläuferin und Biathletin Andrea Eskau, paralympische Athleten „ganz normal“. Andererseits arbeitet sie als Physiotherapeutin schon seit Jahren für das deutsche Team und kann die besondere Bedeutung des Leistungssports für Athleten mit Behinderung einschätzen: „ Disziplinen wie Handbike oder Skifahren sind für sie eine Möglichkeit, sich schnell fortzubewegen und Geschwindigkeit zu erleben. So wird der Sport für sie zu einem Stück Freiheit.“

In Sotchi hat die 48jährige Alexandra Schade die erste Goldmedaille ihrer erfolgreichen Freundin Andrea Eskau (42) bei Paralympischen Winterspielen über 6 km Biathlon live miterlebt. Sie hat sie angefeuert, mit ihr gezittert und sie im Ziel gefeiert. Und als ihre erfolgsverwöhnte Freundin am Tag nach ihrem großen Triumpf beim 10 km Langlauf-Rennen in Sotchi wegen eines Asthma-Anfalls aufgeben musste, war sie genauso schnell an ihrer Seite. „Ich sehe, was meine Freundin Andrea und andere Para-Sportler leisten – die Arbeit mit ihnen inspiriert mich und gibt mir Kraft“, bringt Schade ihre Erfahrungen auf den Punkt.

Porträt Andrea Eskau

Biathletin und Langläuferin, geboren am 21. März 1971 in Apolda

Schon als Fünfjährige begeistert sich Andrea Eskau für jede Form des Sports in ihrer Umgebung. Die Eltern unterstützen ihren Tatendrang und sie trainiert Leichtathletik. Mit 14 Jahren kauft sie sich ein Rennrad und übt sich fortan als Radsportlerin und Triathletin. Ein paar Monate vor ihrem Abitur, im Winter 1998, fährt Andrea schnell mit dem Fahrrad zur Schule, um rechtzeitig zu einer Klausur zu kommen, rutscht auf einer Eisplatte aus und fällt mit dem Rücken auf den Bordstein. Die Folge ist eine schwere Wirbelsäulenverletzung, Andrea wird querschnittsgelähmt.

Obwohl die damalige Direktorin ihres Gymnasiums in Weimar dagegen ist, macht Andrea im selben Schuljahr, also im Frühling 1999, ihr Abitur. „Natürlich war ich damals sauer auf meine Direktorin, “ erinnert sie sich, „aber im Nachhinein bin ich ihr sogar dankbar: Viele Menschen haben sich für mich engagiert, damit ich trotzdem diese Schule besuchen konnte, Ärzte und etliche Mitschüler. Das setzte mich unter Druck: Ich konnte es mir vor ihnen nicht erlauben zu verzagen.“ Nicht verzagen bedeutet in diesem Falle: Andrea macht das beste Abitur ihres Jahrgangs.

Direkt danach beginnt sie Psychologie in Wuppertal zu studieren und hält außerdem Ausschau nach einer neuen Sportart. Sie entdeckt auf einem Trainingslager zum Erlernen des Rennrollstuhlsports das Handbike. Zwei Jahre später, 2002, kann sie sich ein eigenes Handbike leisten, nimmt drei Monate nach dem Kauf am Köln-Marathon teil und schafft den dritten Platz. Bereits im nächsten Jahr gewinnt sie zwei Silbermedaillen bei den Europameisterschaften im Paracycling (Handbike). Im Laufe der nächsten Jahre gewinnt sie 10 Weltmeistertitel und jeweils mindestens einen Deutschen Meistertitel pro Jahr. Darüber hinaus siegt sie bei vielen Weltcuprennen und zahlreichen City-Marathons. Bei den Sommer-Paralympics 2008 in Beijing und 2012 in London gewinnt sie insgesamt drei Goldmedaillen.

Obendrein beginnt Andrea 2009 mit dem Biathlon und dem Skilanglauf. Nach nur wenigen Monaten Training startet sie bei den Winter-Paralympics 2010 in Vancouver in diesen Disziplinen und erringt einmal Silber sowie einmal Bronze. Keine Frage, in Sotchi will sie Gold gewinnen, getreu ihrem Lebensmotto, das sie von dem italienischen Rennfahrer Mario Andretti übernommen hat: „If everything seems under control, you`re just not going fast enough.“

Wenn sie nicht trainiert oder an Wettkämpfen teilnimmt, arbeitet die diplomierte Psychologin, die zusammen mit ihrer Lebensgefährtin in Köln Bergheim wohnt, heute als Leiterin des Fachgebiets Behindertensport am Bundeinstitut für Sportwissenschaft in Bonn.

Sotchi 2014 Paralympics: Andrea Eskau und Andrea Schade – Foto: WE DO communication

Die Freundschaft

Für Andrea Eskau ist die Gesellschaft von Alexandra Schade weitaus wichtiger, als man es von der Physiotherapeutin einer Sportlerin erwarten sollte. Kennen gelernt haben sich die beiden im Jahre 2009 während der Handbike Meisterschaften im italienischen Bogogno. Damals war Alexandra Schade als Physiotherapeutin der deutschen Paracyler dabei. Seither hat Schade – selbst früheres Mitglied der deutschen Judo Nationalmannschaft – fast alle wichtigen Wettkämpfe der Paralympikerin miterlebt. Wenn Alexandra nicht als Physiotherapeutin arbeitet, lebt die Mutter von zwei Kindern im baden-württembergischen Stegen, widmet sich der Aufzucht und dem Training von Pferden und nimmt hin und wieder an Wettkämpften im Westernreiten teil.

Die 48jährige Alexandra und Andrea, die im März 43 Jahre alt wird, finden einander in manchem sehr ähnlich: „Wir beide feiern die Feste, wie sie kommen”, erklärt Andrea. Wenn sie können, teilen sie auf Wettkampf-Touren ein Zimmer. „Alex kann bei mir immer wieder die Sonne hervorholen, auch wenn ich meines Rücken wegen Schmerzen habe“, bekennt die Sportlerin. „Und Alex ist diejenige, die mich am besten zur Vernunft bringen kann, wenn ich einen Wutanfall habe – umgekehrt gilt das aber genauso.” 

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