Handball EM 2016: Deutschlands „Ladies“ gaben „Matchzugriff“ bei Niederlage gegen Frankreich aus der Hand

Clara Woltering - Handball EM 2016: Deutschlands „Ladies“ - Foto: Sascha Klahn/DHB
Clara Woltering – Handball EM 2016: Deutschlands „Ladies“ – Foto: Sascha Klahn/DHB

Handball EM 2016 Schweden: Deutschlands „Ladies“ von Bundestrainer Michael Biegler standen im zweiten Vorrunden-Match der Handball EHF EURO in Schweden gegen den olympischen Silbermedaillengewinner von Rio 2016, Frankreich, lange vor einer weiteren Sensation. Mit 20:22 (11:11) verlor die DHB-Auswahl gegen die „Equipe Tricolore“ denkbar knapp. Als „Matchplayer“ wurde Clara Woltering (15 Paraden – 41 Prozent) geehrt. Frankreichs Keeperin Laura Glauser (12 Paraden in 42 Minuten – 50 Prozent) war in der zweiten Halbzeit noch stärker.

Die Handball-Nationalmannschaft Deutschland brachte nach einem ausgezeichneten Start von 8:4 nach 16 Minuten durch eigene technische und Regelfehler sowie nachlassender Struktur im Angriff die französische Mannschaft zurück ins Spiel.

Deutschland darf im letzten Vorrundenspiel gegen Polen nicht verlieren, um die Hauptrunde der Europameisterschaft zu erreichen.

06.12.2016 – SPORT4FINAL / Frank Zepp:

SPORT4FINAL-Chefredakteur Frank Zepp
SPORT4FINAL-Chefredakteur Frank Zepp

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Deutschlands „Match-Kontrolle“ in den ersten zwanzig Minuten

Das Biegler-Team startete souverän und mental stark in die Partie. Eine wahnsinnig-gute Abwehrleistung bei Torhüterin Clara Woltering und im Innenblock bei Julia Behnke und Kim Naidziniavicius hielten die Französinnen klar in Schach. Beim 10:7 (22.) kippte langsam die Partie.

Deutschland verlor „Matchzugriff“ durch eigene technische Fehler und nachlassender Wurfeffizienz (48:46 Prozent im Match)

Bis zur Halbzeit konnte die deutsche Mannschaft das Gleichgewicht der Kräfte noch halten. Aber der zuvor deutlich sichtbare „Sieg-Flow“ ging verloren. Insgesamt 15 technische Fehler (9/6 pro Halbzeit) sind auf höchstem Niveau einer Europameisterschaft zu viel.

Frankreich dominierte Start in zweite Hälfte und „verwaltete“ Vorsprung

Deutschland erwischte einen rabenschwarzen Start nach der Pause. Durch Frankreichs 4:0-Lauf in fünf Minuten kippte die Begegnung. Die DHB-Auswahl benötigte bis zur 50. Minute, um wieder halbwegs Stabilität ins eigene Speil zu bekommen. Die Angriffsstruktur des ersten Drittels konnte nicht mehr wieder erlangt werden. Beim 18:22 nach 58 Minuten bog Frankreich endgültig auf die Siegerstraße ein.

Stimmen zum Match (Quelle: EHF Media):

Michael Biegler (GER): „Ich bin nicht zufrieden mit dem Ergebnis, aber zufrieden mit bestimmten Schritten, die wir voraus gemacht haben. Die Zuschauer sahen ein spannendes Spiel von zwei starken Mannschaften. Einige Dinge waren wirklich gut. Einige Dinge müssen wir, wie den Beginn der zweiten Hälfte, besser machen. Unsere Verteidigung war wirklich gut. Clara war eine starke Torhüter, deshalb bin ich zwischen Glück und Unglück.“

Clara Woltering (GER): „Es ist nicht wichtig für mich der MVP zu werden. Aber es ist wichtig, wie wir gespielt haben. Und ich bin wirklich stolz auf mein Team. Es war nicht leicht für Frankreich, uns zu schlagen, aber schließlich entschied die französische Erfahrung das Spiel. Wir kommen wieder stärker gegen Polen.“

Olivier Krumbholz (FRA): „Ich bin sehr glücklich und zufrieden nach diesem schwierigen Spiel. Wir hatten eine Menge Probleme am Anfang. Deutschland hat sehr gut gespielt und hatte einen hohen Prozentsatz bei den Würfen. So dass es eine Weile dauerte, unser eigenes Spiel zu entwickeln. In den letzten 40 Minuten haben wir unsere Fähigkeiten und Effizienz gezeigt. Dies war ein sehr wichtiges Ergebnis für die Zukunft.“

Manon Houette (FRA): „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden und vor allem über das Ende der ersten Hälfte. Unsere Verteidigung hat hart gearbeitet und persönlich bin ich zufrieden.“

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