Puhdys Rocklegende „Quaster“ bei SPORT4FINAL: „Sprung ins kalte Wasser, Fußball EURO und historische Frage der Ansicht“

Puhdys Rocklegende „Quaster“ bei SPORT4FINAL: „Sprung ins kalte Wasser, Fußball EURO und historische Frage der Ansicht“ - Foto: SPORT4FINAL
Puhdys Rocklegende „Quaster“ bei SPORT4FINAL: „Sprung ins kalte Wasser, Fußball EURO und historische Frage der Ansicht“ – Foto: SPORT4FINAL

Im zweiten Teil des Interviews sprach SPORT4FINAL-Redakteur Frank Zepp mit Puhdys Rocklegende Dieter „Quaster“ Hertrampf über seine Solo-Karriere nach der Puhdys-Kultzeit, Deutschlands Titelkampf bei der Fußball EM in Frankreich und die historische Dimension der Rockmusik der Puhdys.

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Ist der Eisbären-Song quasi ein „Weltmeister-Titel“ in Eurem musikalischen Schaffen?

Quaster: „Na man kann schon sagen, es ist einer der erfolgreichsten Titel neben ‚Alt wie ein Baum‘. Aber es gibt noch viele andere erfolgreiche Titel. In den letzten 25 Jahren hat sich auch viel verändert. Da will keiner mehr was vom Osten wissen. Die spielen nur noch die alten Songs im Radio und alles, was wir neu gemacht haben, wird ja nicht so angeguckt. Da sind wir ein bisschen hinten dran, aber wie gesagt: Wir haben ja äh nie durch die Verkäufe der Platten Geld verdient sondern immer nur durch die Live-Konzerte. Und das soll auch so bleiben. Ich bin ja nicht Musiker geworden, um zu Hause herum zu sitzen und das Geld zu zählen. Ich bin Musiker geworden, weil ich auf der Bühne spielen will. Das macht Spaß. Und da ist das Geld erstmal zweitrangig. Wenn man dann davon leben kann, umso besser. Wir konnten das. Ich habe letztes Jahr mein 50-jähriges Jubiläum als Profi-Musiker gehabt.“

Quaster mit Solo-Karriere nach Puhdys-Kultzeit

Deine Profi-Karriere als Solist geht ja jetzt weiter?

Quaster: „Ja. Ich habe zwei Projekte. Die Meisten schreiben ja Bücher. Einmal erzähle ich meinen musikalischen Werdegang auf der Bühne mit den passenden Musik-Beispielen aus den jeweiligen Zeiten. Über einen neun Quadratmeter großen Video-Wall zeige ich alte Bilder und Filme sowie Live-Bilder. Das wird eine lustige Geschichte und ich habe immer einen Gast, einen Freund dabei – meinen Schatten, der mich immer zurückholt, wenn ich abschweife. Auch meine Tochter kommt als Gast vorbei, wenn sie kann. Das Projekt heißt‚ ‚Quaster live – ich bereue nichts‘. Aber sie ist auch bei dem anderen Projekt dabei. Dieses heißt‚ ‚Quaster live – family and friends‘. Da sind alle aus meiner Familie mit dabei – also vier Leute machen mit. Peter Rasym spielt auch mit, der nicht mehr Bimbo heißen will. Und ein toller Gitarrist Uwe Fischer.“

Auch mit neuen Titeln?

Quaster: „Das muss ich ja nicht machen. Ich spiele den Leuten Titel vor, die sie kennen. Die sie durch unsere Platten kennen und die sie nie live gehört haben. Das sind die Lieder von meiner Soloplatte 1987. Und ich habe ja 60 Songs bei den Puhdys gesungen. In den Konzerten habe ich ja immer nur zwei oder drei Songs gesungen. Sie werden insgesamt Puhdys- und bekannte Songs hören. Ich bin gespannt, was passieren wird. Es ist ein Sprung ins kalte Wasser und ich hoffe, dass es funktioniert.“

Quaster und die Fußball EURO

Noch ein aktueller ‚Return“ bitte zum Sport. Verfolgst Du die Fußball-EM in den nächsten Wochen intensiv?

Quaster: „Wir, also auch meine Frau, werden uns um den Fußball kümmern. Um die Spiegel und die Antenne hat sie Fahnen gewickelt. Wir werden jetzt auch wieder vor der Video-Wall sitzen und gucken, was da so losgeht.“

Kann Deutschland Europameister?

Quaster: „Ich hoffe es. Aber das weiß man ja, die Überraschungen sind überall im Sport möglich. Manchmal verliert man gegen die Schlechtesten der Gruppe und dann  gewinnen sie wieder gegen die Brasilianer. Die Motivation und der Kopf spielen schon eine große Rolle.“

Eine historische Frage der Ansicht

Was war Dein Highlight oder schönstes Erlebnis auf der Bühne?

Quaster: „Jeder Tag. Wir haben so viele tolle Konzerte gemacht. Ich kann mich an gar nichts erinnern, was nun schlecht war. Es gab immer ganz tolle neue Momente: Zum Beispiel, als wir uns gefunden hatten. Dann unsere erste Aufnahme. Unser erstes Mal im Radio. Die erste Auslandstour. Die erste Platte. Die Reisen in den Westen. Alles waren Highlights. Besonders hervor gestochen waren solche Highlights wie die Waldbühne, auch schon 1980 bis 1982 mit 16.000 Leuten – da war die Grenze noch zu. Weitere in der O2-World oder jetzt Mercedes-Benz Arena in Berlin.“

Euer Musikschaffen wird historisch immer wertvoll aus beiden Epochen DDR und Bundesrepublik bleiben.

Quaster: „In der Laudatio bei der Echo-Verleihung wurde ja gesagt, dass wir für die deutschsprachige Rockmusik einen entscheidenden Beitrag für Gesamt-Deutschland geleistet haben. So war es ja auch. Letztendlich waren wir seit 1976 im Westen unterwegs und haben da auch unsere Erfolge in allen großen Hallen gefeiert. Das wurde auch gewürdigt. Es wurde aber nicht popularisiert: Wir waren zu Ostzeiten im Westen nicht so vermarktbar wie wir gewesen wären, wenn wir im Westen gewohnt hätten. Aber dann wäre die Musik nicht entstanden und das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Infolgedessen ist das alles eine Frage der Ansicht. Wie ein Titel von uns heißt.“

Quaster, ich bedanke mich ganz herzlich für das ausführliche und sehr interessante Interview. Ich wünsche Dir für die drei letzten Rocklegenden-Konzerte viel Erfolg und künftig alles Gute und viel Gesundheit bei Deiner Solo-Karriere.

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