DHfK Leipzig: Spielerische Klasse bezwingt (fast) übertriebene Härte des TuS N-Lübbecke

SC DHfK Leipzig vs. TuS Nettelstedt-Lübbecke - Foto: Rainer Justen
SC DHfK Leipzig vs. TuS Nettelstedt-Lübbecke – Foto: Rainer Justen

Was Champions-League-Sieger FC Barcelona am vergangenen Wochenende in der Königsklasse beim aktuellen Final4-Dritten in Kielce schaffte, gelang nun auch dem Bundesliga-Aufsteiger SC DHfK Leipzig.

In den letzten vierzig Sekunden ein umkämpftes Match noch zum Punktgewinn zu drehen,  schafft man nur mit spielerischer Klasse und einem Kämpferherz auf dem richtigen Fleck. Die Gastgeber vom TuS Nettelstedt-Lübbecke übertrieben angesichts dreier roter Karten die Härte und wurden nur mit einem Punkt „belohnt“.

 

 

 

Handball-WM 2013 in Spanien: SPORT4Final - Redakteur Frank Zepp im Palau Sant Jordi in Barcelona am 27. Januar 2013 - Foto: SPORT4Final
Frank Zepp im Palau St. Jordi in Barcelona

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25.10.2015 – DHfK Leipzig / SPORT4Final / Frank Zepp:

„Oh, wie ist das schön!“ sangen 150 Handballfans am Sonnabendabend in Lübbecke laut. Sie feierten das wahnsinnige 24:24 (8:11), das die Männer des SC DHfK Leipzig in den letzten 40 Sekunden erreicht hatten, und damit den vierten Auswärtspunkt des Aufsteigers in der laufenden Saison.

Die DHfK-Handballer ließen in der Kreissporthalle im ostwestfälischen Lübbecke insbesondere in der ersten halben Stunde des Spieles viele Wünsche offen. Dabei stand die Abwehr der Gäste meistens sehr sicher. Doch dafür fehlte den Angriffen die erforderliche Präzision. Vor dem Seitenwechsel konnten weder Weber noch Janke, Pöter, Steinert oder Semper die gewünschte Wirkung erzielen. Chefcoach Christian Prokop hatte schon mehrere Varianten probiert. Trotzdem lagen die Sachsen 1:3, 3:5, 7:9 beziehungsweise 8:11 hinten.

DHfK-Leipzig-Trainer Christian Prokop justierte in der Halbzeitpause neu und sein Team startete tatsächlich mit neuem Schwung in das Spiel. Prompt konnten Krzikalla, Binder und Weber mehrere Male den Ausgleich markieren sowie Milosevic und Janke die körperkulturellen Handballer mit 18:16 Toren in Führung bringen.

Allerdings wurde der Vorsprung durch vermehrte Abspielfehler und vergebene Chancen schnell wieder eingebüßt. Außerdem mussten die DHfK-Handballer mit der zunehmenden Härte des Kontrahenten zurechtkommen. Vorneweg Christoph Steinert, der in der letzten Saison im benachbarten Minden auf der Platte stand, musste Fouls wegstecken. Das Konzept des Gastgebers schien – trotz roter Karten für Remer, Lazovic und Borozan – auf zu gehen. Der aktuelle Nationalspieler Jens Schöngarth erzielte in der vorletzten Minute das „sichere“ 24:22 aus Nettelstedter Sicht.

Doch der Aufsteiger aus Sachsen kämpfte. Die DHfK-Handballer schafften 42 Sekunden vor dem Schlusspfiff das Anschlusstor durch Krzikalla, einen schnellen Ballgewinn an der Mittellinie und einen Kontertreffer durch Sommer. Ausgleich! Sie verteidigten den verdienten Auswärtspunkt in den restlichen 24 Sekunden der Auseinandersetzung.

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Trainerstimmen:

Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): „Das war ein unglaublich intensives Spiel. Wir wussten um die prekäre Situation beim TuS und haben ein hartes Spiel erwartet. Unser Ziel war es, in diesem Duell gegen den Abstieg diszipliniert und mutig zu spielen. In der ersten Halbzeit ist uns dies nur in der Deckung gelungen. Der nötige Mut und flüssige Spielzüge haben jedoch im Angriff gefehlt. Bei dieser Angriffsleistung waren wir für ein Auswärtsspiel mit drei Toren Rückstand zur Pause noch gut bedient. Im zweiten Abschnitt haben wir dann bessere Entscheidungen aus dem Rückraum getroffen und standen weiterhin saustark in der Abwehr. Nach diesem Spielverlauf bin ich heute mit dem Punktgewinn zufrieden.“

Goran Suton (TuS Nettelstedt-Lübbecke): „Die Voraussetzungen waren vor dem Spiel nicht die besten für uns. Auch wenn wir heute hätten gewinnen müssen, so bin ich stolz auf meine Jungs, denn sie haben unglaublich gekämpft. Wir haben gefühlt sehr lange Zeit in Unterzahl gespielt, das macht die Verteidigung nicht einfach. Auch Spieler, welche vor der Partie noch angeschlagen waren, haben heute ihren Beitrag geleistet. Das zeigt, dass die Moral und Haltung in der Mannschaft noch am Leben sind. Die drei roten Karten werfen uns zurück, trotzdem hatten wir den Sieg in der Hand. Daher ist es ärgerlich, dass wir den letzten Angriff nicht clever genug ausgespielt haben. Doch mit so einer Leistung wie heute können wir das nächste Ligaspiel in Stuttgart gewinnen.“

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