Lange Gesichter in Handball-Rostock: Desaströse Empor-Niederlage mit Klassenunterschied gegen ThSV Eisenach

24.08.2014 – SPORT4Final:

Handball – 2. Bundesliga:  1. Spieltag

HC Empor Rostock vs. ThSV Eisenach  25:36  (12:17)  vor 1.300 Zuschauern in der Stadthalle Rostock

Spielfilm: 

6:2 (8.); 6:6 (13.); 10:10 (19.); 11:13 (24.); 12:17 (30. – HZ)

13:21 (35.); 16:26 (44.); 20:27 (48.); 23:33 (54.); 25:36 (Endstand) 

Aus Rostock berichtet SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp. 

Wohin man auch in der neuen Spielstätte des Handball-Zweitligisten HC Empor Rostock schaute – lange Gesichter allenthalben in der Stadthalle Rostock. Nach dem Spiel auf den Zuschauerrängen, bei den „einheimischen Pressevertretern“ und in der „Coca Cola (VIP) Lounge! Die desaströse Heimniederlage der Hausherren gegen Ligafavorit THSV Eisenach mit 25:36 Toren schmerzte ungemein, weil sich ein Klassenunterschied zwischen beiden Teams offenbarte. Und dann gab es noch in der Wochenmitte Jubelschreie nach der Siebenmeter-Pokal-Sensation gegen TUSEM Essen. Nur Essen war heute im Lostopf (erwischte die Füchse Berlin daheim), weil Rostocks Spieler Maic Sadewasser zwar einen Spielerpass aber laut HBL keine Spielberechtigung hatte (!?!) – aus der Pokaltraum und Niederlage am grünen HBL-Tisch. Aus Rostocker Sicht wird rechtlich nicht nachgekarrt, aber auf Fehlersuche gegangen. Und dann noch die alle heimlichen Wunschträume schon am ersten Ligaspieltag zerstörende Heimpleite gegen Eisenach! Eine Rostocker Handballwoche mit historischer Tragweite. 

Lange Gesichter in Handball-Rostock: Desaströse Empor-Niederlage mit Klassenunterschied gegen Ligafavorit THSV Eisenach - Foto: SPORT4Final
Lange Gesichter in Handball-Rostock: Desaströse Empor-Niederlage mit Klassenunterschied gegen Ligafavorit THSV Eisenach – Foto: SPORT4Final

Empor Rostock legte wie die Feuerwehr (6:2 – 8.) los, um auch spielerisch wie mental genauso schnell nach der Eisenacher „Eingewöhnungsphase“ einzubrechen. Möglicher psychologischer Knackpunkt in der 10. Minute bei 6:3: Rostocks Tom Wetzel, bis dahin schon zwei Tore, trat zum Strafwurf an und scheiterte genauso wie beim Nachwurf. Danach übernahm Eisenach die spielerische Initiative über eine knallharte Deckungsarbeit mit einem erstligareifen Innenblock durch Nicolai Hansen und Branimir Koloper. Empor verlor den Spielfaden, den Zugriff auf das Spiel und „produzierte“ Fehler über Fehler in Abwehr und Angriff. Bei 11:13 und zweimaliger Überzahl fiel die Vorentscheidung bis zur Pause. Rostocks schwache Wurfeffizienz, „mit 42 Prozent kann man kein Spiel gewinnen“ meinte Trainer Dr. Rastislav Trtik nach dem Spiel, sowie die erstklassige Torhüterleistung von Eisenachs Rene Villadsen (13 Bälle Halbzeit eins und 18 Bälle insgesamt und SPORT4Final-Spieler des Matches) zerstörten Empors Sieghoffnungen. Bei der ersten 10-Tore-Führung nach 44 Minuten gab es keine zwei Meinungen über den wahrscheinlichen Sieger mehr.  

Eisenach war das kompaktere, besser eingespielte und clevere Team, das Rostocks Schwächephasen konsequent bestrafte, ohne selbst voll gefordert zu werden. Empor bekam Gäste-Spielmacher Hannes Jonsson, Klasse sein Hüftwurf zum 30:22, nie in den Griff und war selbst im Spielaufbau zu wenig strukturiert. Aber Empor versuchte zumindest alles, um das Spiel noch zu beeinflussen. Mehrere Torhüterwechsel (beide mit insgesamt 15 Prozent gehaltener Bälle) sowie Umstellungen im Abwehrbereich auf das 4:2-Deckungssystem bereits in der Schlussphase der ersten Hälfte und sogar auf die 3:3-Variante Mitte der zweiten Halbzeit trugen keine Früchte. Für Empor Rostock war es ein „gebrauchter Spieltag“, an dem wenig gelang und für den Trainer viel Analysematerial an Spielszenen zur Auswahl stehen. Hauptsächlich im Spielaufbau und in der Abstimmung zwischen Deckung und Torhüter scheint viel Arbeit vor dem Übungsleiter zu liegen. Auch psychologisch muss die Mannschaft nach dieser denkwürdigen „Handballwoche“ aufgerichtet werden. „Eisenach hat verdient gewonnen. Wir haben viel zu viele Chancen vergeben und somit den Torwart berühmt geworfen. Dadurch haben die Spieler das Selbstvertrauen verloren“, so ein enttäuschter Rostocker Trainer Trtik. 

Nach Hildesheim auswärts kommt mit Großwallstadt in zwei Wochen der nächste Aufstiegskandidat an die Ostseeküste. In der sehr ausgeglichenen zweiten Bundesliga sollte Empor nach dem glänzenden Start in der Vorsaison einen diesjährigen Fehlstart möglichst vermeiden.

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