HC Leipzig quält sich zu qualitätsarmen Arbeitssieg gegen Göppingen

19.01.2014 – SPORT4Final:

HC Leipzig vs. Frisch Auf Göppingen 30:28 (15:16) vor 2.400 Zuschauern in der Arena Leipzig

HC Leipzig-Manager Kay-Sven Hähner: „Unser Niklas Landin ist Katja Schülke, aber der steht nicht auf dem Platz.“

„Spielfilm“:

4:4 (8.), 9:9 (16.), 11:14 (24.), 15:16 (Halbzeit) – 18:17 (35.), 25:19 (43.), 26:22 (47.), 28:28 (58.), 30:28 (Endstand)

WM-Torschützenkönigin Susann Müller vom HC Leipzig - Foto: Sebastian Brauner
WM-Torschützenkönigin Susann Müller vom HC Leipzig – Foto: Sebastian Brauner

In der Handball-Bundesliga der Frauen bleibt der HC Leipzig mit zwei Punkten Rückstand auf den Thüringer HC weiterhin auf Schlagdistanz zum Titelverteidiger. Aber der deutsche Rekordmeister quälte sich zum Abschluss einer turbulenten Woche mit der doppelten Ørneborg-Beurlaubung zum knappen 30:28-Erfolg gegen Frisch Auf Göppingen.

Zwei Minuten vor Spielende glichen die Gäste durch die ehemalige Leipzigerin Marlene Windisch zum 28:28 aus. Die weiterhin formschwache Maura Visser brachte Leipzig wieder in Führung. Leipzigs Keeperin Melanie Herrmann hielt von ihren wenigen Bällen den Wichtigsten im Spiel, als sie einem Göppinger Tempogegenstoß den Torerfolg versagte. Schließlich sorgte Alexandra Mazzucco mit dem 30:28 neun Sekunden vor Schluss für die Entscheidung in einem spannenden, aber qualitätsarmen Spiel auf „Augenhöhe“. Am 27. Januar folgt in Göppingen das DHB-Pokalviertelfinale gegen den HC Leipzig. Für den HC Leipzig steht dabei nach dem Ausscheiden im Europacup die zweite Titelhoffnung auf dem Prüfstand.   

HC Leipzig-Manager Kay-Sven Hähner brachte nach dem Spiel einen der Kern- bzw. Schwachpunkte seiner Mannschaft auf den Punkt: „Unser Niklas Landin ist Katja Schülke, aber der steht nicht auf dem Platz.“ Ohne Topleistung auf dieser spielentscheidenden Position kann ein Team keine Titel holen! 

Gleiches gilt für eine dynamische Abwehrleistung im 6:0-Verbund. Nach einem 7:5-Start in den ersten zehn Minuten war das „bewegungsarme“, nicht verschiebende Leipziger „Abwehrbollwerk“ diesen Namen nicht wert. Ohne Tempo und Leidenschaft können Tore kaum verhindert werden. Göppingen ging mit 14:11 in Führung und rettete diese mit einem Tor in die Halbzeit.

Der HC Leipzig spielte die Viertelstunde nach der Pause annähernd so, wie Interimscoach Wieland Schmidt sich das vorstellt: Aus der Abwehr heraus die Bälle blockend oder „stehlend“ und sofort in den Gegenstoß übergehend, wie zu Schmidts aktiver Zeit auch das Erfolgsrezept des SC Magdeburg war, schien beim 25:19 (43.) die Vorentscheidung im Spiel zu Gunsten der Leipziger gefallen.

Mitnichten. Der HC Leipzig ließ kampfstarke Göppinger Spielerinnen durch eigene Unzulänglichkeiten im Spielaufbau wieder zurück ins Match kommen. Göppingens Beate Scheffknecht, erfolgreichste Torschützin im Spiel mit 11 Treffern, bekam der Gastgeber nicht in den Griff. Aber Leipzig hatte ja noch Susann Müller (10 Tore), Kapitänin Karolina Kudlacz (7 Tore) und Luisa Schulze (4 Tore), die mit Müller zusammen im Abwehr-Innenblock zu harmonieren beginnt. Alle anderen, gestandenen Spielerinnen des HC Leipzig ringen derzeitig um ihre Normalform. Genug Arbeit verbleibt für das neue Trainer-Duo Schmidt/Berthold in den kommenden Wochen. Auch das „Gigantenduell“ mit dem Thüringer HC am 19. Februar in Bad Langensalza ist schon in Sichtweite.         

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