Handball Bundesliga: HC Leipzig siegreich. SG BBM Bietigheim vor EHF-Cup-Finale

Handball Bundesliga: HC Leipzig siegreich. SG BBM Bietigheim vor EHF-Cup-Finale - Foto: HC Leipzig
Handball Bundesliga: HC Leipzig siegreich. SG BBM Bietigheim vor EHF-Cup-Finale – Foto: HC Leipzig

Handball Bundesliga und EHF-Cup kompakt: Der Abstiegskampf wird zum schwäbischen Derby, an der Spitze ist der Titelkampf endgültig nur noch ein Zweikampf zwischen Tabellenführer SG BBM Bietigheim und Titelverteidiger Thüringer HC. Auf dem internationalen Parkett hat der Bundesliga-Spitzenreiter aus dem Enztal gute Chancen auf den Einzug ins Finale. Für die TuS Metzingen wird dies hingegen nach einer hohen Hinspiel-Niederlage schwer.

11.04.2017 – PM HBF / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Handball Bundesliga und EHF-Cup kompakt: Das Spitzenspiel in der Liga musste bereits unter der Woche ausgetragen werden, denn sowohl Bietigheim als auch Metzingen waren am Wochenende im EHF-Pokal gefordert. Nach dem 24:23-Auswärtserfolg in Metzingen sind die Enztälerinnen weiterhin mit weißer Weste, Metzingen ist hingegen schon zehn Zähler dahinter. „Nach einer Niederlage bin ich nie zufrieden, aber heute bin ich stolz auf mein Team, das sich nach der Niederlage in Dortmund zusammengerauft hat. Nach der schwachen Anfangsphase ist das Team klasse zurückgekommen und wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Am Ende hatten wir einige Fehler die das Spiel entschieden haben, so Metzingens Manager Ferenc Rott. „Das haben die Mädels sehr gut gemacht, der Sieg war eine tolle Teamleistung“, freute sich unterdessen Martin Albertsen. „In dem Spiel waren viele Emotionen auf beiden Seiten. In der ersten Halbzeit waren wir anfangs sehr gut im Angriff, dann hat Metzingen das Spiel in den Griff bekommen. Für uns war es dann eine wunderschöne zweite Halbzeit, in der wir sehr, sehr gut gespielt und gekämpft haben – deshalb haben wir sie auch mit 15:11 gewonnen“, so der dänische Coach der Bietigheimerinnen nach dem 20. Sieg im 20. Spiel.

Martin Albertsen kann an diesem Montag entspannt seinen 43. Geburtstag feiern, denn auch international sorgte sein Team für Furore und besiegte im Hinspiel des Handball EHF-Pokal-Halbfinals den dänischen Erstligisten NFH Nyköbing mit 38:27 (19:13). „In der Partie war von Beginn an sehr viel Tempo. Deshalb sind auch so viele Tore gefallen“, so BBM-Kapitänin Nina Müller. „Es hat niemand damit gerechnet, dass es so hoch ausgehen würde.“ Katerstimmung hingegen bei der TuS Metzingen, die ihr Heimspiel gegen den Titelfavoriten Rostov-Don deutlich mit 18:29 verlor. „Das war ein Lehrspiel. Aus den Fehlern werden wir lernen“, so Spielmacherin Anna Loerper und ergänzte: „Wir waren insgesamt zu harmlos.“

Vier Punkte hinter Bietigheim und nun mit sechs Zählern Vorsprung auf Metzingen belegt der Thüringer HC den zweiten Rang in der Liga. Der Deutsche Meister mühte sich in Blomberg zu einem 31:27-Auswärtserfolg. „Ich bin einfach überglücklich, dass wir es geschafft haben, bei dem schweren Auswärtsspiel, beide Punkte zu behalten. Wir hatten in beiden Halbzeiten den längeren Atem“, freute sich THC-Coach Herbert Müller. „Wir wussten, dass Thüringen bis zum heutigen Tag fast doppelt so viele Spiele bestritten hat wie wir. Wir haben gehofft, dass wir sie über Geschwindigkeit, über Tempo und vielleicht ein bisschen mehr Kraft zum Ende hinaus schlagen oder ärgern können“, so HSG-Coach Andre Fuhr, der ergänzt: „Da müssen auch Kleinigkeiten passen und richtig gemacht werden. Die Großchancen müssen rein und Überzahlsituationen genutzt werden. Das ist uns am Ende nicht mehr gelungen.“

Sechs Punkte hinter Metzingen liefern sich der Buxtehuder SV und der HC Leipzig einen Zweikampf um Rang vier. „Wir haben das Spiel in der Abwehr gewonnen“, freute sich BSV-Trainer Dirk Leun nach dem 28:20 in Leverkusen. „Buxtehude hat heute einfach eine starke Deckungsleistung an den Tag gelegt und kaum etwas zugelassen“, musste auch Elfen-Trainerin Renate Wolf einräumen. Angeführt von einer überragenden Anne Hubinger (10 Tore) schüttelte der HC Leipzig hingegen Borussia Dortmund ab. Riesenkompliment an die Mannschaft dafür, wie wir uns heute präsentiert und über 60 Minuten konsequent unseren Plan durchgezogen haben“, so HCL-Trainer Norman Rentsch, der ergänzt: „Wir haben sehr bewusst agiert, nach der Niederlage in Celle war das nicht ganz so einfach.“ Der BVB musste den Kontakt abreißen lassen, belegt nun mit drei Punkten Rückstand Platz 6.

Dabei profitierten die Westfälinnen auch davon, dass der Verfolger Oldenburg beim Achten Göppingen nur zu einem 27:27-Unentschieden kam. „Ich habe keine Ahnung, ob wir uns freuen oder weinen sollen. Das war wie schon im Hinspiel ein unglücklich verlorener Punkt. Wir haben in der Schlussphase zwei Fehler zu viel gemacht, sonst wären wir als Sieger aus der Halle gegangen“, so VfL-Trainer Leszek Krowicki nach der Partie. „Wir sind zufrieden, denn wir lagen über das ganze Spiel hinweg hinten“, resümierte hingegen Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic, dessen Team nun wieder einen Punkt vor Leverkusen und drei Punkte vor Blomberg liegt.

Im Abstiegskampf blieben die letzten vier Handball Mannschaften unter sich. Bad Wildungen unterlag trotz des nominellen Comebacks von Trainerin Tessa Bremmer mit 29:31 dem TV Nellingen. „Man hat den Hornets angemerkt, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Über den Einsatz und Kampfgeist ist ihnen dies auch gelungen. Zum Schluss hin hat das meiner Mannschaft etwas gefehlt. Wir haben den Kampf nicht konsequent angenommen“, analysierte Bremmer die Partie, in der man früh mit fünf Toren (7:12) führte. „Es war ein sehr intensives Spiel der Abwehrreihen. Beide Teams schenkten sich da nichts. Die letzten Minuten waren vor Spannung kaum auszuhalten“, so Hornets-Geschäftsführer Bernd Aichele, der ergänzte: „Aber zusammen mit unseren großartigen Fans in der Halle konnten wir die Vipers niederkämpfen und sind letztendlich auch als glücklicher aber verdienter Sieger vom Platz gegangen.“

Nellingen hat nach Punkten zur Neckarsulmer Sport-Union aufgeschlossen, verfügt aber über eine 35 Treffer schlechtere Tordifferenz und bleibt vorerst noch auf einem Abstiegsplatz. Grund war das 17:17-Unentschieden von NSU gegen Schlusslicht Celle. „Die Mannschaft hat einen geilen Charakter, wie wir in das Spiel starten ist einfach toll gewesen. Wir haben es dann leider nicht geschafft, aus unseren unzähligen freien Würfen mehr Tore zu werfen, und wenn du zehn bis 12 davon allein in der ersten Halbzeit verwirfst, dann wird es super schwer und zur reinen Kopfsache“, sagte Neckarsulm-Coach Emir Hadzimuhamedovic angesichts eines zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstands (9:14). „Das war ein Spiel auf des Messers Schneide. Wir haben vor allem an Erfahrung gewonnen, wie wir in solchen Situationen reagieren müssen“, zog SVG-Interimstrainerin Jolanda Bombis-Robben dennoch ein positives Fazit.

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