All-Star-Game 2014: Martin Heuberger im Interview „Wir können keine Minute verschenken.“

30.01.2014 – PM HBL:

Im Interview der Woche spricht Bundestrainer Martin Heuberger über die Bedeutung des All- Star-Games für die Nationalmannschaft und skizziert die Vorbereitung auf die WM-Qualifikation gegen Polen.

Bundestrainer Martin Heuberger - Foto: DHB/ Sascha Klahn
Bundestrainer Martin Heuberger – Foto: DHB/Sascha Klahn

Herr Heuberger, während sich im Kader der A-Nationalmannschaft keine überraschenden Nominierungen befinden, sind bei der B-Nationalmannschaft einige Neulinge dabei: Inwiefern ist das All Star Game in diesem Jahr ein „Härtetest“ für die A-Mannschaft? Und gibt es einen Spieler im B-Team, auf den Sie besonders gespannt sind?

Martin Heuberger: „Das All Star Game ist vor allem ein Event für die Zuschauer und damit eine ideale Gelegenheit für Nationalmannschaft und HBL, sich gemeinsam den Fans zu präsentieren. Natürlich stehen Spaß und Show bei diesem Spiel im Vordergrund, aber auch diese Gelegenheit müssen wir nutzen, um uns weiter einzuspielen. Wir können da keine Minute verschenken. Daher haben wir uns auch für den aktuell vermeintlich stärksten Kader entschieden und auf personelle Experimente verzichtet. Für die ist Platz im B-Team, dessen Auftritt ich mir genau anschauen werde. Die von uns hierfür nominierten Spieler haben allesamt das Potenzial, internationales Niveau erreichen, und waren bereits zu einem Großteil bei den Junioren sehr erfolgreich. Die Jungs sollen und müssen sich entwickeln – da möchte ich niemanden hervorheben.“ 

Waren Sie bei der Europameisterschaft in Dänemark vor Ort? Und welche Erkenntnisse hat das Turnier für Sie geliefert?

Martin Heuberger: „Ich habe etliche Spiele der Hauptrunde und das Finalwochenende vor Ort erlebt. Frankreich hat sich mit einem imposanten Auftritt gegen Gastgeber Dänemark behauptet. Mit einer grundsätzlich neuen Erkenntnis war die EURO nicht verbunden, aber eines hat sich wieder bestätigt: Die Top-Teams haben immer auch Top-Individualisten, die mit ihrer Klasse ihren Mannschaften helfen. Der Franzose Nikola Karabatic ist das herausragende Beispiel. Hast du so einen Mann in deinem Team, wird vieles leichter. Wir müssen gemeinsam mit den Vereinen noch intensiver daran arbeiten, solche Typen auch für die deutsche Nationalmannschaft zu entwickeln.“ 

Am Tag des EM-Finals wurden auch die Lose für die WM-Qualifikation im Juni gezogen. Das DHB-Team wird es mit Polen zu tun bekommen. Wie haben Sie die Auslosung der WM-Playoffs am Sonntag aufgenommen? Hätte es, wie viele sagen, tatsächlich nicht schlimmer kommen können?

Martin Heuberger:Polen ist sicherlich der dickste Brocken, aber Los ist Los – und wir nehmen es, wie es kommt. Jeder Zuschauer darf sich auf zwei Partien freuen, die auch eine Weltmeisterschaft schmücken könnten. Die Stärken unseres Gegners sind spätestens seit der EURO jedem bekannt: Mein Kollege Michael Biegler hat zahlreiche Top-Spieler. Da muss ich nur die Achse mit Torwart Slawomir Szmal, Mittelmann Bartlomiej Jaszka und Kreisläufer Bartosz Jurecki nennen. Aber das ändert nichts an unserem klaren Ziel: Wir wollen in den beiden Playoffs erfolgreich sein und uns für die Weltmeisterschaft 2015 qualifizieren. Jeder weiß um die Bedeutung unserer WM-Teilnahme für den deutschen Handball – jetzt hat auch jeder die Chance, sich zu diesem Ziel zu bekennen. Gemeinsam mit der Bundesliga müssen wir alles daran setzen, dass wir bestmöglich auf Polen vorbereitet sein werden.“

Sie sprechen die Bundesliga selbst an: Welche Erwartungen haben Sie an die Rückrunde in der stärksten Liga der Welt? Ist im Rennen um die Deutsche Meisterschaft schon eine Vorentscheidung gefallen?

Martin Heuberger: „Wer auf die Tabelle schaut, sieht noch fünf Mannschaften, die Deutscher Meister werden können, obwohl ich einen kleinen Vorteil für den THW Kiel sehe. Das wird eine harte Konkurrenz. Entscheidend wird sein, wer nach der EM-Belastung das Gesamtpaket aus Bundesliga und internationalen Aufgaben am besten verkraftet.“

Quelle: http://www.dkb-handball-bundesliga.de

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