Exklusiv-Interview mit Kay-Sven Hähner, Manager des HC Leipzig: „Im Moment sind es nur die Frauen, die bei einem Handball-Großereignis dabei sind.“

28.09.2013 – SPORT4Final:

Kay-Sven Hähner – seit ca. 15 Jahren ein Manager aller erster nationaler und nun auch internationaler Güte! Er wurde im September 2012 von der EHF-Exekutive in das „Women’s Club Board“, der EHF-Marketing-Kommission, berufen. Vorsichtig und zurückhaltend in den Medien, aber visionär und durchsetzungsstark in den Handballgremien. Federführend für das bestbesetzte Frauen-Vereinsturnier in Europa zwischen 2002 und 2004 mit dem Höhepunkt der Vereins-Europameisterschaft 2004 in Leipzig. Manager Hähner ist weiterhin stellvertretender Vorsitzender der Handball-Bundesliga Frauen. Und seine Erfolge mit dem deutschen Rekordmeister im Handball, dem HC Leipzig, sprechen auch für sich ….

Kay-Sven Hähner - Foto: Sebastian Brauner
Kay-Sven Hähner – Foto: Sebastian Brauner

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp sprach mit Kay-Sven Hähner über die kommenden ereignisreichen Monate, in denen sich mit der Champions League (zwei Teams mit dem Thüringer HC und dem HC Leipzig unter den besten 16 in Europa) und den Weltmeisterschaften 2013 in Serbien große Höhepunkte für den sich im Aufwind befindlichen deutschen Frauen-Handball ankündigen.

Beide deutsche Rekordmeister im Handball, Kiel und Leipzig, führen derzeit verlustpunktfrei die Bundesligatabellen an. Werden beide Teams auch am Saisonende vorn liegen?

„Das wird man sehen, die Saison steht ja noch ganz am Anfang und Tabellensituationen sind da immer nur Momentaufnahmen. Aber ich wünsche es Kiel genauso wie uns.“

Die ersten drei Vorrundenspiele in der Champions League sind vom Spielplan mit zwei Heimspielen fast ideal. Ist das Erreichen der Hauptrunde der Champions League, der besten Acht in Europa, für den HC Leipzig in diesem Spieljahr möglich?

„Ich denke alle vier Teams haben ihre Chancen und es gilt ja am Ende vorn zu stehen. Deswegen halte ich die Reihenfolge der Spiele nicht für entscheidend. Aber unser Ziel ist es jetzt auch weiterzukommen, auch wenn wir als Qualifikant sicher Außenseiter sind.“

Wie bewerten Sie das neue Champions-League-Format mit dem Final Four als Höhepunkt?

„Da das Format unter meinem Vorsitz im Women‘s Club Board entwickelt und erdacht wurde ist es klar, dass ich es sehr gut finde.“

Der HC Leipzig hat sich diese Saison im Spielerkader verstärkt, aber den „Kader“ auf der Trainerbank verringert. Warum haben Sie nur noch einen Co-Trainer?

„Das eine hat mit dem anderen ja nichts zu tun. Wir wollten den Nachwuchs stärken und statt bislang 80 Prozent in dem Bereich hat Jochen Holz nun 100 Prozent seiner Zeit für diesen wichtigen Bereich zur Verfügung. Für den Außenstehenden war das sicher so nie sichtbar, aber die Arbeit als Co-Trainer machte nur einen kleinen Teil seiner Stelle aus. Wieland Schmidt kann Torwart- und Co-Trainer gut miteinander verbinden und bisher sieht es nicht so aus, als ob es geschadet hat.“

Sehen wir Katja Schülke schon in dieser Saison in der entscheidenden Meisterschafts- oder Champions-League-Phase (Hauptrunde) wieder?

„Ich kann nur so viel sagen, dass wir diese Saison nicht mit Katja planen. Sie bekommt erst mal ihren Nachwuchs und dann sehen wir weiter. So was kann man nicht planen.“

Sollte der HC Leipzig das Pokalhalbfinale erreichen, werden Sie sich dafür als Ausrichter des Final Four bewerben? 

„Ja.“

Welche Impulse erwarten Sie von Bob Hanning als neuen DHB-Vizepräsidenten Leistungssport speziell für den Frauenhandball in Deutschland?

„Eine ganze Menge. ‎Die bisherigen Gespräche waren richtig gut und das ganze Präsidium mit Bernhard Bauer an der Spitze will und wird eine Menge bewegen. Die Meinung ist ganz klar: beide Bereiche müssen gleich gewichtet sein und das nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Taten. Dem BMI (Bundesministerium des Innern – d.A.) ist es vollkommen gleich wer gut abschneidet bei den Großereignissen. Da geht es nur um das Ergebnis und im Moment sind es nur die Frauen, die bei einem Großereignis dabei sind.“

Wie bewerten Sie den Leistungsstand der Frauennationalmannschaft und wie lautet die Zielstellung im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im Dezember in Serbien?

„Die Ausfälle von Katja und Isi (Klein – d.A.) wegen der Schwangerschaften wiegen schwer. Man kann nur hoffen, dass Nadja (Nadgornaja – d.A.) und Kim (Naidzinavicius – d.A.) wieder rechtzeitig fit werden. Jetzt kann man eigentlich keine Prognose abgeben, fragen Sie Anfang Dezember noch mal. Zielstellung wäre für mich Platz 7 von der EM zu bestätigen.“

Wann werden wir wieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Liveübertragung eines Frauenhandballspiels in der Meisterschaft, im Europapokal oder im Final Four des DHB-Pokals sehen?

„Diese Frage müssen Sie dem MDR stellen, nicht mir.“

Planen Sie für den ersten Saisonhöhepunkt, dem Champions-League-Spiel gegen den letztjährigen Halbfinalisten Krim Ljubljana, am 13. Oktober etwas Besonderes für die hoffentlich zahlreich erscheinenden Fans in der Arena Leipzig?

„Ein tolles Spiel mit vielen Emotionen hoffe ich. Am besten kommen ganz viele Leute die schon am 12. Oktober das Pokalderby zwischen Lok und RB sehen, denn mit der Karte bekommt man am Ticketcounter der Arena vergünstigte Karten für den Champions-League-Kracher am 13.‎ Oktober. Und wenn Leipzig unter den besten 16 der Welt steht, sollte man in jedem Fall dabei sein.“

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die nächsten Spiele.

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