Volleyball-EM: Goldjungs drücken den Mädels die Daumen

04.09.2013 – PM:

Volleyball-EM 2013:

Gold bei Olympia: Julius Brink und Jonas Reckermann wissen, wie’s geht. Bei den Olympischen Spielen von London sorgten die beiden Beacher für den größten Erfolg in der Geschichte des deutschen Volleyballs. Das Strand-Duo drückt bei der Heim-Europameisterschaft (6. bis 14. September) natürlich den deutschen Mädels die Daumen, die sich den großen Traum von einem Titel ebenfalls erfüllen wollen. Und wird – falls möglich – bei den Spielen in Halle/Westfalen und dann hoffentlich bei den Finalspielen in Berlin auch mal live vor Ort sein.

Foto: Copyright „FIVB“
Foto: Copyright „FIVB“

„Ich finde es stark, dass der Verband offensiv das Ziel ausgegeben hat: ‚Wir wollen den Titel‘. Das imponiert mir“, sagt Brink und fügt hinzu: „Sie sind spielerisch dazu definitiv in der Lage. Ich wünsche Ihnen einfach, dass sie ihre Ziele erreichen.“ Jonas Reckermann fügt hinzu, dass so eine Zielvorgabe „pusht und signalisiert, dass der  Verband an dieses Nationalteam glaubt“. Allerdings liege die Erfüllung so eines hochgesteckten Ziels manchmal nicht nur in der eigenen Hand: „Du kannst Lospech haben oder auf einen überragenden Gegner treffen und nach einem grandiosen Spiel ausscheiden. Man sollte das deshalb mehr an der Leistung und nicht unbedingt einer Medaille festmachen. Deshalb habe ich immer gesagt: ‚Ich will so gut wie irgend möglich spielen.‘“

Um das zu schaffen, müssten die Mädels die richtige Mischung zwischen absolutem Willen und Genießen finden. Besonders wichtig ist es laut Reckermann, bei einer Heim-EM nicht zu verkrampfen. Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Deutschland war genau das dem deutschen Nationalteam passiert. „Man sollte den Heimvorteil für sich nutzen. Das ist kein Druck, das muss eher Selbstbewusstsein geben“, sagt der Routinier. So eine Heim-EM sei schließlich eine Riesenchance, „vor einem großen Publikum in den Hallen und im Fernsehen zu zeigen, was Volleyball für ein schöner Sport ist.“

Auch Reckermann und Brink kommen vom Hallen-Volleyball und wissen, worauf es ankommt. Julius Brink gehört noch jetzt als Annahmespezialist und Außenangreifer zum Solinger Team in der Zweiten Bundesliga. Er kennt aus dem aktuellen Frauen-Nationalteam Maren Brinker besser, die einst wie er in Leverkusen gespielt hat. Jonas Reckermann hatte zum Beispiel zu Heike Beier Kontakt. Schlaue spielerische Ratschläge wollen die beiden Goldjungs von London den Silbermädels der EM 2011 trotzdem nicht mit auf den Weg geben. „Die brauchen das nicht, die wissen genau, was sie zu tun haben“, sagt Brink.

Einen Ratschlag für die mentale Vorbereitung haben sie dann aber doch parat, der sich bei ihrer Mission Gold zwischen Downing Street Number 10 und Buckingham Palace als wesentlich erwiesen hat. „Julius hat immer gesagt: Du kannst nicht im ersten Spiel Gold gewinnen. Genauso ist es“, sagt Reckermann: „Du musst Schritt für Schritt gehen. Erst die Vorrunde möglichst gut machen, dann die K.o.-Spiele eins nach dem anderen nehmen. Nicht an die Medaillen denken.“ Die kommen dann, wenn alles passt, ganz von allein. Siehe London: Gold für Julius Brink und Jonas Reckermann.

Kommentar verfassen