Legendäre deutsche Handball-Trainer

Die Entschuldigung vorweg: Meiner subjektiven Wahrnehmung entsprechen die folgenden legendären deutschen Handball-Trainer. Vollständigkeit ist demnach nicht gegeben (Statistische Daten aus: http://de.wikipedia.org). Für mein Verständnis haben diese Trainerlegenden in ihrem „Sportler- und Trainerleben“ historisch-unvergessene Erfolge für den deutschen Sport errungen. Und insofern für mich persönlich erinnerungs-, ehrens- und aufschreibenswert!

Beginnen möchte ich mit dem 2002 im Alter von 82 Jahren verstorbenen Heinz Seiler.    

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Sein einzigartiger Trainerverdienst bestand darin, Erfolge sowohl im Feld- als auch Hallenhandball zu feiern. Obwohl als Sportler „nur“ 3 Länderspiele bestritten, war er Feldhandball-Weltmeister-Trainer 1959 (gemeinsam für die gesamtdeutsche Mannschaft mit dem bundesdeutschen Trainer Werner Vick verantwortlich) und 1963 ebenfalls Weltmeister mit der DDR. In diesem Finale wurde übrigens die Bundesrepublik mit 14:7-Toren bezwungen. Als sich der Hallenhandball in den 70-ger Jahren gegenüber dem Feldhandball entscheidend durchsetzte, erkämpfte Heinz Seiler mit der DDR auch zweimal im Hallenhandball den Vizeweltmeistertitel. Später wurde sein Fachwissen in Ämtern der Internationalen Handball-Föderation (IHF) langjährig geschätzt, nachdem er den Trainerstuhl der Nationalmannschaft an Paul Tiedemann „übergab“.

Da wären wir schon bei meinem zweiten Trainerheroen. Ein echter „Beckenbauer des Handballs“! Dabei seien nur einige Erfolge (bitte um Nachsicht) von Paul Tiedemann kurz genannt: Als einer der erfolgreichsten deutschen Spieler in den 60-ger Jahren wurde er Welt- und Vizeweltmeister im Feldhandball 1963 und 1966 sowie Sieger im Europapokal der Landesmeister mit dem SC DHfK Leipzig 1966 in Paris. Den einzigen deutschen Olympiasieg im Handball errang Tiedemann mit der DDR-Auswahl 1980 in Moskau (zzgl. 2 x WM-Dritter). Die ägyptische Männer-Nationalmannschaft führte er 1991 zur Afrika-Meisterschaft. Weitere Erfolge, u.a. auch als Vereinstrainer in Österreich, unterstreichen nur die außergewöhnlichen Fähigkeiten Paul Tiedemanns.   

Auch meine dritte Handball-Legende schaffte Einmaliges im deutschen Handball. Gemeint ist Lothar Doering. Herausragenden Sportlererfolgen mit dem Olympiasieg 1980 und dem 2.Platz bei der Heim-WM 1974 folgte sein größter Triumph als Trainer der deutschen Damen-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1993 in Norwegen: Im Finale bezwangen die deutschen Damen Dänemark in der Verlängerung mit 22:21 und wurden Weltmeister. Ein Jahr später bei der Europameisterschaft drehte Dänemark den Spieß um und Gastgeber Deutschland wurde mit Bundestrainer Döring Vizeeuropameister. Auch Lothar Doering gehört für mich in die „Hall of Fame“ des deutschen Handballs.

Gleiches gilt für Heiner Brand, der 2007 erst als zweiter Handballer (!!) nach Bernhard Kempa in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports aufgenommen wurde. Mit seinen Erfolgen als Sportler, Vereins- und Bundestrainer erbrachte er denkwürdige Leistungen für den deutschen Sport. Ihm gebührt auch die Ehre des „Beckenbauer-Doubles“: Sportler-Weltmeister 1978 und Trainer-Weltmeister 2007. Von den weiteren Erfolgen Heiner Brands seihen nur noch erwähnt: Europameister und Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2004 mit der Mannschaft aus der „goldenen Generation“. Nach seinem Abschied als Bundestrainer 2011 übernahm er die Aufgabe des DHB-Managers für die Nachwuchsförderung sowie für die Kooperation mit den Sponsoren. Heiner Brand gilt heute als das „Gesicht des deutschen Handballs“. Kurz gesagt: eine legendäre Persönlichkeit. 

Alle diese genannten Erfolge im deutschen Handball der letzten gut 50 Jahre sind Zeitdokumente und Beweis zugleich, dass Deutschland (getrennt wie vereint) eine wahre Handball-Nation darstellt.

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