Handball-Weltmeisterin Kristina Richter – in Hall of Fame – wird 70 Jahre alt

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Handball: Sie galt als die weltbeste Handballerin ihrer Zeit: Kristina Richter, geborene Hochmuth, vollendet am Montag, 24. Oktober ihr 70. Lebensjahr. Die gebürtige Zwickauerin war mit der Handball-Nationalmannschaft der DDR dreimal Weltmeisterin im Hallenhandball (1971, 1975 und 1978). Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal gewann sie die Silbermedaille. Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau wurde ihr eine besondere Ehre zuteil: Die spätere Bronzemedaillengewinnerin durfte als erste deutsche Mannschaftssportlerin bei der Eröffnung die DDR-Fahne ins Stadion tragen.

Handball Weltmeisterin Kristina Richter wird 70 Jahre alt - DOSB Logo
Handball Weltmeisterin Kristina Richter wird 70 Jahre alt – DOSB Logo

Dirk Nowitzki als bislang zweiter deutscher Mannschaftssportler folgte ihr erst 2008 in Peking. In 235 Spielen im Trikot der DDR-Auswahl erzielte „Tina“ Richter insgesamt 880 Tore. Damit war sie die zweite DDR-Handballerin nach der Mutter Waltraud von Stefan Kretzschmar, die es auf mehr als 200 Länderspiele für die DDR brachte.

 

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20.10.2016 – PM DOSB / SPORT4FINAL / Frank Zepp:

Kristina Hochmuth fand über die Leichtathletik zum Sport, wo sie bereits ihr großartiges Talent im Laufen, Springen und Werfen erkennen ließ: „Letztlich entschied sie sich aber 1963 für den Handballsport, weil ihr Bruder den Bezirksligisten BSG Aktivist Karl Marx Zwickau trainierte“, wird ihr Werdegang im „Lexikon Sportler in der DDR“ (herausgegeben von Volker Kluge) zitiert. Und gut dokumentiert ist auch, dass ihr 17 Jahre älterer Bruder sie erstmals mit dem Handball vertraut machte, weil er als Lehrer eine Handballmannschaft im sog. außerunterrichtlichen Schulsport betreute und oftmals vor dem Problem stand, nicht genügend mitspielende Schüler zu haben … da war die kleine Schwester Tina gut genug und immer willkommen.

Durch ihr Lehramtsstudium kam Kristina nach Leipzig, musste hier aber miterleben, dass die Frauen-Mannschaft des SC DHfK Leipzig sich gerade in Auflösung befand und ihr die Aufnahme beim benachbarten SC Leipzig wegen einer groben Fehleinschätzung von Trainer Peter Kretzschmar verwehrt blieb. Kristina Richter wurde Berlinerin und fand beim Berliner TSC eine neue sportliche Heimat: Die 1,69 m große Rechtshänderin auf der Position „Rückraum Mitte“ wurde viermal DDR-Meister (1974, 1977, 1978 und 1980), gewann viermal den FDGB-Pokal der DDR (von 1977 bis 1980) und 1977 und 1979 den Europapokal der Pokalsieger. DDR-Handballerin des Jahres war sie 1980 – in jenem Jahr, in dem sie ihre Karriere beendete, bevor sie von 1988 bis 1992 beim Zweitligisten BVB Berlin ein Comeback gab. Im Jahre 1994 verpflichtete sie der Deutsche Handball-Bund als Auswahltrainerin. Danach arbeitete sie als Vereinstrainerin; hier gelang ihr mit der Mannschaft von TSC Berlin im Jahr 2000 der Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse.

Foto: Deutsche Sporthilfe
Foto: Deutsche Sporthilfe

Kristina Richter wurde in diesem Jahr in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen, die von der Deutschen Sporthilfe ins Leben gerufen wurde. Hier ist sie bislang die einzige Handball-Frau und wird „herrlich“ flankiert von Bernhard Kempa (geb. 1920), Heiner Brand (geb. 1952), Joachim Deckarm (geb. 1954) und dem am 4. Oktober 2012 verstorbenen Erhard Wunderlich, der Mitte Dezember dieses Jahres 60 Jahre alt geworden wäre. Die frühere Grundschullehrerin für Sport und Geographie lebt mit ihrem Mann Dagomar Richter, dem erfolgreichen Radsport-Nachwuchstrainer, in Summt, dem Mühlenbecker Land (Landkreis Oberhavel nördlich von Berlin) im Bundesland Brandenburg.


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