LiveDabei – Finale Sachsenpokal: RB Leipzig vs. Chemnitzer FC 4:2 (1:2)

RB Leipzig entthront im gutklassigen Sachsenpokal-Finale Titelverteidiger Chemnitzer FC mit 4:2-Sieg
Nach 1:2-Halbzeitrückstand sorgt Leipzigs spielerische Steigerung in zweiter Hälfte für die Spielwende
Chemnitz „verwaltet“ zweimalige Führungen nur und kann mit der Offensivkraft des Gastgebers nicht mithalten – vergebene „Hundertprozentige“ zur 1:3-Führung war Knackpunkt im Spiel

 

Ein Sachsenpokal-Finale im „Wohnzimmer“ des hoch ambitionierten Viertligisten RB Leipzig gegen den Drittligisten und Pokalverteidiger Chemnitzer FC vor über 16.000 Zuschauer. Ein kleines Fußballfest! Ein Klassenunterschied war nicht erkennbar. Im Gegenteil: Der „Noch-Viertligist“ dominierte über weite Strecken des Spiels und gewann den „Pott“ verdient in einem gutklassigen, nicht hochklassigen – weil zu viele Fehler erkennbar – Pokalfinale.

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RB Leipzigs Pokalträume drohten in der 65. Minute fast zu platzen. CFC-Mittelfeldspieler und Torschütze zum 0:1 Makarenko um kurvte RB-Keeper Coltorti einschussbereit, aber Heidinger rettete kurz vor der Torlinie. Bis dahin große Spiel- und Chancenvorteile (Spiel insgesamt 13:6) für den Gastgeber. RB Leipzig nach dem Rückstand verunsichert, aber Chemnitz tat den Gastgebern den Gefallen und „verwaltete“ nur den knappen Vorsprung anstatt offensiv nach vorn zu spielen. Mitte der ersten Halbzeit begann der RB-Druck und wurde von Minute zu Minute größer, auch die Chemnitzer Fehler im Deckungsverhalten nahmen zu. Leipzigs Ausgleich in der 39. Minute war folgerichtig. Der „Prozent-Fußball“ der Gäste sorgte aber noch kurz vor der Pause – Torhüter-Abschlag mit Kopfballverlängerung durch Jansen und trockenem Schuss von Fink – für die sehenswerte 1:2-Führung aus Chemnitzer Sicht. Verdient oder unverdient war nicht die Frage, sondern der Pokalverteidiger war noch ein Stück cleverer im Verwerten der wenigen Torchancen. Was Trainer Zorniger nach dem Halbzeitpfiff mit den Schiedsrichtern besprach, wollte er SPORT4Final nach dem Spiel nicht sagen, d.h. er lies den Fragewilligen auf dem Erfolgsrasen einfach in unanständiger Weise stehen …

Leipzig kam gut aus der Pause raus. Ein Abseitstor konnte in der 48. Minute nicht zählen. Der Chemnitzer FC verpasste die mögliche Vorentscheidung zum 1:3 – der Knackpunkt im Spiel. Danach wieder mehr Leipzig in der tempoverschärfenden Offensive, die mit dem Ausgleich (70.) durch Franke belohnt wurde. Auffällig für den neutralen Betrachter: Viele Leipziger Spieler waren auf den ersten Metern antrittsschneller als die Gästespieler und konnten dadurch frühzeitiger stören sowie Bälle erobern. Auf der anderen Seite fielen einige Leipziger in Zweikämpfen etwas „leichter“ (Kammlott 42.), um kurz danach wieder in den „Spurt“ überzugehen.

Nach dem Ausgleichstreffer „erwachte“ Chemnitz aus der „Verwaltungsstrategie“, suchte seinerseits die Flucht nach vorn und erarbeitete sich zwei größere Torchancen vor Röttgers 18-Meter-Traumschuss zur 3:2-RB-Führung. Leipzigs spielerische Steigerung sowie höhere Kampf- und Risikobereitschaft in der zweiten Hälfte war entscheidend für die Spielwende. So rundete das vierte Tor der „roten Bullen“ den erlebnisreichen Fußballabend ab. Ein weiterer Pokalsieg nach 2011 steht in den RB-Geschichtsbüchern – die Teilnahme am DFB-Pokal in der nächsten Saison ist ebenfalls gesichert. Nur der Drittliga-Aufstieg muss endlich gelingen, mit oder ohne Frahn. Erst dann ist das Saisonziel erreicht, stimmt’s Herr Zorniger???

Pressekonferenz:

Gerd Schädlich (CFC-Trainer): „Wir haben nach vorn zu zögerlich gespielt. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Und dann kam RB Mitte der ersten Halbzeit besser ins Spiel…RB hat verdient gewonnen. Wenn man die Spielanteile und die Chancen sieht, geht der Sieg in Ordnung. Wir haben defensiv zu viele Fehler gemacht und im Spiel nach vorn. Glückwunsch RB und mit dieser Leistung hat RB in der vierten Liga nicht zu tun.“

Alexander Zorniger (RBL-Trainer): „Nach dem 0:1 haben wir uns schwer getan. Haben ab der 28. Minute wieder ins Spiel gefunden, viele Torchancen produziert… Wir haben in der zweiten Halbzeit in der Defensive etwas korrigiert, haben die Räume enger gemacht… Es hat Spaß gemacht, heute zu zuschauen. Unabhängig vom Spielausgang war uns schon klar, aus der Partie eine Menge mit zunehmen. Jetzt nehmen wir den Pokal noch zusätzlich mit. Ich denke unsere Zuschauer haben ein hochklassiges, sehr würdiges Pokalfinale gesehen.“

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