DHfK Leipzig mit mentalem Derbysieg gegen EHV Aue – Franz Semper „Matchplayer“

Philipp Weber - SC DHfK Leipzig vs. EHV Aue - 11.03.2015 - Foto: Florian Pappert
Philipp Weber – SC DHfK Leipzig vs. EHV Aue – 11.03.2015 – Foto: Florian Pappert

11.03.2015 – SPORT4Final / Frank Zepp:

DHfK Leipzig mit souveränem Spielstart und starkem Abbau bei zunehmender Gegenwehr der Auer Gäste

mentale (Aufstiegs)-Siegerstärke der Leipziger Gastgeber in Verbindung mit dem „achten“ Feldspieler – den heimischen Fans – sorgten für den 26:24-Erfolg 

Aus der Arena Leipzig berichtet Frank Zepp. 

Frank Schöbel sang schon in den 70er Jahren „die Fans sind eine Macht.“ Die Spieler des SC DHfK Leipzig werden dies nach dem in der zweiten Halbzeit mühevollen Derbysieg gegen gleichwertige Auer Gäste bestätigen können. Als die Spielqualität der Hausherren Mitte der zweiten Spielhälfte fast „am Boden lag“, bekamen die DHfK-Spieler durch die entsprechende Fan-Unterstützung mentales Match-Oberwasser und sorgten mit den Sieggaranten Philipp Weber sowie „Matchplayer“ Franz Semper (mit „Leistungsexplosion“ – d. R.) für den kleinen Unterschied zwischen beiden Teams, der nun mal zwei Punkte wert war. Der 17-jährige Semper hatte die intuitive Gabe, in wichtigen Spielphasen die entscheidenden Treffer (21:21 in Unterzahl 50.; 25:23 in Unterzahl 58.) zu erzielen. 

Leipzigs Problemfelder gegen ausgeglichener agierende Gäste (8 Torschützen): Das Angriffsspiel (5 Torschützen) war zu sehr auf die Shooter Semper und Weber angelegt,  die allein 19 der 26 Tore erzielten. Spielmacher Philipp Pöter hatte einen rabenschwarzen Tag und die Torhüterleistungen auf beiden Seiten waren nur durchschnittlich. Der EHV Aue ging nach verschlafenen Start (1:8 – 13.), oder anders gesagt, nach äußerst souveräner Spieleröffnung der Hausherren, in der zweiten Spielhälfte dreimal mit einem Tor (letztmalig 23:22 – 53.) in Führung. Aber zweimal Weber, Semper und Alen Milosevic (auch nicht in Form) mit mentaler Klasse retteten den Leipziger Sieg und bei verbleibenden 12 Spielen den 10-Punkte-Aufstiegs-Vorsprung. Da dürfte die Aufstiegsfeier nicht bis zum letzten Spieltag auf sich warten lassen. 

Apropos Aufstieg: DHfK-Cheftrainer Christian Prokop wirkte im Mediengespräch nach dem spannenden Derby ebenfalls mental mitgenommen. Für ihn sind diese Matches (Füchse Berlin und EHV Aue) analytische Fundgruben Richtung Verstärkung des Teams. Denn im Bundesliga-Oberhaus könnte es öfter eng und spannend zugehen.     

Franz Semper am SPORT4Final-Mikro:

„Im Training traue ich mir auch immer mehr zu. Das kommt dann auch immer mehr im Spiel … Gegen die Füchse Berlin habe ich schon einen Hüftwurf gemacht … Ich als junger Spieler spiele meinen Stiefel, spiele hier und jetzt  und versuche mich zu entwickeln.“

Trainerstimmen: 

Runar Sigtryggsson (EHV Aue): „Wir konnten heute zum ersten Mal in dieser Saison mit dem vollen Kader antreten, hatten uns also etwas vorgenommen. Aber wir haben es gleich in der Anfangsphase verspielt, da waren wir zu brav. Danach haben wir ins Spiel gefunden und sind sogar in Führung gegangen. Das hat jedoch zu viel Kraft gekostet, die uns am Ende fehlte. Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft, dass sie sich nach dem 1:8-Rückstand zurückgekämpft hat.“ 

Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): „Das war ein sehr starker Start von uns, da hat alles gepasst: Die Abwehr steht und vorne haben wir eine Angriffseffektivität von achtzig Prozent. Doch wie so oft, wenn alles leicht von der Hand geht, schleichen sich Unkonzentriertheiten ein. Vor allem im Angriff, wo wir mit unseren klaren Chancen sündigen. So kommt Aue ran, macht Druck und das Spiel wird zu einer mentalen Angelegenheit für uns. Deshalb ein Riesenkompliment und Dankeschön an unsere Fans, die uns frühzeitig unterstützt und uns damit einen richtigen Heimvorteil verschafft haben.“ 

Statistik:

SC DHfK Leipzig gegen EHV Aue 26:24 (14:11) 

Stationen: 4:0, 8:1, 11:7, 14:11, 17:13, 18:17, 20:21, 22:23, 26:24 

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovas; Semper 9, Emanuel, Krzikalla 2, Pöter, Oehlrich, Binder 4, Greß,  Roscheck, Weber 10/5, Milosevic 1, Pechstein 

EHV Aue: Musil, Sveinbjörn Petursson; Meinhardt 3, Brykner 8, Mägi 3, Arni Thor Sigtryggsson 2, Sommer 4/2, Faith 2/1, Bjarki Mar Gunnarsson, Mazur, Kempe 1, Sigtryggur Dadi Runarsson, Hördur Sigthorsson 1 

Zuschauer: 2.351 Handballfans in der Arena an der Jahnallee 

Schiedsrichter: Michael Kilp (TSG Oberursel), Christoph Maier (TuS Steinbach) 

Siebenmeter: Leipzig 5/5, Aue 3/2 

Zeitstrafen: Leipzig 10 min, Aue 8 min

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