Zwischenruf: Thüringer HC als spielstarker, souveräner DHB-Pokalsieger – HC Leipzig durch „Eigendemontage“ chancenlos im Finale

Prolog:

Dank zuerst an den MDR, der auf seiner Internetseite durch die kompletten Videos vom Pokalfinale SPORT4Final in die Lage versetzt, diese Kolumne zu schreiben (SPORT4Final war LiveDabei beim EHF-Cup-Viertelfinale in Magdeburg).

Würdigung des Thüringer HC:

Einen herzlichen SPORT4Final-Glückwunsch aus Leipzig an die Spielerinnen und das gesamte Team des Thüringer HC. In den letzten zwei Spielzeiten in der Champions League europäisches Lehrgeld gezahlt und Erfahrungen gesammelt, spielte der neue Pokalsieger im Pokalfinale seine Stärken in der Spielanlage mit modernem, temporeichen Handball aus. Kern- und Glanzstück der     [private]

phasenweise exzellent-zelebrierten (Maßstab Gegenwehr) Spielweise stellte das, nach spanischem Vorbild, „Abwehrverhalten im/als System“ der Mannschaft von Trainer Müller dar. Über schnelle Gegenstöße oder zweiter, dritter Welle sowie im oftmals sehr gut strukturierten Positionsangriff ist der Thüringer HC derzeit in Deutschland das Maß aller Dinge. Abgesehen von zwanzig grottenschlechten Minuten im Europacup-Halbfinale, die den Einzug ins Pokalsieger-Finale kosteten, zeigt der Thüringer HC im Frühjahr 2013 konstant sehr guten Handball am oberen Level der Leistungskurve. Hinzu gesellen sich die für den Mannschaftssport Handball unabdingbaren Tugenden wie unbändiger Kampfgeist, Einstellung und Siegeswille bis zur letzten Spielminute. Nach dem Pokalsieg peilt der Thüringer HC wie 2011 das Double mit der Deutschen Meisterschaft an. Nunmehr als Top-Favorit in der „Pole-Position“ geht der Titelverteidiger für die im Europapokal-Modus ausgetragenen Halbfinal- und Finalspiele ins Rennen.

Finalist HC Leipzig:

Die Final-4-Spiele des deutschen Rekordmeisters waren ein Spiegelbild der diesjährigen Saison. Fünfzig überzeugenden Halbfinalminuten gegen Buxtehude folgten teilweise desaströse Finalminuten gegen den THC. Die Inkonstanz, die Instabilität der Leistungen der Führungsspielerinnen, ist ein Hauptproblem der Leipziger. Für meinen Geschmack hat sich der HC Leipzig vornehmlich durch das spieltaktisch schwächere Abwehrverhalten spielerisch und psychologisch einer „Eigendemontage unterzogen“. Wenn man schon nicht so richtig ins Spiel findet aber wieder hungrig auf Titel ist, dann muss gerade in einem Final-K.O.-Spiel in der Abwehr gekämpft, gerackert und möglicherweise wieder so zurück ins Spiel gefunden werden. Der THC wurde gerade auf den Deckungshalbpositionen und sogar im Innenblock zu einfachen Toren „eingeladen“. Fehlen dann auch noch Prozente an der hundertprozentigen Kampf- und Siegeseinstellung, ja dann ist die Eigendemontage infolge der gegnerischen Stärken-Demonstration zwangsläufig. Leipzig kann qualitativ-guten Handball spielen (siehe Halbfinale). Selbst im Pokalfinale überzeugten die drei Unterzahl-Tore (!) in den zehn Anfangsminuten und auch beim vierten Tor dieser Art zum 19:14 durch Hubinger (36.) war das Spiel längst noch nicht verloren. Psychologisch scheinbar doch, denn die HCL-Frauen konnten den spielerischen Schalter nicht mehr umlegen. Stichwort Eigendemontage und daraus folgende schlechte Chancenverwertung.

Epilog – Ausblick Deutsche Meisterschaft:

In dieser Woche werden im Halbfinale die Hin- und Rückspiele absolviert. Beide Pokalfinalisten könnten am kommenden Sonntag in eigener Halle gegen Leverkusen (THC) und Buxtehude (HCL) den Finaleinzug schaffen. Der SPORT4Final-Prognose folgend, stünde dann am Saisonende wieder das Finale der zurzeit besten deutschen Vereinsmannschaften im Fokus der Handballfans. Auch SPORT4Final bleibt für seine geneigten Leser LiveDabei am Ball …  

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