Thüringer HC bot beim 22:29 in Győr eine Halbzeit erstklassig Paroli

02.11.2013 – SPORT4Final:

Champions League: Gruppe A 

Györi Audi ETO KC vs. Thüringer HC  29:22  (13:11)

Der Thüringer HC verlor im Rückspiel der Vorrundengruppe A beim Titelverteidiger Györi Audi ETO KC mit 22:29 Toren vor 1.900 Zuschauern. In der ersten Halbzeit bot der deutsche Meister gegen die derzeit beste Vereinsmannschaft der Welt eine erstklassige Leistung. Dem ungarischen Champions-League-Sieger wurde sowohl mit spielerischen (Zweite Welle und Positionswechsel im Angriff) als auch taktischen Mitteln, einer äußerst flexiblen und wirkungsvollen 5:0+1-Abwehr gegen Anita Görbicz, überzeugend Paroli geboten. Einziger Wermutstropfen: Der Thüringer HC brachte sich selbst um den verdienten Lohn der Halbzeitführung in hochklassigen 30 Minuten! Ebenfalls zum Qualitätsniveau dieser Begegnung trug die Spitzenleistung der serbischen Schiedsrichter bei. Erfolgreichste Torschützinnen waren Alexandrina Barbosa mit acht sowie Katarina Bulatovic mit sieben Toren für Győr.

Hinspiel: Thüringer HC vs. Györi Audi ETO KC 25:33 - Foto: SPORT4Final
Hinspiel: Thüringer HC vs. Györi Audi ETO KC 25:33
Foto: SPORT4Final

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Bei einer Wurfeffizienz von nur 48 Prozent gegenüber 68 Prozent des Gastgebers war der deutsche Meister in der ersten Hälfte deutlich im Nachteil. Auch wurde Weltklassetorhüterin Lunde Haraldsen durch einige unvorbereitete und unpräzise Würfe weiter „berühmt“ geworfen. Zwei gehaltene Siebenmeter von Frey incl. Nachwurf standen auf Lundes Habenseite. Als dann noch bei 11:11 (28.) drei Zeitstrafen (Luzumova, Smeets, Jakubisova) innerhalb von 100 Minuten kurz vor der Pause durch eine Portion „Übermotivation“ dazu kamen, erhöhte Győr zum 13:11-Halbzeitstand. Aber die Frauen von Meistertrainer Müller starteten mit 3:6 nach 10 Minuten sehr souverän in die Partie. Bereits nach 8 Minuten und 2:4 nahm Győrs Trainer Ambros die erste Auszeit. Beim Stand von 8:8 erkannte THC-Trainer Müller die Gefahr, dass Győr seine Frauen immer mehr in den Positionsangriff zwingen konnte. Dies lag nicht im taktischen Kalkül der thüringischen Spielerinnen, die bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich über die zweite Welle zu den Toren gelangten. Im Innenblock gegen Löke standen Mietzner und Snelder hervorragend. So konnte der Thüringer HC mit großem Kampf und spielerischen Glanzpunkten „gefühlt“ die erste Halbzeit „gewinnen“.

Noch im doppelten Überzahlspiel zog der Champions-League-Sieger kurz nach der Halbzeit auf 15:11 davon. Sechs Tore Vorsprung waren es erstmalig in der 42. Minute beim 19:13 für Győr. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte Trainer Ambros noch nicht wie im Hinspiel in Nordhausen „locker“ durchwechseln, weil der deutsche Meister noch auf Schlagdistanz war. Aber in seiner Auszeit nach 49 Minuten (22:17) gestand er seinen „Mädels“, dass der Thüringer HC nicht mehr ganz so kompakt in der Defensive stehe und Győr nunmehr die Kontrolle über das Spiel übernommen habe. Auch dies stellte ein besonderes Reifezeugnis für Müllers Frauen an diesem Abend dar. Selbst beim Tempogegenstoß-Tor von Jakubisova zum 21:26 (57.) stand noch ein super Ergebnis zu Buche. Wiederum eine Zeitstrafe für Snelder ermöglichte den Gastgebern eine Resultatserhöhung zum Endstand von 29:22.

Ein abschließender Blick auf statistische Werte zeigt deutlich, dass Wurfeffizienz (67:48 %), Torhüterfangquote (48:29 %) sowie die leicht höhere technische Fehlerquote (10:13) und Strafminutenzahl (8:12) den Ausschlag für den Sieg des Champions-League-Siegers gaben. Trotzdem bot der Thüringer HC über weite Strecken eine ausgezeichnete Leistung, die aber nicht zum „Wunder von Győr“ führte.     

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