Handball-WM 2013 Serbien: Alexandra Nascimento, Welthandballerin 2012, im Sieger-Interview mit SPORT4Final

21.12.2013 – SPORT4Final – Live aus Belgrad:

Handball-WM 2013 Serbien: Das Sieger-Interview

Alexandra Nascimento: „Die Brasilianerinnen sind nicht wie die Fußballer, wir müssen noch Handball lernen.“

Am 27. Januar 2013 verfolgte SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp ihre Auszeichnung zur Welthandballerin 2012 im Palau Sant Jordi in Barcelona. Die nächste „Begegnung“ fand am 17. November 2013 in Nordhausen bei der hohen 25:34-Champions-League-Niederlage gegen den Thüringer HC statt. Und nun ein „Wiedersehen“ im Halbfinale der Handball-WM 2013 in Serbien. Alexandra Nascimento führte ihre brasilianische Mannschaft gegen Dänemark mit einem 27:21-Sieg in das Finale der Handball-WM 2013 in Serbien.  

Nach dem großen brasilianischen Erfolg im WM-Halbfinale konnte SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp das folgende Siegerinterview mit dem sympathischen „Weltstar ohne Starallüren“ führen:

Handball-WM 2013 Serbien - Halbfinale: Alexandra Nascimento (Brasilien) mit der Heimat verbunden am 20.12.2013 - Foto: SPORT4Final
Handball-WM 2013 Serbien – Halbfinale: Alexandra Nascimento (Brasilien) mit der Heimat verbunden am 20.12.2013 – Foto: SPORT4Final

 

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Herzlichen Glückwunsch zum Finaleinzug. Werden die Torhüterinnen das Finale entscheiden?

„Ja, sicher, sicher. Wir müssen eine gute Deckung und Performance haben. Serbien hat sehr aggressive Aufbauspielerinnen. Aber es ist auch sehr wichtig, unserer Torfrau zu helfen. Das ist auch sehr wichtig.“ 

Würde Ihnen der Weltmeistertitel mehr als der Titel Welthandballerin bedeuten?

„Ja, sicher, sicher. Das war individuell für mich. Ich bin Welthandballerin wegen meiner Freundinnen geworden. Ich habe das nicht allein gemacht. Und noch dazu eine Medaille bei der Weltmeisterschaft, das ist, ja was will ich noch in meinem Leben. Nichts.“

Olympiasiegerin in Rio 2016 werden?

„Ja, aber Schritt für Schritt.“

Ist der Trainer Morten Soubak bei der Nationalmannschaft genauso wie im Verein Hypo Niederösterreich?

„Nein, nein, nein. Das Problem bei Hypo ist, wir haben nur acht Brasilianerinnen. Und zwei Spielerinnen sind sehr, sehr jung. Und hier haben wir eine total andere Mannschaft. Das ist ein Unterschied, das ist nicht gleich. Kannst du nicht mit der Nationalmannschaft vergleichen.“

Aber seine Spielauffassung, seine Spielphilosophie ist doch identisch?

„Ja, ja. Aber Champions League, das ist total anders. Da gibt es noch viele Sachen, die nicht wie in der Nationalmannschaft sind. Das ist total anders, kann ich dir sagen.“

Bei der Niederlage in der Champions League gegen den Thüringer HC hat der Trainer kaum Worte gefunden.

„Was konnten wir in diesem Moment machen: Wir haben eine Vorbereitung gemacht. Zwei Jahre spielen schon acht Brasilianerinnen bei Hypo. Das ist nicht so leicht, nach zwei Jahren schon die Champions League zu gewinnen. Das dauert. Das Problem ist, weißt du, die Leute wollen sofort die Champions League gewinnen. Wir haben aber gezeigt, dass wir jedes Spiel immer besser und besser gespielt haben. Wir müssen noch viel lernen. Das bedeutet nicht, es ist schon super. Die Brasilianerinnen sind nicht wie die Fußballer, wir müssen noch Handball lernen.“

Aber eure emotionale und innere „gefühlte“ Begeisterung ist doch ein großer Trumpf im Teamsport?

„Ja, genau, genau, genau. Wir Brasilianerinnen sind nicht so kalt und sprachlos. Wir müssen immer lachen und ich schreie. Das bedeutet, wir fühlen uns gut.“

Warum habt Ihr in der Halbzeit Eure Teambesprechung auf der Platte gemacht?

„Ja, wir machen das, um uns mehr konzentrieren zu können. Weil das Problem ist,  wir sind immer reingegangen und haben die Leute und die Halle „verloren“. Und wir sind dann wieder reingekommen, das hat lange gedauert, bis wir wieder das Gefühl hatten. Und diese 15 Minuten in der Halle zu bleiben, das hat immer gut funktioniert.“

Vielen, vielen Dank für das Interview, Alexandra.

„Gerne.“  

Viel Erfolg am Sonntag im Finale.

„Gerne.“

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