Handball-EM 2014: Deutschlands Frauen ohne EM-Form bei Niederlage gegen Montenegro

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14.12.2014 – EHF / SPORT4Final:

Handball-EM 2014: Hauptrunde Gruppe 2 – Zagreb

„Alter Wein in neuen Schläuchen“:

DHB-Team im Positionsangriff  harmlos mit zu wenig Spielverständnis sowie Durchsetzungsvermögen und im Abwehrverhalten nicht EURO-konkurrenzfähig

Fehlende „kämpferische und emotionale Körpersprache“ lassen auch mentales Problem sichtbar werden

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp berichtet live vom Final-Wochenende der Handball-EM aus Budapest.

Handball-EM 2014: Heine Jensen „Die Tabelle lügt nie.“

Deutschland chancenlos gegen Schweden – vor personellem Umbruch auf Problempositionen?

Susann Müller muss EURO 2014 beenden

Susann Müller „Mit Herz, Leidenschaft, Charakter gespielt.“

Deutschland besiegt Kroatien mit Nervenstärke, Spielübersicht und erreicht Hauptrunde

Heine Jensen: „Mit Susann Müller gegen Kroatien. Es geht um alles bei der EURO.“

Handball-EM 2014: „Sonja Barjaktarovic war eine Zauberin zwischen den Pfosten.“

Deutschland verliert nach schwächerer Vorstellung gegen gutes Oranje-Team

Clara Woltering „Mit Mut in das Spiel gehen und alle an einem Strang ziehen“

Handball-EM 2014: Gruppe C mit Deutschland

Handball-EM 2014: Gruppe D mit Titelverteidiger Montenegro

 

Handball-EM 2014: Marlene Zapf "Matchplayerin" gegen Montenegro - Foto: DHB/Sascha Klahn
Handball-EM 2014: Marlene Zapf „Matchplayerin“ gegen Montenegro – Foto: DHB/Sascha Klahn

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Deutschland vs. Montenegro  20:27 (10:12)

Umgekehrte Vorzeichen: Bei der Handball-EM 2012 besiegte Deutschland mit dem heutigen Ergebnis den späteren Europameister Montenegro. Es war damals eine glänzende deutsche Leistung. 

Heute spielte Montenegro nicht in EM-Titelverteidiger-Form und Deutschland als Team ohne EM-Form in vielen handballerischen Teilbereichen. Auch einzelne Spielerinnen zeigten vornehmlich in den Champions-League-Spielen ihrer Vereine wesentlich bessere Leistungen. 

Prunkstück deutsche Torhüterinnen: Clara Woltering lag rein statistisch mit 23 Prozent gehaltener Bälle (8), darunter 2 Siebenmeter, hinter den beiden montenegrinischen  Keeperinnen (13) mit 39 Prozent zurück.   

Fehlerquote: Eine so erfahrene Spielmacherin wie Kerstin Wohlbold versuchte mehr als ein halbes Dutzend Mal das Kreisanspiel zu Anja Althaus. Erfolglos. Offensivfouls eingeschlossen. Auch ein Wechselfehler von Nadja Nadgornaja (44. bei 15:19-Rückstand) gehörte in diese Kategorie. 

Rückraum: Unsere Schützinnen lagen bei knapp 50 Prozent. Dank der gut aufgelegten Kreisaußen Marlene Zapf kam Deutschland in der Wurfeffizienz noch auf 53 Prozent. 

Deutschland erzielte drei Tore in Überzahl und einen Treffer in Unterzahl. Montenegro schaffte 5 Treffer in Überzahl und einen in Unterzahl gegen Deutschland. 

Den deutschen Frauen fehlten in vielen entscheidenden Matchsituationen die Cleverness und mentale Stärke, ein Spiel mit Spielkultur und unbändigen Kampfgeist drehen zu können. Das 15:16-Tor per Siebenmeter (41.) durch Zapf hätte „Aufbruchsstimmung“ bedeuten können. Aber ein 4:0-Lauf Montenegros sorgte innerhalb von drei Minuten zum 20:15 für die Vorentscheidung. Das DHB-Team kam zwar nochmals auf 18:21 (53.) heran, ehe wieder sechs fehlerbehafte Minuten zum 19:26 folgten. 

Das deutsche Team hat nur noch theoretische Chancen auf eine Platzierung unter den besten Acht dieser Handball-EM 2014. Das Final-Wochenende in Budapest mit den Halbfinalspielen bzw. dem Spiel um den fünften Platz ist leider nicht mehr erreichbar. 

„Matchplayerinnen“: 

Marlene Zapf (Deutschland – 6 Tore bei 7 Versuchen)

Milena Knezevic (Montenegro – 8 Tore bei 10 Versuchen in 33 Spielminuten !!!) 

Herausragend:

Radmila Petrovic (Montenegro – 5 Tore bei 8 Versuchen)

Katarina Bulatovic (Montenegro – 5 Tore bei 11 Versuchen)

Majda Mehmedovic (Montenegro – 4 Tore bei 4 Versuchen)

Sonja Barjaktarovic (Torhüterin Montenegro – 39 % gehaltener Bälle) 

Statistik: 

Wurfeffizienz: 53:61 %

Turnovers:    18:10

Strafminuten: 10:8 

Stimmen zum Spiel: 

Nadia Nadgornaja (GER):

„Das Tor war das große Problem. Wir hatten keine Lösungen für ihre Verteidigung. Montenegrinische Mädchen spielen sehr stark, sehr aggressiv, sehr hart und wir haben die Art und Weise, wie man sie schlagen kann, nicht gefunden. Es war sehr schwer für uns, ein Tor zu erzielen. Wir hatten immer Körperkontakt. Es gab keine einfache Tore für uns … Wir haben noch zwei Matches zu spielen und wir wollen sie auf die bestmögliche Art und Weise spielen. Wir wissen, dass wir viel besseren Handball spielen können. Wir werden unser Bestes gegen Frankreich und die Slowakei versuchen und werden versuchen, unser wahres Gesicht und die echte deutsche Mentalität zu zeigen. Wir werden kämpfen und unser Bestes geben!“ 

Majda Mehmedovic (MNE):

„Ich bin sehr glücklich. Das Wichtigste war, ein gutes Spiel nach unserer Niederlage gegen Frankreich zu zeigen. Ich denke, wir haben es die ganze Zeit geschafft. Das Wichtigste ist, dass sich jedes Mädchen auf dem Platz gut fühlt, denn wenn das nicht der Fall ist, können wir nicht unseren besten Handball spielen … Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Das war das beste Geburtstagsgeschenk für unseren Trainer Adzic.“ 

Dragan Adzic (MNE-Cheftrainer):

„Die beiden letzten Spiele sind schwer zu vergleichen, weil wir zuletzt gegen zwei Gegner mit verschiedenen Handballschulen spielten. Wir waren mental stärker heute. Wir spielten ruhiger als vor zwei Tagen und das machte den Unterschied.“ 

Milena Knezevic (MNE):

„Wir sind sehr glücklich, wieder gekommen zu sein nach der harten Niederlage gegen Frankreich. Wir haben gezeigt, dass wir ein großartiges Team sind, wir blieben uns selbst treu.“ [/private]

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