Handball-EM 2014: Gruppe C mit Deutschland

Handball-EM 2014: EHF-EURO 2014

06.12.2014 – SPORT4Final:

Handball-EM 2014: Gruppenfavoriten Deutschland und Co-Gastgeber Kroatien in einer ausgeglichenen Gruppe mit Schweden und Niederlande im Gradska Sportska Dvorana von Varazdin

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp berichtet live vom Final-Wochenende der Handball-EM aus Budapest.

Erinnern Sie sich, geneigte Leser: Deutschlands Torhüterin Katja Schülke hielt im letzten Spiel der EM-Vorrunde 2012 gegen Kroatien Sekunden vor Schluss einen ihrer wichtigsten freien Bälle überhaupt und sicherte dem deutschen Team den Einzug in die Hauptrunde der Europameisterschaft …

Handball-EM: Katja Schülke mit ausgelassener Freude nach dem Sieg in der Champions-League-Qualifikation gegen FTC Budapest am 21.09.2014 - Foto: Sebastian Brauner
Handball-EM: Katja Schülke mit ausgelassener Freude nach dem Sieg in der Champions-League-Qualifikation gegen FTC Budapest am 21.09.2014 – Foto: Sebastian Brauner

Vier annähend gleichstarke Mannschaften in dieser Vorrundengruppe erschweren Prognosen für den Einzug in die Hauptrunde ungemein. Nimmt man die „reinen“ Ergebnisse der beiden letzten großen Titelkämpfe, Europameisterschaft 2012 und Weltmeisterschaft 2013 jeweils in Serbien, wäre Deutschland als Siebenter bei beiden Großveranstaltungen in einer Favoritenrolle.

[private]

Aber auch Co-Gastgeber Kroatien, für die letzte Weltmeisterschaft gar nicht qualifiziert und bei der Handball-EM 2012 nur Dreizehnter, hat einiges bei seinen Fans gut zu machen. Da kann die aufstrebende Handball-Nation Schweden zwischen 2010 und 2012 exzellente Leistungsnachweise aufweisen: EM-Zweiter 2010 und EM-Achter 2012 sowie WM-Neunter 2011. In dieser Woche ließen die Skandinavier in zwei Vorbereitungsspielen Weltmeister Brasilien mit klaren Siegen keine Chance. Die Niederlande war bei der Handball-WM 2013 immerhin Dreizehnter, dafür aber bei der EM 2012 nicht dabei.

Die schwedische Spielerin Ida Oden von IK Sävehof will mit „ihren“ Frauen attraktiven Handball spielen. „Es gibt nur gute Teams in unserer Gruppe, aber ich denke, dass wir auch gut sind.“ Die Handball-EM 2014 ist für Oden „sehr offen, aber Norwegen ist in der Regel sehr stark.“ Das schwedische Team ist eine schöne Mischung aus Erfahrung und Jugend. Das schwedisch-dänische Trainergespann Thomas Sivertsson und Helle Thomsen, Trainerin bei FC Midtjylland, hat eine spielstarke Truppe zusammen.

Die sportliche und ergebnismäßige Entwicklung der deutschen Mannschaft zeigte seit der Weltmeisterschaft 2011 (17.) mit dem Bundestrainer Heine Jensen stetig nach oben. Derzeit bereitet dem Bundestrainer nach den verletzungsbedingten Absagen von Isabell Klein und Jana Krause, dem Handball-EM-Verzicht von Natalie Augsburg vor allem die Besetzung des Rückraums starkes Kopfzerbrechen. Der Einsatz von Susann Müller (Fingerbruch) ist noch fraglich und somit fehlt die Durchschlagskraft aus der Fernzone. Aber das deutsche Aufgebot hat viele sehr gute und vor allem noch entwicklungsfähige Spielerinnen an Bord. Shenia Minevskaja hofft bei der Europameisterschaft, „dass wir es dieses Mal besser machen als in Serbien 2013. Wenn unser Spiel funktioniert, glaube ich, gehen wir mit drei Siegen in die Hauptrunde und sind in der fabelhaften Lage für diese Runde.“ Deutschlands letzter Medaillenerfolg war Bronze bei der Handball-WM 2007 in Frankreich. Große Zielstellungen mit Medaillen sollen bei Olympia 2016 in Brasilien und bei der Heim-WM 2017 umgesetzt werden.

Die kroatische Torhüterin Jelena Grubisic spielt in dieser Saison für den zweifachen Champions-League-Sieger Győri Audi ETO KC. Sie ist sehr optimistisch: „Eine schwierige Gruppe, wie alle Gruppen. Aber wir kennen diese Teams sehr gut und haben gegen sie oft gespielt, vor allem Deutschland und Schweden. Ich hoffe, wir kommen ungeschlagen aus der Vorrunde. Wir haben ein Ziel, Medaillen zu gewinnen. Die Tatsache, dass wir durch unsere fantastischen Fans unterstützt werden, kann bedeuten, dass wir erfolgreich sein werden. Ich glaube, dass wir mindestens das Halbfinale erreichen.“ In Deutschland sehr gut bekannt ist die kroatische Führungsspielerin Andrea Penezic, die für WHC Vardar Skopje zusammen mit Anja Althaus spielt. Das kroatische Team erzielte in den letzten Jahren Fortschritte, Viertelfinale der WM 2011 und bei Olympia 2012, weil viele Spielerinnen in Top-Teams der Champions League aktiv sind. Cheftrainer ist Vladimir Canjuga.

Viele Spielerinnen der Niederlande spielen im Ausland, bspw. in Deutschland und Dänemark. Estavana Polman vom Team Esbjerg: „Wir sind ein junges Team, wir haben gute Spielerinnen und ich hoffe nur, dass alles zur rechten Zeit passt.“ Ein gutes Ergebnis sei für die Niederlande ein Platz unter den besten acht Teams. „Diese Teams sind drei gute Mannschaften, aber unterschätzen sie nicht die Niederlande.“ Weitere Schlüsselspielerinnen sind Laura van der Heijden (Esbjerg), Isabelle Jongenelen (Bietigheim) und Danick Snelder vom deutschen Meister Thüringer HC. Seit 2009 ist Henk Groener niederländischer Coach.

Spielplan:

  8. Dezember: 18:00 Deutschland vs. Niederlande

                                   20:15              Schweden vs. Kroatien

10. Dezember: 18:00 Niederlande vs. Schweden

                                   20:15              Kroatien vs. Deutschland

12.  Dezember: 18:00 Deutschland vs. Schweden

                                   20:15              Kroatien vs. Niederlande

[/private]

Kommentar verfassen