Handball-WM: Katja Kramarczyk „In entscheidenden Phasen einfach da sein“

HANDBALL-WM 2015 der FRAUEN in Dänemark: Katja Kramarczyk, Kapitänin des HC Leipzig und Weltklasse-Torfrau in der deutschen Handball-Nationalmannschaft, im Interview mit SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp.

Handball-WM: Katja Kramarczyk „In entscheidenden Phasen einfach da sein“ - Foto: DHB/Sascha Klahn
Handball-WM 2015 Dänemark: Katja Kramarczyk HC Leipzig) „In entscheidenden Phasen einfach da sein“ – Foto: DHB/Sascha Klahn

Wenn es eine Position in der neuformierten deutschen Handball-Nationalmannschaft der Frauen gibt, die doppelt gut auf Weltklasse-Niveau besetzt ist, dann ist es die „Frau im Kasten“. Besser gesagt, die Frauen Clara Woltering und Katja Kramarczyk spielen seit Jahren auf hohem Leistungslevel. Und hinter beiden agieren viele ambitionierte Konkurrentinnen, bspw. Dinah Eckerle und Jana Krause. Wie der Stand der bisherigen Vorbereitung auf die Handball-WM in Dänemark ist, können die Handballfans am kommenden Mittwoch (25. November) in Leipzig beim Länderspiel der DHB-Auswahl gegen Polen sehen.

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23.11.2015 – SPORT4Final / Frank Zepp:

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp im Palau St. Jordi in Barcelona
Frank Zepp im Palau St. Jordi in Barcelona

Handball der Extraklasse: SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp berichtet von den Spielen der deutschen Handball-Nationalmannschaft aus Kolding und dem Final-Wochenende in Herning.

Katja Kramarczyk, wie wichtig ist gerade ein Auftaktspiel für die Handball-WM, zumal der Gegner Frankreich ja „nicht von Pappe“ ist?

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Katja Kramarczyk: „Wenn man sich den ersten Sieg holt, gibt das Selbstvertrauen. Dieses Selbstvertrauen brauchen wir für unser Spiel und auch die jungen Spielerinnen. Viele von ihnen spielen ihr erstes großes Turnier. Insofern wird es wichtig. Gleichzeitig sollten wir einem Auftaktspiel auch nicht zu viel beimessen. Wir haben auch schon Turniere gespielt, wo wir in der Vorrunde den damaligen Weltmeister zum Auftakt schlagen und dann alles verlieren. Jedes Spiel wird wichtig, aber zuerst müssen wir den Fokus auf Frankreich legen. Aber auch den amtierenden Weltmeister Brasilien in der Gruppe zu haben, finde ich toll.“

Ist es realistisch, dass beide Mannschaften das Viertelfinale erreichen können?

Katja Kramarczyk: „Absolut, ich denke ja. Viele Mannschaften sind auf einem ähnlichen Niveau und deshalb wird es in vielen Spielen darauf ankommen, welche Leistungen man an diesem Tag abrufen kann oder wie man in die Handball-WM startet oder das Turnier verläuft. Von daher traue ich beiden Teams ganz klar das Viertelfinale zu.“

Sind Sie und Clara Woltering sowie in Verbindung mit der Abwehr die Erfolgsgaranten für den möglichen Viertelfinaleinzug?

Katja Kramarczyk: „Ich denke schon, wir können einen großen Aspekt für den Erfolg spielen. Wir haben eine gute Abwehr, haben physisch groß gewachsene Spielerinnen und dahinter zwei, vielleicht sogar drei richtig gute Torhüterinnen. Clara und ich, wir kennen unsere Stärken, hoffen, dass wir diese im Turnierverlauf mit guten Leistungen zeigen können. Dann bin ich mir ziemlich sicher, dass wir unser Ziel auch erreichen.“

Welches Abwehrsystem haben Sie denn am liebsten?

Katja Kramarczyk: „Am liebsten spiele ich hinter einer richtig starken Abwehr. Letztendlich gibt der Trainer vor, welche Abwehr wir spielen. Das ist sicherlich auch davon abhängig, welche Gegner auf uns zu kommen. Hinter einer bombenstarken Abwehr ist unser Job auch einfacher.“

Was zeichnet einen Weltklasse-Torhüter aus?

Katja Kramarczyk: „Natürlich ist das subjektiv. Es kann eine gute Quote um die 40 Prozent sein oder auch zwölf gehaltene Bälle, wenn man nur 15 Gegentore bekommt. Gleichzeitig wird einen guten Torhüter auf ganz hohem Niveau auszeichnen, wenn es mal nicht so gut läuft, aber man in den letzten zehn Minuten absolut da ist. Man muss in den entscheidenden Phasen einfach da sein, wenn das Team den Sieg erringen kann.“

Ich werde nie Ihre letzte Parade bei der Handball-EM 2012 in der Vorrunde gegen Kroatien vergessen. War dies eine Ihrer allerbesten Paraden?

Katja Kramarczyk: „Ganz klar ist das ein besonderer Moment und eine besondere Parade gewesen, weil sie so entscheidend war. Das werde ich immer in meinem Kopf behalten, klar.“

Kann ein erfolgreiches Abschneiden bei der Handball-WM in Dänemark eine erfolgreiche Initialzündung für die Heim-WM 2017 werden?

Katja Kramarczyk: „Natürlich. Unser Kader wurde jetzt so verändert, dass wir in zwei, drei Jahren absolute Topleistungen bringen können. Die Spielerinnen haben diese Zeit jetzt, um sich zu entwickeln. Jedes Turnier wird uns dabei in dieser Entwicklung helfen. Eine erfolgreiche Handball-WM gibt Sicherheit und Selbstvertrauen. In diesem Sinne kann das auch eine Initialzündung für weitere Turniere sein.“

Vielen Dank für das Interview, Katja Kramarczyk, und viel Erfolg bei der Handball-WM in Dänemark.

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