Empor Rostock mit Handball-Spektakel gegen den THW Kiel

Empor Rostock mit Handball-Spektakel gegen den THW Kiel - Foto: SPORT4Final
Empor Rostock mit Handball-Spektakel gegen den THW Kiel – Foto: SPORT4Final

Ein Kommentar von SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp. 

Jede Medaille hat zwei Seiten. Auch jedes Vorbereitungsspiel im Handball. Selbst beim Match zwischen David und Goliath, also HC Empor Rostock gegen den THW Kiel. Bereits im sechsten Jahr in Folge trafen sich beide Teams in einem Testspiel in Rostock. Gastgeber Empor erzielte vor 3.200 Zuschauern mit 26:31 Toren das beste Ergebnis der Geschichte im Freundschaftsspiel zweier Europapokalsieger der Vergangenheit.

Beim THW Kiel saßen ein halbes Dutzend Weltklassespieler verletzt auf der Bank und Kapitän Filip Jicha war verletzungsbedingt nicht nach Rostock gekommen. Jichas Zukunft in Kiel (oder Barcelona) ist gemäß SPORT4Final-Interview mit Trainer Alfred Gislason noch offen. Der deutsche Rekordmeister im Männer-Handball, gesamtdeutsch liegt noch der HC Leipzig mit einem Titel vorn, wird sicherlich personell die richtigen Schlussfolgerungen nach einem möglichen Verlust des „Hirns der Mannschaft“ finden. Und, wie seit zwei Jahren, verstärkt auf die (eigene) Jugend setzen, bspw. Rune Dahmke. 

31.07.2015 – SPORT4Final / Frank Zepp: 

Die Prinzipien Jugend und Hoffnung stehen beim Zweitligisten HC Empor Rostock schön länger auf der Agenda. Wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet, musste der Traditionsverein seinen Etat im Vergleich zur vergangenen Saison weiter um ca. 300.000 EURO reduzieren und nunmehr mit einer knappen Million für die in Kürze beginnende Spielzeit auskommen. Neun Spieler sind bei Empor Rostock Jahrgang 1995 oder jünger, also 20-jährig oder drunter, und dies ist die große Herausforderung für Trainer Aaron Ziercke: Um das Gerüst der erfahrenen Spieler herum die jungen Hoffnungsträger des Vereins an die zweite Liga heran zu führen sowie ins Team zu integrieren. 

Der Deckungsverbund stand gegen den deutschen Meister schon gut, kämpfte und rackerte und ermöglichte durch „gestohlene Bälle“ viele Tempogegenstoß-Tore. Ein Torhüterproblem hat Empor nicht – drei gleichstarke Keeper mit dem Hoffnungsträger und Teilnehmer der Junioren-WM, Paul Porath, sorgen für eigene Stabilität und mentale Stärkephasen sowie gegnerische „Arm-Zitter-Phasen“ beim Torwurf. 

„Nur“ der Positionsangriff scheint die größte Baustelle des Trainers für die nächsten Wochen zu sein. Nach dem Weggang der wurfgewaltigen und torgefährlichen Spieler Tom Wetzel und Patrik Hruscak auf den Shooter-Halbpositionen könnte der Neu-Rostocker Marc Pechstein (aus Leipzig) eine Lösung des Problems im linken Rückraum darstellen. Der gerade erst vor wenigen Tagen 18 Jahre alt gewordene Andre Meuser gilt als ein großes Talent der Zukunft. Grundsätzlich unverständlich ist für den Berichterstatter, warum im Rückraum auf der Mittelposition viel gewechselt wurde. Wenn ein Roman Becvar mit Qualität und Erstligaformat die Spielmacherposition vollständig ausfüllen und darüber hinaus die jungen Spieler auch führen kann (neben Rene Gruszka als neuer Kapitän), warum ist er dann auf dieser zentralen Teamposition vom Trainer nicht gesetzt? Auf dieser Position sollte es bei Empor Rostock und der vorhandenen Personaldecke keine Experimente geben!

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