Kay-Sven Hähner im SPORT4Final-Interview: „THC-Spiel ohne vorentscheidenden Charakter.“

28.10.2013 – SPORT4Final:

SPORT4Final-Redakteur Frank Zepp sprach mit Kay-Sven Hähner vom HC Leipzig, Manager des deutschen Handball-Rekordmeisters

Wie beurteilen Sie den Auftritt der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Russland?

„Im ersten Spiel haben wir restlos überzeugt, als Mannschaft sehr geschlossen agiert. Mit einer überragenden Abwehr und einer sehr guten Clara Woltering dahinter. In Russland war es auch in Ordnung, denke ich. In Russland ist es schwer, etwas zu holen. Mit einem Tor verloren und ein bisschen mehr Glück, die Siebenmeter alle rein tun, dann gewinnt man das Spiel auch. Aber das ist o.k. Dadurch, dass der direkte Vergleich jetzt für uns spricht, ist das Thema für die Mazedonien-Spiele, dass du ein Spiel holen musst. Und ich denke, diese Qualität haben wir auch. Dann hat man gute Chancen, auch bei der Europameisterschaft 2014 dabei zu sein.“

HCL-Torjägerin Susann Müller erzielte in den beiden Russland-Spielen  überragende 18 Tore - Foto: Sebastian Brauner
HCL-Torjägerin Susann Müller erzielte in den beiden Russland-Spielen überragende 18 Tore – Foto: Sebastian Brauner

Für den HC Leipzig ist diese Woche ganz entscheidend. Was spricht aus Ihrer Sicht für den Erfolg des HC Leipzig gegen den Thüringer HC im Bundesliga-Topspiel am Mittwoch?

„Wir müssen versuchen, das, was wir können, auf das Parkett zu bringen. Und dann muss man sehen, ob es reicht. Wenn man alles gegeben hat, dann ist das Ergebnis hinten raus eigentlich relativ zweitrangig. Das Spiel entscheidet sowieso nicht die Saison. Es werden in den Spielen zwischen beiden Teams in diesem Jahr insgesamt 8 Punkte vergeben. Und es geht am Mittwoch um zwei Punkte. Egal wer gewinnt, da ist keine Vorentscheidung gefallen. Wenn wir gewinnen, sind wir drei Punkte weg, aber es ist noch gar nichts passiert. Und umgekehrt sind wir einen Punkt dahinter und es ist auch nichts passiert. Die Belastung für beide Mannschaften ist so hoch, so dass da viel passieren kann. Wir hatten einen Wahnsinnsstart und dann haut es uns so die Beine weg. Gerade mit der Kreisposition, die eine isolierte Position ist, und somit sehr wichtig ist und für uns wegfällt. Dies verändert die gesamte Systematik. Da kannst du abgesichert sein wie du willst. Wir haben auf jeder Position eine doppelte Besetzung. Die Nachwuchsspielerin Isa-Sophia Rösike als dritte Spielerin muss jetzt auf dieser Position ins Spiel finden. Sie hat das teilweise auch schon sehr gut gemacht. Aber dann kommt die Thematik mit Abwehr-/Angriffswechsel und die Trainer haben natürlich ihre Schlüsse aus den letzten Spielen gezogen. Aber Fakt ist: Das Spiel gegen den Thüringer HC hat keinen vorentscheidenden Charakter. Es ist aber für die mentale Situation ganz gut. Wenn man gewinnt, hätte man ein Positivum nach Schweden mitzunehmen. Und wenn man verliert, dann muss man in Schweden ‚jetzt erst recht‘ denken.“

Aber das Sävehof-Spiel ist für den HC Leipzig doch ein ganz entscheidendes Spiel?

„Dieses Spiel ist definitiv entscheidend, wenn man noch Zweiter werden will, auf jeden Fall. Wenn wir die Chance auf die Hauptrunde der Champions League behalten wollen, und das wollen wir, müssen wir in Sävehof gewinnen – ganz einfach.“

Da sehen Sie auch positive Anzeichen?  

„Die Franzosen hatten ja auch dort die Möglichkeit, zu gewinnen. Haben auch mit 8 Toren dort geführt. Ich denke, die drei Mannschaften bewegen sich schon auf Augenhöhe. Beim ersten Spiel hat uns Sävehof definitiv auf dem falschen Fuß erwischt. Wir wollten alles mit einem Mal gut machen. Das geht aber nicht. Irgendwas muss auf der Strecke bleiben. Du musst dich auf irgendwas fokussieren und das Andere in Kauf nehmen. Früher war ein gutes Beispiel der Jordan bei den Chicago Bulls. Der konnte ruhig 50 Punkte machen, nur die anderen musst du im Zaun halten. Ähnlich ist es dort. Wenn du aber alle verteidigen willst, funktioniert es nicht. Und das ist das Thema, was wir haben, und daraus haben wir auch die Schlüsse gezogen. Mal gucken, wird schon werden.“

Vielen Dank und viel Erfolg in den beiden wichtigen Spielen dieser Woche.   

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