Das falsche Vorbild: Prof. Digel kommentiert die 27. Universiade in Kazan

Sotschi 2014: Russland garantiert Einhaltung der IOC-Richtlinien

LSV-Präsident Tiessen: „Der Sport gehört in die Mitte der Gesellschaft“

 

27.08.2013 – PM:

6. April wird zum „Internationalen Tag des Sports“

Die UN-Vollversammlung beschloss einstimmig die Einführung des „Internationalen Tags des Sports für Entwicklung und Frieden“.

Der 6. April wird zum „Internationalen Tag des Sports“. Diesen einstimmigen Beschluss fasste die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York. Dabei fiel die Wahl nicht zufällig auf den 6. April: Im Jahr 1896 begannen an diesem Tag die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen. „Die Ausrufung des Tages des Sports sind mehr als Worte auf einem Stück Papier. Es ist ein Aufruf zum Handeln, um das Leben von Menschen auf der ganzen Welt zu verändern. Sport ermöglicht einen Zugang zu kultureller Verständigung, Bildung, Gesundheit sowie wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung. Wir haben den wahren Wert des Sports schon häufiger gesehen. Er hilft jungen Menschen Werte wie Selbstdisziplin, Ehrgeiz und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Er trotzt Stereotypen und liefert Auswege aus Streit und Kriminalität. Sport kann Menschen in Notlagen Hoffnung bringen“, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge in New York, nachdem er der Verabschiedung der Resolution beigewohnt hatte.

Unterstützt wurde Rogge in New York vom Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic: „Ich hoffe, dieser internationale Tag wird jeden von uns dazu motivieren, überall die wahren Werte des Sports zu verbreiten: Fairness, Teamgeist und Respekt gegenüber dem Gegner“, sagte der Serbe: „Diese Werte sind universell. Jede erfolgreiche Gesellschaft ist auf ihnen aufgebaut.“ Sowohl UN als auch Internationales Olympisches Komitee (IOC) treten dafür ein, den Sport zu fördern, den Zugang aller Menschen zum Sport zu ermöglichen und seinen Einfluss auf die positive Entwicklung der Gesellschaft hinzuweisen. Der „Internationalen Tags des Sports für Entwicklung und Frieden“ ergänzt den „Olympic Day“, der jährlich am 23. Juni zur Gründung der modernen Olympischen Bewegung begangen wird.

Präsentation der Einkleidung Olympiamannschaft und Paralympische Mannschaft

Was tragen Deutschlands Olympioniken und Paralympioniken bei den Olympischen Spielen in Sotschi? Diese Frage beantworten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sowie die Ausrüster adidas, Bogner und Sioux bei einer Modenschau am Dienstag, 1. Oktober 2013, um 11.00 Uhr in der Stadthalle, CCD, auf dem Gelände der Messe Düsseldorf. Eine Presseeinladung mit weiteren Details und der Möglichkeit zur Akkreditierung senden wir Ihnen am 12. September 2013 zu. Wir bitten Sie jedoch schon heute, sich den Termin am 1. Oktober 2013 vorzumerken.

„Das Grüne Band“ 2013: Deutschlandtour startet in Chemnitz

Friedrich, Fürste und Steiner ehren vier Vereine aus Sachsen

Die beiden Botschafter des „Grünen Bandes“, Ariane Friedrich, WM-Bronze-Medaillengewinnern von 2009 im Hochsprung, und Moritz Fürste, zweifacher Olympiasieger im Hockey, überreichen in Chemnitz das mit 5.000 Euro dotierte „Grüne Band für vorbildliche Talentförderung“ an vier Vereine aus Chemnitz und der Umgebung. Prominente Unterstützung bekommen sie von dem Olympiasieger im Gewichtheben, Matthias Steiner, dessen Heimatverein unter den Preisträgern ist.

Die Preise werden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Commerzbank auf einer Deutschlandtour in fünf Städten an insgesamt 50 Vereine vergeben. Im Rahmen der Preisverleihung in Chemnitz werden folgende Vereine ausgezeichnet :Chemnitzer Athletenclub (Gewichtheben), Schwimm-Club Chemnitz 1892 (Wasserball), SSV Altenberg (Rennrodeln), Ringerverein Thalheim (Ringen)

Die Organisatoren laden zur Preisverleihung am 3. September um 17.00 Uhr im Pumpwerk Eins, Zschopauer Straße 209, 09126 Chemnitz.

28 Millionen mal „Sportausweis Light“

Bundesweite Kampagne für Mitglieder in deutschen Sportvereinen im September

Mit einer bundesweiten Kampagne wendet sich der Deutsche Sportausweis im September an alle Mitglieder in deutschen Sportvereinen. Dabei werden über Landessportbünde und Vereine 28 Millionen Testausweise ausgegeben. Die Testausweise sind drei Monate lang gültig und bieten Sportlerinnen und Sportlern, -vereinen und -verbänden zahlreiche Vorteile.

Es ist die bislang größte Aktion dieser Art im deutschen Sport, bei der die über 20 Millionen Mitglieder mit dem Ausweis Vergünstigungen beim Einkauf über die Wirtschaftspartner des Deutschen Sportausweises nutzen können. Ein festgelegter Anteil der eingenommenen Gelder fließt anschließend zurück in den Sport. Jeder Sportverein, der sich nach der Testphase dazu entschließt, seinen Mitgliedern die Vollversion des deutschen Sportausweises anzubieten, kann den Deutschen Sportausweis seinerseits als Mitgliederausweis bestellen und verwenden. In Sportarten, die sich wie der Deutsche Schützenbund dazu entschließen, den Sportausweis als Wettkampfpass einzusetzen, spart der Verein in Zusammenarbeit mit seinen Verbänden auch auf diesem Weg Zeit und Geld. Die Testausweise werden über die Landessportbünde an die Sportvereine versendet und dort an die Mitglieder weitergegeben.

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, unter-stützt die Kampagne ausdrücklich: „Der Deutsche Sportausweis fördert den Sport gleich in mehr-facher Hinsicht. Er modernisiert das Mitglieder-Management und vereinfacht das Spiel- und Wettkampfwesen. Die gesamte Infrastruktur wird von der DSA Deutsche Sportausweis GmbH gestellt, kostet den Sport keinen Cent und bringt Mitgliedern, Vereinen, Verbänden und Förderern nur Vorteile. Ich bin zuversichtlich, dass zahlreiche Sportler und Vereine den Test mit-machen und anschließend auf die Vollversion umsteigen.“ Walter Schneeloch, DOSB-Vize-präsident Breitensport/Sportentwicklung, begrüßt die Aktion rund um den „Sportausweis Light“: „Diese einmalige Kampagne wird von DOSB, Landessportbünden und Deutschem Turner-Bund als einem der großen Spitzenverbände gemeinsam getragen, unterstützt alle Ebenen und schafft damit eine „win-win-Situation“ für den gesamten deutschen Sport.“

Für die Deutsche Sportausweis GmbH erklärt Geschäftsführer André Bortz: „Wir sind begeistert, wie viele namhafte Unternehmen und Marken bereit sind, den Vereinssport bundesweit an der Basis zu fördern. Interessant ist, mit welch kreativen Ideen die Partner jeden Tag auf uns zukommen. In unserer Kampagne „Sportausweis Light“ werden wir den Sportvereinen und deren Mitgliedern acht dieser Unternehmen und Marken präsentieren. Sie geben einen Vorgeschmack auf über 400 weitere Handels- und Markenpartner, die Sportausweis- wie Sportausweis-Light-Inhabern ab September Vorteile im stationären und im Online-Handel bieten und zugleich den Vereinssport fördern“. Ein wichtiger Schritt für die offizielle Initiative von Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB), Landes- und Spitzensportverbänden.

Sportabzeichen-Tour am Ostseestrand – Sonderevent mit Urlaubsflair in Travemünde

Dass Tradition nicht langweilig sein muss, das beweist das Deutsche Sport-abzeichen zum 100. Geburtstag seit Mai auf seiner Jubiläumstour durch Deutschland. Ganz bewusst hat sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) diesmal auch attraktive Tour-stopps ausgesucht, an denen sich Groß und Klein, Familien und Singles in ihrer Freizeit vergnügen.

Sportabzeichen mit Ferienflair

Travemünde gehört mit Sicherheit zu den schönsten Veranstaltungsorten der diesjährigen Sport-abzeichen-Tour. Die breite Strandpromenade galt schon bei ihrer Einweihung 1908 als eine der schönsten in ganz Europa – und das hat sich bis heute nicht geändert. Auch weil die vorbeiziehenden Ozeanriesen den Ruf Travemündes als Deutschlands Tor zur Ostsee und damit in die ganze Welt unterstreichen. Bei Urlaubern und Tagestouristen ist die Stadt unweit zur Hansestadt Lübeck in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Dieses Urlaubsflair möchte auch die Sportabzeichen-Tour am 30. August einfangen.

Auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wartet in jedem Fall ein Tourstopp mit ganz besonderer Atmosphäre: Alle Disziplinen werden am Strand in unmittelbarer Nähe zum Meer abgenommen. Das obligatorische Schwimmen kann man sogar direkt in der Ostsee absolvieren, wenn der Wellengang es zulässt.

Coaching durch Sportidole

Die Veranstaltung selbst legt einen echten Frühstart hin: Ab 5.50 Uhr wird der Sport im ARD-Morgenmagazin direkt von Travemünde aus senden. Auch RTL will vom Sportabzeichen-Event in Travemünde berichten. Der Vormittag an den Prüfstationen gehört den Kindern. Die Veranstalter rund um den Turn- und Sportbund Lübeck und den Landessportverband Schleswig-Holstein rechnen mit rund 1.000 Kindern und Jugendlichen. Um 8.30 Uhr werden sie an der Strandpromenade von Klaus Puschaddel, dem stellvertretenden Stadtpräsidenten, begrüßt. Danach haben sich zum Aufwärmen wieder prominente Sportlerinnen und Sportler angesagt: Der ehemalige Weltklasse-Zehnkämpfer Frank Busemann als Botschafter für kinder+Sport, Action- und Stuntmodel Miriam Höller, die Sportabzeichen-Botschafterin von Ernsting’s family, Kugelstoßolympiasiegerin Astrid Kumbernuss für die BARMER GEK sowie für die Sparkassen-Finanzgruppe Siebenkämpferin Jennifer Oeser und Paralympics-Athletin Vanessa Low, die im Langstreckenlauf und Weitsprung antritt und gebürtige Lübeckerin ist. Alle vier Unternehmen sind Nationale Förderer des Deutschen Sportabzeichens.

Im Anschluss werden die prominenten Gäste den Schülerinnen und Schülern natürlich wieder bei den einzelnen Sportabzeichen-Disziplinen mit Rat und Tat zur Seit stehen. Für 10.00 Uhr ist ein Pressetalk auf der Bühne geplant. Dabei sein werden für den Sport Margit Budde (Mitglied im DOSB-Präsidialausschuss Breitensport/Sportentwicklung), der Präsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein Hans-Jakob Tiessen und Petra Feix, Vorsitzende des Turn- und Sportbundes der Hansestadt Lübeck. Die Politik wird vertreten durch Andreas Breitner, Innen-minister des Landes Schleswig-Holstein und Bernd Saxe, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck. Um 10.45 Uhr zeigen sich einige Ehrengäste dann von ihrer sportlichen Seite: Innenminister Andreas Breitner tritt beim Promilauf gegen Miriam Höller, Astrid Kumbernuss, Frank Busemann, DOSB-Maskottchen Trimmy und Tore, das Maskottchen des VfB Lübeck, an.

Gesucht: Die sportlichste Familie

Von 13.00 bis 17.30 Uhr haben dann auch alle Erwachsenen Gelegenheit, sich an ihrem Sportabzeichen zu versuchen. Ernsting’s family hat sich extra für Travemünde noch einen zusätzlichen Familienwettbewerb ausgedacht und lädt zum „Zwei-Generationen-Sprung“ ein. Drei Familienmitglieder aus mindestens zwei Generationen treten dabei zum Standweitsprung an. Ihre Ergebnisse werden addiert. Die erfolgreichste Familie bekommt einen Gutschein über 50 Euro für einen Einkauf bei Ernsting’s family. Jeder, der mitmacht, erhält außerdem einen Ernsting’s family Sportbeutel. Die Siegerfamilie wird um 17.00 Uhr auf der Bühne gekürt. Bis kurz davor können die Familien ihre Sprungweiten melden.

Natürlich dürfen auch in Travemünde die Fun-Module der Nationalen Förderer nicht fehlen. Das Quartertramp der Sparkassen-Finanzgruppe wartet auf alle Trampolinfans, der Multi-Tower der BARMER GEK freut sich auf all die, die Spaß am Klettern haben und an der Fotostation von kinder+Sport können sich die Kleinen kostenlose Erinnerungsfotos für das Familienalbum ab-holen. Beim Bike-Memo von Ernsting’s family braucht man gleichermaßen Grips und Ausdauer. Für Erfrischungen zum Nulltarif sorgt der Getränkepartner der Tour BIONADE. Informationen zum Deutschen Sportausweis und zum Golfspielen gibt das Team am Putting Green, mit dem sich der Deutsche Golf Verband gemeinsam mit dem Deutschen Sportausweis im Jubiläumsjahr der Tour präsentiert. Außerdem lädt die BARMER GEK Lübeck zum Reaktionstest an der T-Wall ein. Die Schnellsten dürfen sich auf attraktive Preise freuen.

Sportlich aktiv – Familienausflug zum Deutschen Sport & Olympia Museum

Für alle Urlaubsheimkehrer oder auch alle diejenigen, deren Sommerferien noch andauern und die auf der Suche nach einer Freizeitbeschäftigung sind, die Körper und Geist gleichermaßen fordert und fördert, hier ein besonderer Ausflugs-Tipp: Besuchen Sie das Deutsche Sport & Olympia Museum in Köln!

Das Deutsche Sport & Olympia Museum am Kölner Rheinufer zeigt die faszinierende Geschichte des Sports von der Antike über die Olympischen Spiele von Athen 1896 bis zum heutigen Profi- und Leistungssport. Neu und jugendlich frisch präsentiert sich das Haus, das in einer ehe-maligen, denkmalgeschützten Zollhalle untergebracht ist, seit 2011 mit einem Trendsportraum für Surfen, Skateboarden und BMX. Ebenfalls neu ist die aktualisierte Timeline, die mit Bild-installationen und Originalexponaten aufregende Höhepunkte des letzten Sportjahrzehnts zeigt. Auch gesellschaftspolitische Inhalte wie der Kampf gegen Doping, der Umgang mit Leistungs-druck und Depression im Sport sowie die gewachsene Rolle des paralympischen Sports werden thematisch aufgegriffen.

Das Besondere am Deutschen Sport & Olympia Museum: Hier kann man selbst aktiv werden! Testen Sie Ihr Können und Ihre Fitness beim antiken Weitsprung, im Boxring, an der Torwand des ZDF-Sportstudios oder im Windkanal auf einem Rennrad bei Tour-de-France-Geschwindigkeit! Oder wie wär’s mit einer Partie Fußball, Tennis oder Streetbasketball auf dem höchsten Sportplatz von Köln mit Panoramablick auf den Rhein? Seit Eröffnung des Deutschen Sport & Olympia Museums im November 1999 haben rund 1,5 Millionen Besucherinnen und Besucher die faszinierende Welt des Sports erlebt. Mit über 1.200 Führungen und mehr als 500 Kinder-geburtstagen pro Jahr ist das Deutsche Sport & Olympia Museum der ideale Ort zum Entdecken und Aktiv-Werden.

Sotschi 2014: Russland garantiert Einhaltung der IOC-Richtlinien

Die russische Regierung heißt jeden – unabhängig von der sexuellen Orientierung – bei den Olympischen Spielen in Sotschi willkommen. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 wird es keinerlei Diskriminierung geben. Das versicherte der stellvertretende russische Premierminister Dimitri Kosak in einem Brief an das Internationale Olympische Komitee (IOC). Darin unterstrich der Politiker, dass „Russland sich klar zu den Grundsätzen der Olympischen Charta bekennt“. In der Charta ist festgeschrieben, dass „jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar ist“. Russland garantiere „alle Verpflichtungen und Vorgaben durch das IOC“, schrieb Kosak.

Aus Sicht von IOC und DOSB ist Sport ein Menschenrecht und muss für alle zugänglich sein, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Die Olympischen Spiele müssen für Zuschauer, Offizielle, Medienvertreter und Athleten frei von Diskriminierung stattfinden. Alles, was gegen diese Grundhaltung verstößt, ist inakzeptabel.

Dazu sei auch noch einmal auf Fragen und Antworten des DOSB zu diesem Thema in DOSB-Presse 34/2013 verwiesen.

„Sportwissenschaft grenzenlos?!“ – 21. dvs-Hochschultag in Konstanz

Unter dem Motto „Sportwissenschaft grenzenlos?“ veranstaltet die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) vom 25. bis zum 27. September 2013 ihren 21. dvs-Hochschultag in Konstanz. Erstmals in der Geschichte der 1976 in München gegründeten und der heute über tausend Mitglieder umfassenden Vereinigung wird der Kongress im Dreiländereck am Bodensee zusammen mit den sportwissenschaftlichen Partnergesellschaften aus der Schweiz und aus Österreich organisiert. Zu den weiteren Partnern und Förderern der Tagung gehören neben dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Badische Sportbund.

Der Kongress wird am Mittwoch, 23. September um 13.00 Uhr im Auditorium Maximum der Universität Konstanz u. a. mit einem Hauptvortrag des Historikers Prof. Jürgen Osterhammel (Uni Konstanz) über „Sport, Politik und Wettkampf in der Geschichte der Globalisierung“ eröffnet. Im Verlauf der dreitägigen Veranstaltung folgen sechs weitere Plenarvorträge, 62 Arbeitskreise mit über 350 Einzelbeiträgen sowie rund 60 Posterpräsentationen, Workshops, Diskussionsforen und zahlreiche Begleitveranstaltungen. Mit der Verleihung eines Posterpreises wird der Kongress am Freitag, 27. September gegen 13.45 Uhr beendet.

Was die thematische Ausrichtung der Arbeitskreise anbelangt, zeigen allein ihre Titel und die Überschriften der Einzelbeiträge, wie vielfältig das Motto „Sportwissenschaft grenzenlos?!“ ausgelegt wird und welche Anbindung manche Themen auch in Richtung der Aufgaben- und Problemfelder der Sportorganisationen aufweisen: Im Arbeitskreis „Doping aus interdisziplinärer Perspektive“ geht es beispielsweise u. a. um „Vertrauen in die Anti-Doping-Arbeit von Sportver-bänden“; im Arbeitskreis „Bewegung, Spiel und Sport in der Schule auch um „Auswirkungen aktueller Schulreformen auf die Partizipation Jugendlicher am organisierten Sport“ und im Arbeitskreis über „Kultur- und sozialwissenschaftliche Aspekte von Bewegung, Spiel und Sport“ um „Deutungsmuster des olympischen Medaillenspiegels“. In einem sportartbezogenen Arbeitskreis zu „Facetten der Leichtathletik“ wird u. a. referiert über „Die Entwicklung der Partizipation von Frauen in den nationalen Leichtathletikverbänden – Befunde einer weltweiten Fragebogenuntersuchung“.

Auf Initiative des DOSB gibt es bei den dvs-Hochschultagen das sog. „Dialogforum: Sportorganisation trifft Sportwissenschaft“, das sich inzwischen etabliert hat und von den jeweiligen Geschäftsbereichen des DOSB organisiert wird: So leitet Gudrun Schwind-Gick am Mittwoch (15.00 bis 16.30 Uhr) das Dialogforum über „Die Trainerausbildung des DOSB im DQR-Ranking – Perspektiven im europäischen Kontext“, während Markus Stroß am Donnerstag (13.00 bis 14.30 Uhr) das Dialogforum „SALTO – Innovatives Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Sport“ moderiert. Andreas Klages und Christian Siegel sind zudem mit einem Beitrag über „Starke Sportvereine – starke Kommunen: Neue Perspektiven für Stadt- und Sportentwicklung am Beispiel der igs 2013“ im Arbeitskreis „Projekte zur Sportentwicklung mit externen Partnern“ vertreten.

In einer Grußadresse für die rund 600 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim 21. dvs-Hochschultag an der Universität Konstanz wirbt die Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung des DOSB, Prof. Gudrun Doll-Tepper, die auch als Mitglied des wissenschaftlichen Komitees in der Kongressleitung mitarbeitet, ganz offensiv weiter dafür, das weltweit einmalige System der Sportvereine in unserem Land noch mehr zum Gegenstand sportwissenschaftlicher Forschung zu machen: „Wir hoffen, dass uns die Sportwissenschaft helfen kann, die deutschen Sportvereine in einem schwieriger werdenden Umfeld zukunftsfähig zu halten“. Am Abend des ersten Kongresses kommen die Mitglieder der dvs zur turnusmäßigen Versammlung mit der Wahl eines neuen Präsidiums zusammen.

LSV-Präsident Tiessen: „Der Sport gehört in die Mitte der Gesellschaft“

Beim Jahresempfang des Landessportverbandes Schleswig-Holstein am 22. August im Kieler Schloss skizzierte der vor zwei Monaten vom Landessportverbandstag neu gewählte LSV-Präsident Hans-Jakob Tiessen vor 300 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Sport und weiteren gesellschaftlichen Bereichen in seiner Antrittsrede, welche zentralen Herausforderungen er für die nächsten Jahre für den Sport in Schleswig-Holstein sieht.

Der LSV-Präsident sieht den Landessportverband mit seinen über 2.600 Vereinen in der Mitte der Gesellschaft verhaftet: „Es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, die Menschen für ein sportlich aktives Leben zu begeistern. Dies soll für alle Altersspannen gelten – für die Kinder und Jugendlichen genauso wie für die mittlere Generation und die aktiven Senioren“, sagte Tiessen. Er regte dazu einen engen Schulterschluss des Sports mit Politik, Wirtschaft und weiteren gesellschaftlichen Bereichen an: „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Gesellschaft insgesamt sportlicher wird. Wir müssen die Kinder schon in den Kitas und Schulen gewinnen und an den Sport heranführen“. Dabei bekräftigte er die langjährige Forderung des Sports zur Einführung einer täglichen Sportstunde in den Schulen.

Der LSV-Präsident betonte, dass der Sport seinerseits sich weiter seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellen werde: „Es kann nicht sein, dass der Zugang zu sportlicher Betätigung im Verein immer noch von der sozialen Situation der Familien abhängt. Hier gilt es wirkungsvoll entgegenzuwirken“, sagte Tiessen und nannte als positives Beispiel die Kampagne gegen Kinderarmut der Sportjugend „Kein Kind ohne Sport!“, die er weiter ausbauen möchte.

Tiessen zeigte sich dabei als überzeugter Anhänger der Sportvereine als herausragende Sozialinstanz im Flächenland Schleswig-Holstein. „Wenn heute der kleinste Verein es schafft, nur ein Kind von der Straße zu holen, dann lohnt sich schon die Gründung des Vereins. Dabei ist mir jede Sportart wichtig, denn alle bringen die Erkenntnis, dass Sport gut tut – den Menschen und der Gesellschaft insgesamt“, so der LSV-Präsident weiter.

Weitere zentrale Herausforderungen sieht der LSV-Präsident neben einer Stärkung der Mitgliederentwicklung im LSV in der Aufwertung des ehrenamtlichen Engagements in den Vereinen. „Es gibt gute Gründe, sich mehr denn je ehrenamtlich zu engagieren“, sagte er und benannte dabei drei wesentliche Zielgruppen: Zunächst die Menschen mittleren Alters, die oftmals über ihre Kinder unmittelbar erleben können, dass die Gesellschaft nur funktioniert, wenn man sich selbst einbringt. Zweitens die große Gruppe der Menschen in der Nacherwerbsphase, die der Gesellschaft etwas von dem zurückgeben kann, was sie selbst an Positivem erfahren hat. Und drittens die jungen Menschen, für die ein Ehrenamt ein hervorragendes Lern- und Erprobungsfeld für den Beruf und spätere Führungsaufgaben darstellt.

Tiessen regte an, gemeinsam mit der Politik ein gravierendes Strukturproblem des Landes anzugehen – den Sanierungsstau bei Sportstätten. „Durch den zweckgebundenen Einsatz der steigenden Erträge des Landes aus den Sportwetten könnte ein vorbildliches Sportstätten-Investitionsprogramm des Landes aufgelegt werden – eine Art „Goldener Plan Nord“, so Tiessen.

Gut ausgebaute Sportstätten und eine stabile Finanzierung seien auch eine wichtige Grundvoraussetzung dafür, um Schleswig-Holstein als Standort für den Spitzensport zu halten und möglichst auszubauen. Tiessen merkte an, dass der LSV in Kürze die Förderung junger Talente durch neue Kooperationsformen mit Schulen auf eine neue Qualität heben wolle.

Auch hob er Schleswig-Holsteins aktuelle Erfolge im Spitzensport hervor und nannte dabei den Olympiasieg des Ruderers Lauritz Schoof und die Goldmedaille der Schwimmerin Kirsten Bruhn bei den Paralympics im vergangenen Jahr in London. Gleichwohl mahnte der LSVPräsident weitere Anstrengungen an, um Schleswig-Holstein als Standort für den Spitzensport zu halten und möglichst auszubauen.

Gerichtet an alle Gäste des Jahresempfangs schloss Hans-Jakob Tiessen mit den Worten: „Ich reiche Ihnen allen die Hand des Sports. Wir brauchen jede Idee, jede helfende Hand. Lassen Sie uns gemeinsam für ein noch sportlicheres und lebenswerteres Schleswig-Holstein arbeiten.“

DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach, der kurzfristig wegen einer dringenden internationalen Verpflichtung im Vorfeld der IOC-Vollversammlung seine Teilnahme am Jahresempfang des Landessportverbandes absagen musste, übermittelte eine Video-Botschaft, in der er die langjährigen und herausragenden Verdienste des jetzigen LSV-Ehrenpräsidenten Dr. Ekkehard Wienholtz um den Sport in Schleswig-Holstein und den Deutschen Sport hervorhob. Er dankte Wienholtz dafür, dass er den Sport in Schleswig-Holstein dynamisch entwickelt habe. Von Schleswig-Holstein seien zahlreiche auch bundesweit erfolgreiche Initiativen ausgegangen und Wienholtz, Ehrenmitglied des DOSB, habe vor allem in den BereichenGlücksspielgesetzgebung und Dopingbekämpfung Maßgebliches geleistet. Dem neuen LSV-Präsidenten wünschte Bach viel Glück und Erfolg in seiner neuen Aufgabe und verband damit die Hoffnung auf eine weiterhin gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem DOSB.

Das falsche Vorbild: Prof. Dr. Helmut Digel kommentiert die 27. Universiade in Kazan

In den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte ich mehrfach die Gelegenheit Universiaden an der Seite von Studentinnen und Studenten der deutschen National-mannschaft zu besuchen. Diese Besuche gehören zu meinen schönsten Erlebnissen und Erfahrungen, die ich im Sport habe machen dürfen. Ich habe Universiaden erlebt, die sich durch eine eigene Identität auszeichneten. Sie waren globale Sportereignisse und in gewissem Sinne waren sie kleine Olympische Spiele, die jedoch in der Lage waren, manches zu leisten, was dem großen Vorbild schon lange nicht mehr gelingt. Sie zeichneten ein humanitäres Bild des Sports, wie man es sich heute dringender denn je wünschen muss.

In diesen Tagen ist die 27. Universiade zu Ende gegangen und es war die größte Universiade aller Zeiten. Es wurde dabei nur noch von Rekorden gesprochen. Noch nie zuvor haben so viele Athleten an einer Universiade teilgenommen (13.000), nie zuvor hat es so viele Wettkämpfe gegeben, nie zuvor hat der Gastgeber eine Universiade so dominiert wie es bei der Universiade in Kazan der Fall war, nie zuvor hat man so viel mediale Aufmerksamkeit erreichen können, nie zuvor hat man so viele Sponsoren an das Sportereignis binden können. Die Liste der Rekorde könnte fortgeführt werden. Man müsste auch auf die außergewöhnlichen Sportstätten hinweisen, die in der Sportstadt Kazan aus Anlass der Universiade gebaut wurden. Die Eröffnungsfeier war pompös wie nie zuvor und Staatspräsident Putin ließ es sich nicht nehmen, die Universiade zu Gunsten einer nationalen Repräsentation in allen Zügen zu genießen. 20.000 Volunteers waren so freundlich wie bei den Olympischen Spielen und die Stadt hat sich in ähnlicher Weise heraus-geputzt, wie es für internationale Sportereignisse üblich geworden ist. Ein Maskottchen belustigte die Zuschauer und wie selbstverständlich gab es einen Fackellauf, der an der Sorbonne in Paris gestartet wurde.

Kazan war ohne Zweifel ein guter Gastgeber. Als Universitätsstadt mit mehr als 200.000 Studierenden und mit einer großen akademischen Tradition kann diese Stadt durchaus als würdig und geeignet bezeichnet werden, die großen Sportspiele für Studierende aus aller Welt auszurichten.

Die Universiade selbst, so wie sie sich in Kazan dargestellt hat und wie auch deren Entwicklung schon seit längerer Zeit sich erschließen lässt, kann in ein derartiges Lob allerdings nur sehr bedingt eingeschlossen werden. Immer mehr stellt sich die Frage, was das Besondere des Universitätssports ist, durch welche Qualitätsmerkmale sich eine Universiade auszeichnen sollte und wie die Universiade in die internationale akademische Welt eingebunden sein müsste. Bei Sportarten wie Gewichtheben, Boxen, Ringen, Beltwrestling und Jambo stellt sich die Frage, ob es sich tatsächlich um universitäre Sportarten handelt, die an den Universitäten selbst betrieben werden. Immer mehr Athleten, so scheint es, haben nie Kontakt mit der akademischen Welt gehabt und man fragt sich, wie es zur Teilnahme dieser Athleten hat kommen können. Das Akkreditierungsritual hat vergleichbar groteske Züge angenommen wie dies bei Olympischen Spielen oder bei der FIFA-Weltmeisterschaft beobachtet werden kann. Das Transportwesen weist die vergleichbaren elitären Differenzen auf, die zu einem Spiel der Eitelkeiten führen, das einem wünschenswerten Universitätssport unwürdig ist. Die Ansprüche der Funktionäre sind in vergleichbarer Weise gewachsen, wie dies bei den internationalen Sportorganisationen schon seit längerer Zeit üblich geworden ist. Das Ritual der Siegerehrungen ist längst zur Belastung der Spiele geworden und angesichts der Dominanz einer einzigen Nation, die mehr als 292 Medaillen erzielt und von der zweitbesten Nation mit lediglich 84 Medaillen gefolgt wird, weist darauf hin, dass das Leistungsgefüge zwischen den Nationen ein groteskes Ausmaß erreicht hat.

Zu fragen ist auch, wer in Zukunft solche Universiaden organisieren soll. Ähnlich wie bei den Olympischen Spielen muss man befürchten, dass sich vor allem autoritäre Systeme für die Ausrichtung dieser Spiele interessieren – in westlichen Demokratien hingegen deren Durch-führung eher unwahrscheinlich geworden ist. Die Kosten sind immens, die Anforderungen zu hoch, die Erwartungen sind von demokratischen Systemen kaum zu erfüllen. Es kann deshalb nicht überraschen, dass in den letzten Jahren die Universiaden vorrangig in Asien durchgeführt wurden, was jedoch bedeutet, dass der Sport ausschließlich zur Stärkung der nationalen Identität der Gastgeber dient, was bei den Wettkämpfen eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht wird, denn wo immer auch nationale Athleten am Start sind, kommt es zu einer größeren Zuschauerresonanz, bei allen übrigen Veranstaltungen hat man leere Stadien zu beklagen.

Früher war es üblich, dass die Universiade vor allem von Universitäten geprägt war, die Funktionäre in Teilen in akademische Tätigkeiten in engerem Sinne eingebunden waren. Auch diesbezüglich sind entscheidende Veränderungen zu beobachten. Viele Funktionäre sind Staatsbeamte oder kommen aus den nationalen Sportverbänden und haben oft gar keinen Bezug zum universitären Leben, ja man muss annehmen, dass es einen großen Teil der Verantwortlichen gibt, die noch nie in ihrem Leben eine Universität betreten haben. Da kann es kaum überraschen, dass auch der begleitende wissenschaftliche Kongress, der die Universiaden immer ausgezeichnet hat, zunehmend an Qualität verliert. Herausragende Wissenschaftler als Referenten können nur noch ganz selten beobachtet werden. Innerhalb der Scientific Community spielen die FISU-Kongresse nur eine nachgeordnete Rolle.

Zu fragen ist, wie es zu diesen Veränderungen hat kommen können. Vieles deutet darauf hin, dass die Universiaden sich immer stärker an den Olympischen Spielen ausrichten. Dies gilt für das Programm in gleicher Weise, wie für das Marketing und für die Präsentation der Spiele. Die strukturellen Annäherungen sind offensichtlich, die Steigerungsprinzipien sind identisch und die Universiade ist in der gleichen Weise von einem gefährlichen Prozess der Kommerzialisierung geprägt, wie dies für die Olympischen Spiele schon lange gilt. Einige Athleten erwarten bereits Preisgelder für ihre Erfolge bei Universiaden und die Wettkämpfe sind an einem Leistungsniveau ausgerichtet, das durchaus vergleichbar ist mit dem der Olympischen Spiele. Dass damit sich auch die Dopinggefahr erheblich erhöht hat, ist nahe liegend. Die noch immer erwünschte Zeige-funktion, die eine Universiade haben könnte, geht damit zunehmend verloren. Die Universiade wird vielmehr zu einer Großsportveranstaltung wie so viele, die unter sportkulturellen Gesichtspunkten immer bedeutungsloser geworden sind.