Handball: Thüringer HC im ersten „Endspiel“ mit Sieg gegen Berlin

21.02.2015 – THC / SPORT4Final / Frank Zepp:

Handball: Der Thüringer HC ist mit einem 41:28 (20:15) Heimsieg gegen die Spreefüchse Berlin in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Mannschaft des amtierenden deutschen Meisters zeigte dabei eine gute Mannschaftsleistung mit vielen Einsatzzeiten für die „zweite Garde“. Beste THC-Werferinnen waren Nadja Nadgornaja und Svenja Huber mit je sieben Treffern. Für Berlin war Laura Steinbach mit sechs Toren am erfolgreichsten.

Das erste Tor der Partie erzielte Danick Snelder. Doch die Anfangsphase gehörte den Spreefüchsen. Drei Treffer in Folge der Gäste zwangen THC-Trainer Herber Müller bereits in der fünften Minute seine erste Auszeit zu nehmen. Als Jana Krause wenig später einen Tempogegenstoß und den Nachwurf hielt, schien das wie ein Weckruf für die THC-Mädels zu sein. Sie legten ihre Nervosität völlig ab und erzielten neun Treffer in Folge. Das Spiel war von 3:5 auf 12:5 gedreht. Auch die zwischenzeitliche Auszeit beim Stand von 8:5 durch Füchse-Coach Lars Melzer konnte den Lauf des deutschen Meisters nicht stoppen. Trainer Herbert Müller nutzte die frühe deutliche Führung und wechselte kräftig durch.

Handball: Thüringer HC
Handball: Thüringer HC

Meike Schmelzer, Yuliia Snopova, Iveta Luzumova und Franziska Mietzner kamen in die Partie. Alle vier bedankten sich für die Einsatzzeiten mit Toren. Erfreulich war zu sehen, dass das dem THC-Spiel keinerlei Abbruch tat, dass die „zweite Garde“ erfolgreich spielte. Auch wenn man in manchen Situationen die fehlende Spielpraxis merkte. Trotzdem blieb der Abstand bei fünf bis sieben Toren. Iveta Luzumova zeigte auf der Mittelposition Spielwitz und Kreativität und erzielte selbst das 17:10 nach schönem 1-gegen-1-Spiel. Torfrau Jana Krause zeigte immer wieder Glanzparaden und konnte außerdem einen Strafwurf parieren. In die Kabine ging es mit 20:15.

Die ersten vier Nachpausenangriffe der Gäste endeten mit Ballverlusten – der Thüringer HC, jetzt wieder mit der erholten Stammrückraumbesetzung, bestrafte zwei davon mit schnellen Gegentreffern und zog auf 22:16 davon. Treffsicher jetzt auch Lydia Jakubisova von Rechtsaußen. Nun kam Petra Popluharova auf die Regieposition. Sie sorgte für viel Druck und schaffte Raum für ihre Nebenleute. Im Berliner Angriff lief in dieser Phase gar nichts und so war mit dem Gegenstoßtreffer von Meike Schmelzer der erste Zehn-Tore-Abstand erreicht. (27:17, 40. Min) Dinah Eckerle kam für Jana Krause und fischte gleich einen platzierten Hüftwurf von Christine Beier aus dem rechten Eck.

Die sehr aktiv arbeitende Abwehr der Thüringerinnen sorgte für Sand im Füchse-Angriff und wenn mal ein Wurf durch die Abwehr kam, stand Dinah Eckerle richtig. Schöne Treffer gab es jetzt – in Unterzahl spielte Petra Popluharova die einlaufende Svenja Huber frei und im nächsten Angriff gelang ihr ein sehenswerter Hüftwurftreffer. (32:20, 46.Min) Die Chance für Berlin zu verkürzen, vergab Laura Steinbach mit einem Siebenmeter über das Tor von Dinah Eckerle. Es war jetzt viel Sicherheit im Spiel der Gastgeberinnen und der Vorsprung wurde weiter ausgebaut. (35:21, 50.Min) Eine Zeitstrafe für Danick Snelder brachte dann aber gleich drei Füchse-Treffer.

Steinbach, Gustin und Augsburg gestalteten das Resultat wieder etwas freundlicher. Das Spiel war entschieden – Franziska Mietzner, heute mit gutem Zielwasser, und Danick Snelder, von Mietzner schön bedient, erhöhten weiter.

Beate Scheffknecht verstärkt den Thüringer HC

Ein schöner Treffer zum 38:26 fiel durch Iveta Luzumova, die zum ersten Mal das Torwart-Trikot mit dem „Loch“ beim 7 gegen 6-Spiel trug. Und die Tschechin setzte noch einen drauf. Einen Angriff später spielte sie mit einem klugen Linkshandpass Danick Snelder am Kreis frei, die sich mit dem 40. THC-Treffer bedankte. In den Schlussminuten vergab der Thüringer HC noch zwei klare Chancen – angesichts des überdeutlichen Sieges störte das Niemanden mehr. Ein mit dem Abpfiff erzielter Treffer von Martine Smeets zählte nicht mehr, mit 41:28 besiegte der Thüringer HC die Reinickendorfer Füchse und konnte sich über zurückgewonnenes Selbstvertrauen und den Beifall von 1.020 Zuschauern freuen.

Stimmen zum Handball-Spiel:

Lars Schmelzer (Berlin): „Der Thüringer HC hat verdient gewonnen, auch in dieser Höhe. Der Thüringer HC könnte frühzeitig durchwechseln, sie hatten den breiteren Kader. Wir haben zu viele eigene Fehler gemacht.“

Herbert Müller (Thüringer HC): „Die Füchse sind ein super Aufsteiger und beleben die Liga. Wir standen am Anfang in der Abwehr schlecht, doch dann hat uns Jana Krause Sicherheit gegeben und wir konnten unser Konterspiel aufziehen. Besonders gefallen hat mir Svenja Huber mit ihrem schnellen Konterspiel. Unser Blick richtet sich nun auf jedes Spiel, jedes Spiel ist ein Endspiel.“

Nadja Nadgornaja (Thüringer HC): „Wir haben heute ein tolles Tempospiel gemacht. Mit unserer Abwehr bin ich jedoch nicht zufrieden. Wir haben auf die Niederlage in Metzingen eine Trotzreaktion gezeigt – fertig und aus.“

Handball-Statistik:

Thüringer HC: Jana Krause, Dinah Eckerle; Nadja Nadgornaja (7), Sonja Frey, Franziska Mietzner (2), Martine Smeets, Meike Schmelzer (5), Danick Snelder (6), Petra Popluharova (2), Iveta Luzumova (3), Katrin Engel (3/2), Yuliya Snopova (2), Lydia Jakubisova (2), Svenja Huber (7/2), Kerstin Wohlbold (2)

Füchse Berlin: Juliane Hedermann (1), Cordula Busack, Julia Plöger, Natalie Augsburg (4), Anna Eber (2), Frida Tegstedt (3), Daniela Gustin (5), Susann Linke (1), Alexandra Sviridenko, Christine Beier (4), Annika Nega (1), Julia Goldhagen (1), Laura Steinbach (6/1)

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